Dirmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Aus für Palatia-Jazz-Konzert

Hätte die Gemeinde allein stemmen müssen: die Kosten für Rettungskräfte.
Hätte die Gemeinde allein stemmen müssen: die Kosten für Rettungskräfte.

Dirmstein als Austragungsort eines Konzerts der Reihe Palatia Jazz: Um das zu realisieren, hätte der Ortsgemeinderat dem Vertrag mit dem Veranstalter zustimmen müssen. In einer dritten, extra einberufenen Sitzung zum Thema hatte sich am Mittwoch nicht viel an der kritisierten Vereinbarung geändert. Und: Die Sponsoren waren innerhalb der vergangenen Woche abgesprungen.

Zu viel Verantwortung, zu hohe Kosten: Der Vertrag mit Palatia Jazz für ein Konzert in Dirmstein war von den Ratsmitgliedern in vorherigen Sitzungen scharf kritisiert worden. Die Aufschlüsselung von Kosten sei nicht im finalen Vertrag enthalten, erklärte der Erste Beigeordnete, Hans Scherer (CDU). Da unklar sei, wie viele Einsatzkräfte und -wagen beim Konzert vom Ordnungsamt gefordert würden, könne man die Kosten fürs Deutsche Rote Kreuz (DRK) und für die Feuerwehr noch nicht genau beziffern. Schätzungsweise kämen laut Scherer für diese Posten 1000 Euro auf die Gemeinde zu.

Entscheidung unabhängig von Sponsoren

Anders als in der Sitzung in der vergangenen Woche, in der er immer wieder betont hatte, es gebe Förderer, sagte Scherer am Mittwoch: „Es gibt keine Spender mehr, die für diesen Betrag zur Verfügung stehen würden.“ Er wolle die Entscheidung des Rats auch nicht vom Vorhandensein eines Geldgebers abhängig machen. Ruth Faber-Hedjazi (FWG) versuchte wiederholt, noch Änderungsvorschläge und Einwände bezüglich des Vertrags einzubringen. „Wir haben doch noch gar nicht über den ganzen Vertrag gesprochen, die Gemeinde ist von elf Punkten betroffen“, kritisierte sie. Über Inhalte wollte man aber nicht mehr streiten. Bürgermeister Bernd Eberle (FWG): „Wir sind heute hier, um über den Vertrag, so wie er ist, abzustimmen.“

Debatte nicht immer sachlich geführt

Dass es beim Thema Palatia Jazz nicht nur um inhaltliche Differenzen geht, wurde deutlich, als der öffentliche Teil der Sitzung unterbrochen werden musste. Jörg Jokisch (SPD) forderte, über einen Brief zu sprechen, den der Bürgermeister von Veranstalterin Yvonne Moissl erhalten und an alle Ratsmitglieder weitergeleitet hatte. Darin, so Jokisch, seien er und Faber-Hedjazi – die sich beide in der vergangenen Sitzung besonders kritisch zu dem vorgelegten Vertrag geäußert hatten – „persönlich angegangen worden“. Da Jokisch befürchtete, der Inhalt des Briefes könnte das Abstimmungsverhalten der Ratsmitglieder beeinflussen, wurde rund zehn Minuten nicht öffentlich darüber gesprochen.

Im Anschluss kam im Rat die Frage auf, warum man nicht von Anfang an einen Grundsatzbeschluss gefasst habe, ob die Gemeinde überhaupt ein Konzert wolle. Scherer erklärte, dass er das gerne gemacht hätte, aber davon abgesehen habe, weil der Rat nach seiner Einschätzung keinem Konzert zugestimmt hätte, dessen genaue Bedingungen noch unklar gewesen wären.

Nur eine Stimme dafür

Der Bürgermeister sagte, er habe nach „reiflicher Überlegung“ beschlossen, dem Rat zu empfehlen, dem Vertrag nicht zuzustimmen. Am Ende stimmte er selbst wie neun weitere Mitglieder gegen das Vorhaben. Sechs andere, darunter Scherer, enthielten sich, nur Theo Halama (FWG) stimmte dafür. „Somit findet das Palatia-Jazz-Konzert am 14. August nicht in Dirmstein statt“, resümierte Eberle.

Am Donnerstag sagte Scherer auf Anfrage, er sei weder enttäuscht noch traurig über die Abstimmung. „Die Entscheidung ist demokratisch zustande gekommen, damit ist es für mich in Ordnung.“ Der Rat habe die Entscheidung nicht übers Knie gebrochen. Bürgermeister Eberle sagte am Donnerstag, er hätte sich schon ein Konzert gewünscht, aber habe nach Abwägung der Vor- und Nachteile entschieden, dagegen zu stimmen. Einerseits, weil sich die Gemeinde die Finanzierung ohne die Sponsoren nicht leisten könne, andererseits, weil er befürchte, dass die Kerwe wenige Wochen nach dem Konzert eventuell wegen hoher Auflagen und Unsicherheiten für die Vereine nicht stattfinden könnte. Er verstehe, wenn die Mehrheit der Ratsmitglieder kein Geld für ein Konzert ausgeben wolle, während hiesigen Vereinen wegen des defizitären Haushalts keine Zuschüsse gegeben werden könnten.

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