Zur Sache Kampf der Krebse
Zwei Krebsarten liefern sich einen Machtkampf im Eckbach. Beide sind Allesfresser und bedrohen dadurch nicht nur Amphibien und Insekten, sondern auch Wasserpflanzen – mittlerweile entlang des gesamten Oberrheins und in umliegenden Gewässern. Zudem übertragen die eingeschleppten Tiere einen Pilz, der die Krebspest auslöst. Schon öfter kam es zu plötzlichen Massensterben von heimischen Stein- und Edelkrebsen.
In der einen Ecke: der Kalikokrebs, ursprünglich aus dem Nordosten der USA, vermutlich von Aquarienbesitzern in hiesigen Gewässern ausgesetzt. Er besiedelt den Abschnitt des Eckbachs östlich von Dirmstein, wo das Wasser wärmer und ruhiger ist. Der meist beige-braune, selten auch blaue oder rosa Krebs mit orange-roten Scherenspitzen ist etwa neun Zentimeter lang. Weil die Weibchen bis zu 500 Eier legen können, breitet er sich rasant aus.
Ihm gegenüber steht westlich von Dirmstein, wo der Bach schneller fließt, der Signalkrebs. Er kommt ursprünglich aus den westlichen USA und ist zwölf bis 16 Zentimeter groß. Man erkennt ihn an seiner glatten, braun-oliven Schale und dem türkis-weißen Fleck auf dem Scherengelenk. Der aggressive Krebs wurde in den 1960er-Jahren in Europa eingeführt, um die Krebsfischerei wiederzubeleben.
Ganz fair wird der Kampf der Krebse nicht ablaufen. Weil der Kalikokrebs dazu neigt, die Ufer seines Lebensraums stark zu verändern, will man dem Signalkrebs bei der Renaturierung des Eckbachs Vorteile gegenüber seinem Rivalen verschaffen. Welcher Krebs sich am Ende durchsetzt, bleibt noch offen.
