Maikammer Alte Obstsorten für neue Streuobstwiese
Sonnenwirtsapfel, Schöner von Boskoop, Dönissens Gelbe Knorpelkirsche, Paulsbirne und Sipplinger Klosterbirne – eine neue Streuobstwiese in der Gewanne Alsterweilerer Eichelberg nahe der Kalmithöhenstraße westlich von Maikammer wurde mit 25 Jungbäumen vorwiegend alter Obstsorten angelegt. Etwas Besonderes waren die Apfelsorte Heimeldinger und die Sommerapothekerbirne (umgangssprachlich auch als „Pankratiusbirne“ bekannt), die der pfälzische Arzt und Botaniker Hieronymus Bock bereits 1539 von in seinem „Kreutterbuch“ aufgeführt hatte.
Aber auch die Kanadarenette, ein trotz des Namens ursprünglich aus Frankreich stammender Apfel, kann sich sehen lassen: Seit 1808 ist ihr Anbau für die Pfalz dokumentiert. In der kalten Jahreszeit wird die Sorte als Tafelapfel in jedem französischem Supermarkt angeboten.
Bunte Helferschar
Neueren Datums ist die Wahlsche Schnapsbirne, die vor gut 50 Jahren an einem Bahndamm bei Schwäbisch-Hall als Sämling aus achtlos weggeworfenen Resten einer verzehrten Birne entstand und von Erich Wahl entdeckt wurde. Aus ihren kleinen honiggelben Früchten kann neben einem fruchtig-süßen Saft ein Birnenbrand hergestellt werden, den Experten dank des kräftigen Fruchtgeschmacks wesentlich höher bewerten als Brände von Williams Christ.
Genauso bunt wie das Obstbaumsortiment aus einer Heidelberger Biobaumschule war die Helferschar zusammengewürfelt. Josef Lentz aus Maikammer, Matthias Dreyer aus Alsterweiler, Bruno Menneclous aus Herxheim bei Landau und Wolfgang Mildner aus Lambrecht: Als Initiator des Pflanzprojekts hatte Erich Stachel, Winzer aus Maikammer, Freunde und Bekannte gewinnen können.
Reaktivierte Obstwiesen
Ortsbürgermeister Karl Schäfer und der Erste Beigeordneten Klaus Humm (beide CDU) begleiteten die Pflanzung auf dem 1,1 Hektar großen Südhang. „Wir haben bereits im vergangenen Jahr ein Streuobstwiesenkonzept entwickelt“, erklärt Schäfer. Zwischenzeitlich seien zwischen Wald und Weinbergen auf dem Eichelberg in den 1980er-Jahren angelegte Obstwiesen reaktiviert worden. Die Flächen seien vom dichten Buschwerk befreit worden. Die Weinbergsterrassen seien so wieder zum Vorschein gekommen, sagt Schäfer. Wichtige vierbeinige Helfer für die Gemeinde seien dabei Burenziegen und Schafe gewesen. „Maikammer ist Mitglied im Cittaslow-Netzwerk, dessen Leitbilder Naturschutz und Landschaftspflege größtes Kapital für unsere Gemeinde sind“, betonte Schäfer.
Klimaresistente Bäume
Humm verwies auf ein ehedem verwildertes Grundstück mit Obstbäumen nahe der neuen Streuobstwiese, das junge Menschen im Alter zwischen zwölf bis 20 Jahren aus dem Jugendtreff Maikammer-Alsterweiler in den ursprünglichen Zustand versetzt hatten.
Nach der Pflanzung ist vor der Pflanzung: Auf der neuen Wiese sollen 15 weitere Obstbäume gepflanzt werden, teilte Erich Stachel mit. Er setzte auch eine Sipplinger Klosterbirne auf der kleinen Streuobstwiese nahe des Nickelsees bei Kirrweiler. Vorgesehen sind für den Herbst 2023 mit Mandel, Elsbeere und Speierling Baumobstarten, die aufgrund ihrer Trockenheitsverträglichkeit als Gewinner des Klimawandels gelten.
