Elmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Heftiger Streit über Zukunft des Weihers

Der Möllbachweiher versandet mehr und mehr.
Der Möllbachweiher versandet mehr und mehr.

Wie soll es mit dem Möllbachweiher weitergehen? Darüber gehen die Meinungen im Elmsteiner Gemeinderat weit auseinander. Vor dem Hintergrund dieses Streits gibt es außerdem eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Ortsbürgermeister Rene Verdaasdonk.

Der Weiher am Ortsausgang von Elmstein in Richtung Johanniskreuz ist ungepflegt und voller Sand. Vor etwa 15 Jahren war von dem damals zuständigen Mitarbeiter der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd gefordert worden, dass eine Fischaufstiegsanlage aus Beton gebaut werden muss. So sollte entsprechend der Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie die Durchlässigkeit des Gewässers für Fische und andere Wasserlebewesen verbessert werden. In Elmstein stieß die Forderung auf Ablehnung. Als dann der Mitarbeiter der SGD in Ruhestand ging, ruhte das Thema.

Doch wurde immer wieder kritisiert, dass der Möllbachweiher zunehmend unattraktiv sei. Ortsbürgermeister Rene Verdaasdonk (SPD) hat nun bei dem in Landau ansässigen Ingenieurbüro Wamsganz eine „Machbarkeitsstudie für eine naturnahe statt einer technischen Fischaufstiegshilfe beim Möllbachweiher“ in Auftrag gegeben. Das kritisierte die SWG in der Ratssitzung in zweifacher Hinsicht. Zum einen hätte Verdaasdonk die Studie nicht allein in Auftrag geben dürfen, dies wäre eine Entscheidung des Gemeinderats gewesen, sagte Stefan Herter, Sprecher der SWG-Fraktion, auf Anfrage. Die SWG habe daraufhin am Wochenende eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Verdaasdonk eingelegt. Außerdem: Der SWG sei klar, dass irgendwann etwas am Möllbachweiher getan werden muss. Aber: „Warum gerade jetzt, wo die Baupreise extrem hoch sind“, fragt Herter. Es wäre besser abzuwarten, wie sich die Preise entwickeln. Dazu Verdaasdonk: „Wenn wir nichts machen, ist der Weiher in einigen Jahren komplett versandet und damit weg.“

Früher Schwäne auf dem Weiher

Herter erinnerte daran, dass der Möllbachweiher in Elmstein Schwanenweiher genannt werde, weil er früher ein schöner Weiher gewesen sei, auf dem Schwäne lebten. Viele Elmsteiner hätten diesen Zustand gerne wieder zurück, und dies sei auch das Ziel der SWG, sagt Herter. Das könne erreicht werden, wenn die Naturschutzbehörden der Entfernung der im Möllbachweiher abgelagerten Sedimente zustimmten.

Verdaasdonk betont: „Das dürfen wir nicht.“ Der Möllbachweiher gelte laut Unterer Naturschutzbehörde als „schützenswertes Biotop“, deshalb komme ein Verfahren wie beim Helmbachweiher, wo der Sand entfernt werden soll, nicht in Frage. „Das ist die Folge von 50 Jahre fehlender Pflege“, so Verdaasdonk.

Das Ingenieurbüro Thomas Wamsganz regt nun in der Machbarkeitsstudie einen „Raugerinne-Beckenpass“, eine Art Fischrampe, als „attraktive, naturnahe Lösung“ an. Dabei würde der 1500 Quadratmeter große Möllbachweiher in seiner jetzigen Form aufgegeben. Vom Weiher bliebe voraussichtlich lediglich eine 150 Quadratmeter große „Stillgewässerfläche“ für Amphibien übrig. Für den Raugerinne-Beckenpass würden im Möllbach auf einer Wasserstrecke von 80 Metern dort, wo derzeit der Weiher ist, 27 Wasserbecken aus Steinen angelegt. Durch jedes dieser Becken würde der bestehende Höhenunterschied von insgesamt etwa 2,70 Metern ein Stück reduziert und den Fischen so das Schwimmen erleichtert.

Demnächst Termin mit Behörden

Was die Naturschutz- und die Wasserschutzbehörde zu dem Vorschlag sagen, werde in Kürze bei einem Termin vor Ort besprochen, kündigt der Ortsbürgermeister an. Geklärt werden müsse auch, wie der Untergrund des Möllbachweihers sei, und ob eine finanzielle Förderung gewährt werde. Als erster Schritt wurde in der Ratssitzung ein Bodengutachten zum Preis von 3700 Euro in Auftrag gegeben – mit der knappen Mehrheit von einer Stimme und bei einer Enthaltung.

Dazu Herter: Wenn jetzt weitere Aufträge vergeben und damit Geld ausgegeben werde, andere Möglichkeiten aber nicht diskutiert würden, laufe es darauf hinaus, dass der Raugerinne-Beckenpass realisiert werde. Es sei Wunsch der SWG gewesen, über die Machbarkeitsstudie erst einmal in aller Ruhe in den Fraktionen zu reden, nachdem in der Ratssitzung bis dahin offene Fragen von dem Ingenieur erklärt worden seien.

Verdaasdonk weist darauf hin, dass die Ratsmitglieder die Möglichkeit gehabt hätten, sich vorab zu informieren. Zudem sei nicht darüber abgestimmt worden, ob der Raugerinne-Beckenpass realisiert werden soll, es sei nur ein Bodengutachten in Auftrag gegeben worden.

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