Karlsruhe Kandel/Region: Oberrheinkonferenz soll Grenzverkehr verbessern

Die pfälzisch-badischen Fähren sind nicht an ein neues Verkehrsleitsystem angeschlossen, das es bei drei Elsässer Fähren gibt.
Die pfälzisch-badischen Fähren sind nicht an ein neues Verkehrsleitsystem angeschlossen, das es bei drei Elsässer Fähren gibt.

Pfalz, Elsass und Schweiz besser miteinander verbinden: darum geht es unter anderem der Oberrheinkonferenz. Der Rhein und die Grenzen sollen weniger als Barrieren für Güter- und Personenverkehr wahrgenommen werden – egal ob auf der Straße, der Schiene, Fähren oder beim Schiffsverkehr. Unter dem Slogan „Mobilität im Fluss“ hat man sich daher in Kandel getroffen. Mit dabei: Vertreter von Verkehrsunternehmen, diverse Gremien, Politik und Verkehrsverbünde aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland.

Remi Bertrand, Präsident des Eurodistrikts Pamina, spricht dabei eines der Vorzeigeprojekte an, das gerade in Betrieb gegangene digitale Informationssystem für die Rheinfähren Kappel/Rhinau, Drusenheim/Greffern und Seltz/Plittersdorf. Daten der drei Rheinfähren zwischen Baden und dem Elsass sollen im Internet und Handy abrufbar sein, samt Wartezeiten vor der Rheinquerung. Nicht mit im Boot sind die pfälzisch-badischen Fähren Leimersheim/Leopoldshafen und Neuburg/Neuburgweier, so Bertrand: „Die Fähren in der Pfalz wurden ebenfalls angefragt. Aber es hat sich nichts ergeben. Die Fähren im Elsass werden von staatlicher Seite betrieben, die beiden Fähren in der Pfalz von privaten Betreibern. Dort kam es leider nicht zu einer Kooperation“, schildert Bertrand den Sachstand. Evelyne Isinger, Präsidentin Kommunaler Verkehr Grand Est (Großregion Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) sieht ebenfalls in der Digitalisierung eine Chance, Verkehrsströme zu lenken: „Die Verkehrsverbindungen sind eine wichtige Herausforderung für die Entwicklung unseres gemeinsamen Lebensraums im Herzen Europas. Digitale Strategien wie E-Ticketing sind wichtige Bausteine dafür.“

Grenzüberschreitende Kooperation

Grenzüberschreitende Verbundtarife und deutsch-französisch abgestimmte Fahrpläne liegen Werner Schreiner, Präsident der Oberrheinkonferenz und Beauftragter von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, am Herzen. Dazu werden zahlreiche Projekte in der Stadthalle Kandel den Konferenzteilnehmern vorgestellt: vom Europäischen Fahrgastverband ebenso von Tarifkooperationen oder das Modell der SBB in der Nordwestschweiz, bei der S-Bahn und internationaler Schienenverkehr eng miteinander verzahnt werden. Einen großen Schritt vorwärts gibt es in der Region immerhin bei der Elektrifizierung der Schienenstrecke Rastatt/Haguenau, so Bertrand: „Bis Ende des Jahres werden wir dieses Projekt aus EU-Mitteln cofinanziert haben“, berichtet er und unterstreicht: „Es ist unbedingt nötig, diese wichtige Ost-West-Achse zwischen Baden und dem Elsass zu ertüchtigen.“

Potential in Flusskreuzschifffahrt

Sein Augenmerk auf den Rhein richtet der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). „Wie wichtig die industrielle Nutzung des Rheins ist, sieht man einmal mehr beim aktuellen Niedrigwasser“, erklärt er und verweist auf aktuelle Probleme beispielsweise der BASF beim Güterumschlag per Schiff. Viel Potenzial sieht Wissing zudem in der Flusskreuzschifffahrt: Rund 200.000 Touristen seien heute dort bereits unterwegs. Dann streift Wissing Allgemeines, das es zu verbessern gelte: den Eisenbahn- und Güterverkehr, den ÖPNV oder digitale Baustellen-Informationen. Auch Kooperationen zwischen den Rheinhäfen und dem ausgebauten Hafen Lauterbourg könnten überdacht werden. Und der aus der Südpfalz stammende Verkehrsminister nimmt auch eine weitere Zielgruppe ins Visier: „Gerade durch E-Bikes ist der Radius der Nutzer immens gewachsen. Radschnellwege können die emissionsfreie Mobilität enorm verbessern – sowohl für Radtouristen als auch Pendler“, so Wissing, der auch in Sachen Sanierung und zweite Rheinbrücke kurz das Wort an den anwesenden Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) richtet.

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