Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Gemeinde hat sich blamiert

Im Spendentopf für die Grillhütte sind mehr als 20.000 Euro.
Im Spendentopf für die Grillhütte sind mehr als 20.000 Euro.

Schon vor Jahren war zu erkennen, dass der schöne Grillhüttenplan nicht aufgeht.

Man weiß nach Jahrzehnten wirklich nicht mehr, in wie vielen Dirmsteiner Neujahrsansprachen, Wahlkampfprogrammen und Gremiensitzungen vom Bau einer Grillhütte die Rede war. Gemeint war ein nett im Grünen gelegenes Häuschen mit Grillstelle und Sitzgelegenheiten für Menschen, die gern in der Gruppe feiern und dafür eine Miete bezahlen. So wie in Beindersheim oder Bobenheim-Roxheim. Die Dirmsteiner spendeten dafür gern Geld. Erst recht, als sich etwa 2010 herum der von der Verbandsgemeinde aufgegebene Kläranlagenstandort anbot. 2013 legten die damaligen Firmlinge sogar schon Hand an, um das Gelände zu verschönern.

Plötzlich wird die Reißleine gezogen

Zunächst schien der Umbau des zurückgelassenen Schuppens ganz einfach und kostengünstig zu sein, aber dann war auf einmal der Wurm drin. Die Baubehörde verlangte die komplette heckenartige Einfriedung des Geländes, und die Nutzung wurde auf lächerliche zehn Wochenenden im Jahr und dann auch noch nur bis 20 Uhr begrenzt. Spätestens da, 2018 und 2019, hätte man erkennen können, dass der schöne Plan nicht aufgeht, zumal von Anfang an klar war, dass die verschuldete Gemeinde für eine Grillhütte so gut wie keine Haushaltsmittel verwenden darf.

Jetzt, kurz vor dem Ablaufen der vorher so lang ersehnten Baugenehmigung, wird im Gemeinderat plötzlich die Reißleine gezogen. Man will sich noch nicht mal mehr nach einer Standortalternative umsehen. Der Misserfolgsgeschichte „Grillhütte am Kläranlagenplatz“ ein Ende zu setzen, ist richtig, aber das kommt mit Blick auf die Geldspenden viel zu spät und damit einer großen Blamage gleich.

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