Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kloster Esthal verkauft

Das Kloster Esthal soll nach dem Verkauf weiter als Gästehaus geführt werden.
Das Kloster Esthal soll nach dem Verkauf weiter als Gästehaus geführt werden. Foto: Mehn

Das Kloster St. Maria in Esthal hat seit Donnerstag mit der Gesellschaft Slow Life Esthal GmbH eine neue Besitzerin und heißt zukünftig Kloster Esthal. Das Gästehaus und die Klosterkirche sollen auch zukünftig genutzt werden. Die Schwestern werden in Esthal bleiben. Über den Kaufpreis werden keine Angaben gemacht.

Der Kaufvertrag für das Kloster ist am Donnerstag unterschrieben worden. Das hat Ralf Olbrück, Geschäftsführer der Vermögensberatung und -verwaltung Prosecur, mitgeteilt. Das in Köln ansässige Unternehmen hat das Kloster im Auftrag der Kongregation der Schwestern vom Göttlichen Erlöser, ehemals Niederbronner Schwestern, verkauft. Die Provinzialleitung und die Leiterin des Klosters St. Maria wollten sich am Freitag auf Anfrage zu dem Verkauf nicht äußern.

Käuferin ist eine eigens gegründete Gesellschaft, die Slow Life Esthal GmbH. Einer der drei Gesellschafter, der namentlich nicht genannt werden möchte und nach eigenen Angaben seit 15 Jahren in Esthal wohnt, betont: „Es soll alles so weitergehen, wie bisher.“ Geplant seien lediglich drei Veränderungen: Das Gästehaus soll renoviert werden. Außerdem soll das Restaurant, das bisher nur für Hausgäste war, ein öffentliches Restaurant werden. Auch wird das Anwesen zukünftig Kloster Esthal heißen. „Uns ist es ein Anliegen, dass das Kloster erhalten bleibt, und wir möchten etwas für Esthal und die Region tun“, so der Gesellschafter der Slow Life Esthal GmbH. Nach Informationen der RHEINPFALZ kommen die beiden anderen Gesellschafter aus Polen.

Klosterkirche soll renoviert werden

Renoviert werden soll auch die Klosterkirche. Hier werde zukünftig ein Priester tätig sein, kündigt der neue Besitzer an. Der Erhalt und die weitere Nutzung der Klosterkirche sei für die Schwestern vom Göttlichen Erlöser einer der Gründe gewesen, das Anwesen an die Slow Life Esthal GmbH zu verkaufen, sagt Olbrück. Den Schwestern sei es auch wichtig gewesen, dass die Mitarbeiter übernommen werden und der Kloster-Friedhof weiter genutzt werden kann. Auch zukünftig seien hier Bestattungen von Ordensschwestern möglich.

Das Kloster war seit Herbst 2017 zum Verkauf angeboten worden. Nach früheren Angaben waren wirtschaftliche Gründe dafür ausschlaggebend. Das Gästehaus bringe nicht genug Einnahmen, um erforderliche Investitionen zur Modernisierung und für den Brandschutz abzudecken. Diese Investitionen sollen nach Angaben des neuen Besitzers nun getätigt werden.

Preis wird nicht genannt

Der Preis, zu dem das Kloster verkauft wurde, wird nicht genannt. Angeboten wurde es ursprünglich für 1,1 Millionen Euro. Nach Angaben von Olbrück gab es fünf Kaufinteressenten. Einige hätten jedoch Vorstellungen gehabt, die den bisherigen Besitzern nicht zugesagt hätten. So habe einer der Interessenten die Klosterkirche als Restaurant nutzen wollen. Zuletzt seien noch zwei Interessenten in der engeren Wahl gewesen.

Der Lambrechter Verbandsbürgermeister Manfred Kirr und der Esthaler Bürgermeister Gernot Kuhn (CDU) sind froh und erleichtert, dass das Gästehaus erhalten bleibt. Für den Tourismus in der Verbandsgemeinde wäre eine Schließung des Gästehauses ein großer Nachteil gewesen, sagte Kirr am Freitag auf Anfrage. Es sei positiv, dass das Gästehaus nicht nur erhalten, sondern auch aufgewertet werde und ein Restaurant dazu kommen soll. Die Verbandsgemeinde sei bereit die neuen Besitzer, etwa bei der touristischen Werbung, zu unterstützen.

Ortsbürgermeister erleichtert

Auch Kuhn zeigt sich erleichtert: „Die Gemeinde ist sehr erfreut, dass das Kloster weiter touristisch genutzt wird.“ Erfreulich sei auch, dass die Schwestern bleiben und die Klosterkirche weiter eine Kirche sein soll. Und nicht zuletzt sei es für die Gemeinde gut, dass Veranstaltungen, wie der Klostermarkt und Weihnachten im Klostergarten, weiter möglich sein sollen.

„Auch das wird bleiben. Wir möchten, dass alles so weitergeht“, sagt der neue Besitzer. Esthal und die ganze Region sollen zukünftig von dem Kloster profitieren. „Ich bin vun Eschdel“, sagt der Mann im Dialekt, obwohl seine Sprache ein wenig anders klingt. Ihm sei es sehr wichtig, dass die Schwestern, die er alle persönlich kenne, in Esthal bleiben können. Die Schwestern werden das Gästehaus noch bis zum Jahresende führen, dann werde es „nahtlos“ weitergehen.

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