Karlsruhe / Baden-Baden Letzte Flieger: Ab Dienstag keine Passagierflüge mehr am Baden-Airpark

Am Dienstag landet der vorerst letzte Flieger mit Passagieren: Der Baden-Airpark stellt aufgrund der Corona-Krise ebenfalls den
Am Dienstag landet der vorerst letzte Flieger mit Passagieren: Der Baden-Airpark stellt aufgrund der Corona-Krise ebenfalls den Betrieb weitestgehend ein.

Wegen der Corona-Pandemie kommt der gewerbliche Flugverkehr allmählich zum Erliegen. Am Dienstag wird die letzte Maschine der Rückholflüge landen. Der wirtschaftliche Schaden lässt sich noch nicht beziffern. Auf schätzungsweise ein halbes Jahr bleibt die Baden Airpark GmbH jedoch liquide.

Der nach Passagierzahlen zweitgrößte Verkehrsflughafen Baden-Württembergs, der Baden-Airpark südwestlich von Rastatt, sieht wegen der Corona-Krise schwierigen Tagen entgegen. Am vergangenen Donnerstag fanden noch fünf Flüge statt, die hauptsächlich im Zusammenhang standen mit den von der Bundesregierung initiierten Rücktransporten deutscher Staatsangehöriger. Sie wurden von Spanien nach Hause geholt. Auch rumänische Staatsbürger wurden vom Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden nach Rumänien ausgeflogen. Maschinen der beliebten Destination Palma di Mallorca sind dieser Tage nur in der einen Richtung nach Hause besetzt. „Jeder kehrt jetzt wieder zurück hinter seinen Zaun“, kommentiert Airpark-Geschäftsführer Manfred Jung die aktuelle und für den Reiseverkehr traurige Situation. Um die Corona-Ausbreitung einzudämmen, haben zahlreiche Länder die Grenzen für Touristen dicht gemacht. Normalerweise gingen laut Winterfahrplan etwa rund 15 Flüge ab. Am kommenden Dienstag soll die vom Auswärtigen Amt organisierte Rückholung und Heimbringung enden und damit findet dann auf dem Flughafen auch der letzte Flug mit Passagieren statt.

Fluggäste von Polizei überprüft

Passagiere aus Fliegern, die aus einem Risikogebiet kommen, werden von der Bundespolizei überprüft. Es werden für die Ankommenden die entsprechenden Formulare „Aussteigekarten für Reisende“ ausgefüllt und gegebenenfalls Tests durchgeführt. Der Flughafen muss dabei gewährleisten, dass niemand aussteigt, bevor die Bundespolizei an der Treppe auf dem Vorfeld positioniert ist. Personen, die gegen das vom Bundesinnenministerium festgelegte Einreiseverbot verstoßen, werden wieder zurückgeschickt. Vereinzelt sei auch das in den letzten Tagen vorgekommen, so Jung.

Emotionale Ausraster

Viele Fluggäste nehmen die schwierige Situation und die Kontrollen mit Fassung hin. Aber nicht alle. „Man beobachtet hier die ganze Bandbreite menschlicher Reaktionen“, sagt der Flughafen-Chef. Die einen seien froh, es doch noch nach Hause geschafft zu haben. Andere schimpfen, fühlen sich um ihre Freiheitsrechte betrogen. Auch emotionale Ausraster kämen vor, wobei sich das Flughafenpersonal auch dabei um Verständnis bemüht. „Man weiß ja nicht, welche Schwierigkeiten jemand gehabt hat, um überhaupt zu diesem Flug zu kommen“, sagt Jung. Insbesondere die letzten Marokko-Rückholungen seien für die Reisenden mit strapaziösen Verzögerungen verbunden gewesen. Ab 25. März findet nach gegenwärtigem Stand kein gewerblicher Flug mit Passagieren mehr statt. Rettungsflugwacht, Hubschrauber-Flugbetrieb, Organtransporte und Frachtflüge gehen jedoch weiter. Sie dienen der Versorgung der Bevölkerung.

Finanzieller Schaden ist unklar

Der wirtschaftliche Schaden kann derzeit nicht beziffert werden, weil noch kein Ende der Einschränkungen in Sicht ist. Der Flughafen macht während seines Notfallmodus durch den Wegfall des Passagierverkehrs enorme Verluste. Fluggebühren, Parkplatzgelder, Einnahmen des Travel value und der Gastronomien in der Lobby bleiben aus. In der Extremlage des jetzt anstehenden Aprils muss der Flughafen für seine rund 200 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit monatlich rund eine Millionen Euro aufwenden, so die Schätzung des Geschäftsführers. „Momentan haben wir eine Liquidität von sechs Millionen Euro“, so Jung. Die starken Rücklagen konnten in den zurückliegenden guten Jahren gebildet werden. Allein 2019 waren es 1,3 Millionen Passagiere und knapp drei Millionen Euro operativer Gewinn. „Davon können wir jetzt zehren“, sagt Manfred Jung, „allerdings nur etwa ein halbes Jahr.“ Dann sollte Corona überstanden sein.

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