Kaiserslautern Zur Sache: Erinnerungen an die historische Freilichtbühne

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„Meine ersten hochdeutschen Worte habe ich dank der Freilichtbühne gelernt, mein Großvater hat dort mitgespielt“, erinnert sich Museumsleiter Alois Schneider. Der 71-Jährige verwaltet im Heimatmuseum Sickingerhöhe in Queidersbach einen Fundus, der an die Freilichtbühne, die am Falkenstein im Wald errichtet worden war, erinnert und von Postkarten über Knöpfe bis zu historischen Textbüchern der Schauspieler reicht. Gerne denkt der Kulturliebhaber daran, dass der Großvater noch nach dem Aus der Bühne dorthin zurückkehrte und seine Texte für sich im Stillen übte. „Für die Leute auf dem Dorf war das Theater eine Zuflucht. Es war einfach die Möglichkeit, dem Alltag zu entkommen“, sagt der Queidersbacher. Besonders deswegen sei es für die Dorfbewohner tragisch gewesen, als während des Nationalsozialismus nach 1933 nur noch Berufsschauspieler aus der Stadt eingesetzt wurden. „Das einfache Volk wurde sozusagen einfach weggedrängt und das Regime hat die Bühne zur Propaganda genutzt“, berichtet Schneider. Der Andrang habe zwar geschwankt, in besonders guten Jahren seien aber bis zu 4000 Besucher an Sonntagen begrüßt worden. Um diesem Ansturm gerecht zu werden, wurde mittels Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Waldweg vom Gelterswoog zum Falkenstein befahrbar gemacht. Sogar eine Überdachung für einen Teil der Besucher gab es. Die finanzielle Situation habe die Besucherzahl allerdings stark beeinflusst, da nur mit entsprechenden Mitteln die kostspieligen Kostüme gekauft werden konnten. „Retter in der Not war damals Pfarrer Julius Konrad. Er ist von Haus zu Haus gezogen, um Geld für die Freilichtbühne einzutreiben“, merkt Schneider an. Der Spielplan habe größtenteils aus heroischen Stücken bestanden, erst später seien dann auch Lustspiele ins Programm aufgenommen worden. Für Aufführungen sei die Freilichtbühne besonders aufgrund des tiefen Theatergrabens und des terrassenartigen Aufbaus geeignet gewesen. Das heißt, dass die Bühne aus mehreren Ebenen bestanden hat, die bespielt werden konnten.

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