Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Mandate gleichzeitig: Ein unmöglicher Spagat

Norbert Herhammer bei seiner Nominierung zum CDU-Kandidaten für die Landtagswahl. Damals konnte er noch nicht wissen, dass bald
Norbert Herhammer bei seiner Nominierung zum CDU-Kandidaten für die Landtagswahl. Damals konnte er noch nicht wissen, dass bald die EU winkt.

Norbert Herhammer wurde direkt gewählt. Ein Wechsel nach Brüssel so kurz nach der Landtagswahl wird viele Wähler vor den Kopf stoßen.

Unverhofft kommt oft. Dass ihm plötzlich – nach drei vergeblichen Versuchen – ein Sitz im EU-Parlament in den Schoß fällt, damit konnte Herhammer im Wahlkampf nicht rechnen. Menschlich ist es daher verständlich, dass er das Mandat nicht ausschlägt, zumal sein Herz schon seit Jahrzehnten für die Europapolitik schlägt.

Doch seine Wähler im Wahlkreis Kaiserslautern dürften das anders sehen. Viele werden enttäuscht und auch wütend sein, denn Herhammer zog ja nicht über die CDU-Liste in den Landtag ein, sondern er wurde direkt gewählt, weil die Wähler ihn als Menschen überzeugend fanden und von ihm in Mainz repräsentiert werden wollten. So mancher wird nun bedauern, dass er nicht bei SPD-Kandidat Dennis Matheis sein Kreuz gemacht hat. Da dem Niederkirchener nur wenige Stimmen zum Wahlsieg gefehlt hatten, ist die jetzige Entwicklung für ihn doppelt bitter. Denn nun wird vermutlich ein hier völlig unbekannter CDU-Mann aus Weidenthal – dem äußersten Rand dieses seltsam geschnittenen Wahlkreises – nachrücken, um die Interessen der halben Stadt Kaiserslautern und zweier großer Verbandsgemeinden im Lauterer Landkreis im Landtag zu vertreten. Dass Herhammer den Spagat zwischen Brüssel und Mainz lange schafft, ist weder realistisch noch wünschenswert. Man kann nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen – und das dürfte ihm auch klar sein.

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