Karlsruhe Einwurf: Tacheles vom Hausherrn

Dem Hausherrn einer internationalen Konferenz obliegt es naturgemäß seine Stadt vorzustellen. So war auch der Job von Günther Tielebörger in der Stadthalle definiert. Es liegt in der Natur der Sache, dass ein jeder seine Gemeinde den Gästen möglichst positiv darstellen möchte. Tielebörger berichtete von einem gemütlichen Städtchen mit einer guten Verkehrsanbindung (natürlich sprach er auch Rheinbrücke und Lkw-Verkehr an). Aber er sprach noch an, was die Kandeler seit einiger Zeit in Geiselhaft hält. „Wir waren ein ruhiges Städtchen. Nach dem Mord an Mia war das von einem auf den anderen Tag vorbei.“ Aufmärsche von Rechtsextremen und Krawallmachern hielten die Gemeinde in Atem. „Wir werden belagert, aber wir lassen uns das nicht gefallen.“ Er sprach von heruntergelassenen Rollläden in der Einkaufsmeile, wenn der rechte Trupp regelmäßig aufzieht. „Es ist eine Mammutaufgabe, der wir uns stellen. Denn wir sind Kandel.“ Vor allem machte der Stadtbürgermeister eines – er traf genau den richtigen Ton.
