Kaiserslautern Zur Sache: Eine sehr unwahrscheinliche Angelegenheit

Für die vergangenen zehn Jahren kann man in „www.fussball.de“, dem Internetportal des Deutschen Fußball-Bunds, nachvollziehen, dass der 1. FC Kaiserslautern und der FSV Mainz 05 im A-Junioren-Pokal des Südwestdeutschen Fußball-Verbands (SWFV) noch nie gegeneinander gelost wurden – weder im Achtelfinale, wo 16 Mannschaften im Topf sind, noch im Viertelfinale (acht Teams), noch im Halbfinale (vier Teams). Die Regelmäßigkeit, dass die beiden U19-Bundesligisten erst im Finale aufeinandertreffen, wurde in diesem Zeitraum nur zweimal durchbrochen. Der SV Gonsenheim warf 2014 Mainz 05 im Halbfinale raus und holte sich sensationell durch einen Finalsieg gegen den FCK auch den Verbandspokal. Und 2016 schoss der FK Pirmasens die Mainzer im Halbfinale raus. Kein Trainer im Südwesten, der nach den Auslosungen nicht den Kopf schüttelt oder dem nicht ein Schmunzeln übers Gesicht läuft. Geht das mit rechten Dingen zu? „Die hatten das Glück halt immer auf ihrer Seite. Aber vielleicht hat der liebe Gott ja mal ein Einsehen und durchbricht die Serie“, sagt Verbandsjugendwart Jürgen Schäfer auf Anfrage der RHEINPFALZ. Der 65-Jährige ist seit 45 Jahren für den SWFV im Jugendbereich tätig und seit 2004 Verbandsjugendwart. „Ich kann mich nicht erinnern, dass die beiden Vereine in den letzten 20 Jahren vor dem Erreichen des Endspiels schon einmal aufeinandergetroffen sind“, legt er die Glücksquote für die beiden Spitzenklubs im Südwesten noch höher. In zehn Jahren wurden 140 Paarungen gezogen, in 20 Jahren 280. Und nie gab es das Aufeinandertreffen der beiden Klubs! Die Wahrscheinlichkeit, im Lotto sechs Richtige zu haben, liegt bei 1:13,9 Millionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der FCK und Mainz 05 zehn Jahre hintereinander in keiner der Vorfinalrunden gegeneinander gelost werden, liegt – wie wir uns von Experten errechnen ließen – bei 0,04 Prozent oder 1 zu 2500. Dass es 20 Jahre hintereinander passiert, sogar nur noch bei 0,00002 Prozent oder 1:6.300.000. Schäfer geht im RHEINPFALZ-Gespräch in die Offensive: „Ich lade Sie gerne dazu ein, die Ziehung vorzunehmen.“ SWFV-Präsident Dieter Drewitz sei schon „Glücksfee“ gewesen. Auch habe der Verband mal auf „Facebook“ die Ziehung übertragen. Würden die Vereine dazu eingeladen, käme niemand. Sollte die Auslosung im nächsten Jahr, also bei der 21. Auflage, wieder so laufen, dass die beiden Giganten im Südwesten im U19-Verbandspokal nicht gegeneinander gelost werden, ist die Wahrscheinlichkeit dann übrigens etwa so groß wie ein Lottogewinn! Da kann man doch schon mal gratulieren ...
