Esthal
Kloster erneut verkauft
Das Kloster St. Maria war im November 2019 von der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern) an die Slow Life Esthal GmbH verkauft worden, die eigens dafür gegründet worden war. Ende vergangenen Jahres wurde der Kaufvertrag aufgelöst, da die neuen Besitzer den Kaufpreis nicht gezahlt hatten. Die Rückabwicklung des Kaufvertrags sei inzwischen abgeschlossen und nach „einer kurzen Phase der Kaufvertragsverhandlungen“ habe sich die Kongregation mit dem neuen Käufer geeinigt, teilte Markus Reger, Verwaltungsdirektor der Provinzen Deutschland und Österreich des Ordens, am Freitag mit. Am Donnerstag sei der Kaufvertrag notariell beurkundet worden. Über die Höhe des Verkaufspreises werden keine Angaben gemacht.
Verbindungen zu Slow Life Esthal
Zwischen Slow Life Esthal und dem neuen Besitzer gibt es Verbindungen, zumindest in der Person des polnischen Priesters Jaroslaw Krzewicki. Der Priester war nach eigenen Angaben enger Berater der Slow Life Esthal GmbH und ist einer der beiden Gesellschafter der im Oktober vergangenen Jahres in Berlin gegründeten Europäisches Haus Esthal GmbH. Ihren Sitz hat die Gesellschaft in einer Nebenstraße des Kurfürstendamms. Krzewicki hatte im Januar auf Anfrage mitgeteilt, er sei „persönlicher als je zuvor in das gesamte Projekt involviert“. Am Freitag war Krzewicki nicht zu erreichen.
Die Niederbronner Schwestern hatten seit einigen Jahren im Kloster ein Übernachtungs- und Veranstaltungshaus geführt. Unter anderem wurden Seminare und Kurse angeboten. Slow Life Esthal hatte Pläne, dies fortzuführen und auszubauen. Es gab auch Überlegungen, das Gebäude zu sanieren.
Schwestern bleiben
„Die Europäische Haus Esthal GmbH plant, am Standort einen Betrieb für Gäste zu führen“, teilt Reger mit. Die Klosterkirche werde als Gotteshaus erhalten bleiben und die vier Schwestern, die noch in Esthal sind, würden weiter im Kloster wohnen „und durch ihre Präsenz, Gebet und atmosphärisch zum Gelingen des Übergangs beitragen“. Der neue Eigentümer werde auf die bisherigen Mitarbeiter zugehen.
Die Esthalerin Anette Reinacher, die Verwaltungsleiterin im Kloster ist, hofft, dass es bald wieder weitergehen kann. Das Programm im vergangenen Jahr habe viel Anklang gefunden, auch wenn wegen der Pandemie einiges nicht möglich gewesen sei.
Er habe bisher keine Informationen, sei aber froh, dass das Kloster einen neuen Besitzer habe, sagt der Esthaler Bürgermeister und Lambrechter Verbandsbürgermeister Gernot Kuhn (CDU). Er hoffe, „dass sich etwas entwickelt“. Das Kloster sei wichtig für Esthal. Damit das Kloster sich als Übernachtungs- und Veranstaltungshaus etablieren kann, seien Investitionen und ein professionelles Management erforderlich, sagt Kuhn.