Dirmstein
Glasfaserausbau: Verwaltung bestätigt Mängel
Involviert sind in diesem Fall gleich zwei Fachbereiche der VG-Verwaltung: der Bereich Natürliche Lebensgrundlagen und Bauen sowie die Ordnungsbehörde. Mitarbeiter der Abteilungen haben sich jüngst mit den Vorwürfen beschäftigt, mit denen sich ein Dirmsteiner Bürger Mitte April an die VG gewandt hat. Zu diesen Vorwürfen zählen nicht fachmännisch ausgeführte Arbeiten beim Öffnen und Verschließen der Gehwege, beim Verlegen der Glasfaserkabel, unzureichend abgesicherte Baustellen sowie das Fehlen eines deutschsprachigen Ansprechpartners vor Ort. Zuvor hat sich die Deutsche Glasfaser GmbH geäußert und betont, dass die Baustellen noch nicht abgenommen seien. Gleichzeitig weist sie Verstöße gegen Vorschriften von sich.
Die Ordnungsbehörde der VG erklärt nun,
die Einhaltung der Vorschrift, dass ein Ansprechpartner mit Deutschkenntnissen vor Ort sein muss, sei Teil „anlassbezogener“ Kontrollen auf den Baustellen der VG. Zuständig sei der Kommunale Vollzugsdienst (KVD). Die Praxis zeige dem Fachbereich 3 zufolge, dass mit den Bauleitern eine Verständigung in deutscher Sprache „generell“ möglich sei. Zu einem möglichen Verstoß in Dirmstein äußert sich die Behörde nicht. Der Dirmsteiner Maximilian Gärtner hatte mitgeteilt, beim Versuch, Bauarbeiter vor Ort auf Fehler hinzuweisen, an der Sprachbarriere gescheitert zu sein.
Verwaltung findet deutschsprachigen Bauleiter
Parallel dazu haben Mitarbeiter des Fachbereichs 2, Natürliche Lebensgrundlagen und Bauen, festgestellt, dass es zwar einen örtlichen Bauleiter der ausführenden Firma mit Deutschkenntnissen gibt. Aber: „Dieser hat sein mobiles Baubüro in Ebertsheim“, wie es in der Antwort an die RHEINPFALZ heißt. Die VG habe den Bauleiter darauf hingewiesen, dass „auch bei der Ausführung der Bauarbeiten stets ein Mitarbeiter auf der Baustelle als sprachkundiger Ansprechpartner zur Verfügung stehen muss“.
Zum Thema Verkehrssicherung teilt der Fachbereich 3 mit, dass der KVD die Baustellen auch unter diesem Aspekt kontrolliere. Verstöße zögen Folgemaßnahmen nach sich, etwa die Umrüstung der Beschilderung oder schlimmstenfalls die Einstellung der Baustelle. Ob es in Dirmstein, wie von Gärtner behauptet, zu derartigen Verstößen gekommen ist, lässt die Ordnungsbehörde offen.
VG: Baufehler müssen korrigiert werden
Gärtner schickt der Verwaltung darüber hinaus Fotos von aus seiner Sicht schlechten Pflasterarbeiten. Der Fachbereich 2 stellt fest: „Die Auswertung der vorgelegten Bilder zeigte, dass hier stellenweise nicht genügend verdichtet wurde, was durch weiteren Sandauftrag unter der Pflasterfläche und sorgfältiges Abrütteln nachzuarbeiten ist.“ Auf einem weiteren Bild war eine Doppelreihe Pflaster „nicht durchgehend im bestehenden Muster wiederhergestellt“ worden. Der Fachbereich weist daraufhin, dass auch dieser Fehler korrigiert werden muss. Die Bauverwaltung der VG habe die ausführende Firma nun aufgefordert, die dokumentierten Mängel zu beseitigen und dies bei einem Abnahmetermin zu belegen.
Die Arbeiten in Dirmstein werden vom Subunternehmer Koban-Bau im Auftrag von Inexio beziehungsweise Deutsche Glasfaser ausgeführt. Koban-Bau hat eine Presseanfrage der RHEINPFALZ zu dem Thema bisher nicht beantwortet. Die Firma Connect Energie, die zuvor in Dirmstein tätig war, soll inzwischen insolvent sein.