Judo RHEINPFALZ Plus Artikel Wie sich Kaiserslautern und Speyer ergänzen

Ein paar ausgewählte Judoschüler (links Maxima Zink und Livian Hermann, rechts Emilia Nikolay und Noah Njonga) durften bei der V
Ein paar ausgewählte Judoschüler (links Maxima Zink und Livian Hermann, rechts Emilia Nikolay und Noah Njonga) durften bei der Verleihung dabei sein, als Andreas Kolbig (Dritter von rechts) Uli Scherbaum (Mitte) das Schild überreichte, das unter anderem bewirkt, dass Aydin Kempirbaevs (Dritter von links) Stelle gesichert ist.

Wo bringen wir es am besten an? Diese Frage beschäftigte alle bei der Übergabe eines Schildes, das für den Judostandort Kaiserslautern-Speyer viel bedeutet.

Der Doppelstandort wurde einer von sechs Standorten deutschlandweit, die sich Nachwuchsleistungszentrum nennen dürfen. Andreas Kolbig, Präsident des Judoverbandes Pfalz, der auch als Landestrainer arbeitet und in Speyer wohnt, freute sich, dass Kaiserslautern und Speyer dabei sind. Jeder der beiden Standorte habe seine Stärken. „Kaiserslautern hat eine lange Tradition als Stützpunkt.“ Er erinnert an die „sehr erfolgreiche Zeit“ unter Sergio Oliveira, als es mit Jasmin Külbs, jetzt Grabowski, und Alexander Wieczerzak zwei Athleten an der Weltspitze standen. Kaiserslautern schaffe mit der Eliteschule des Sport gute Bedingungen und man hoffe, dass die Arbeit weiter Früchte trägt. Die Voraussetzungen dafür schaffe neben der günstigen Konstellation mit dem Sportgymnasium in Kaiserslautern auch die Verbindung mit dem Verein, dem Judo-Sportverein Kaiserslautern, wie Jan Christmann, der Sportzweigleiter des Heinrich-Heine-Gymnasiums, betont. Christmann habe mit den Judoka in der langen Phase der Unsicherheit, wie es mit dem Judostützpunkt weitergeht, Zahlen geliefert und am grünen Tisch gekämpft, lobt ihn Eva Wenzel-Staudt, Schulleiterin des HHG. Der Erfolg stehe oder falle aber mit den Athleten. Doch darum kämpfe Uli Scherbaum, Koordinator Judo am HHG, „der Judo lebt“.

Andreas Kolbig ist froh, dass die beiden Standorte so gut zusammenarbeiten und jeder seine Stärken mit einbringet. Kaiserslautern die Verbindung mit dem Internat und Speyer die Kaderathleten, die Voraussetzungen für derlei Auszeichnungen sind. Die Geschwister Alesia und Antonia Büttner sammeln Titel, der JSV Speyer tritt in der Bundesliga an. Einmal pro Monat fahren die Speyerer nach Kaiserslautern zum Training, einmal im Monat kommen die Lauterer nach Speyer. Die Athleten beider Standorte treffen sich beim Landeslehrgang und fahren gemeinsam zu Turnieren. Kolbig: „So etwas gibt es im Rheinland nicht.“ Der Landestrainer würde sich gerade für die Rheinländer eine besser Anbindung erhoffen und freut sich, dass mit Emilia Nikolay eine Rheinländerin den Weg nach Kaiserslautern gefunden hat.

13 Stunden Training pro Woche

Nikolay ist 14 Jahre alt und kommt aus Hausen. Sie ist seit den Sommerferien des vergangenen Jahres im Internat des Heinrich-Heine-Gymnasiums – für ihr großes Hobby Judo. Zu Hause konnte sie nur zweimal pro Woche trainieren. „Ich hatte schon alles erreicht, was es dort zu erreichen gab“, erzählt Nikolay, die über ihren Trainer zum HHG gekommen ist. Er wurde früher von Aydin Kempirbaev, dem hauptamtlichen Trainer an der Schule, trainiert und verwies sie für bessere Trainingsmöglichkeiten nach Kaiserslautern.

Auf dem Sportgymnasium kann die 14-Jährige jetzt „13 Stunden pro Woche Judo trainieren“, jeden Tag betritt sie entweder die Matte für Techniktraining oder macht Krafttraining. Jeden Mittwoch fahren die Judoka vom HHG nach Speyer, um dort gemeinsam mit den lokalen Judoka zu trainieren. Für sie gibt es dort mehr Gegnerinnen, die auf ihrem Level sind. „Es ist gut fürs Training“, erklärt Nikolay.

Schulleiterin Eva Wenzel-Staudt zwinkert ihr zu und fordert sie auf, Werbung im Rheinland zu machen, damit möglichst viele Rheinländer ans HHG kommen. Das jetzt ein neues Schild hat. Doch wo soll das hin? Ans Dojo, wo es fast keiner sieht? In den Treppenaufgang im Sportbereich, der vollhängt mit Schildern. Am Ende waren sich alle einig: Das Schild wird draußen vor der Eingangstür befestigt. „Damit jeder es gleich sehen kann“, wie die Schulleiterin erklärt, die zufrieden nickt.

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