Kaiserslautern Viel Technik, wenig Elektronik

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„Trotz des miesen Wetters sind wir erstaunt über die große Resonanz“, resümierte Thomas Scheid, Vorsitzender des Opel Kadett C-Clubs, gestern zur Mittagszeit das Opel Kadett C-Treffen auf dem Parkplatz Nord der Firma Adam Opel AG in Kaiserslautern. Zum 30. Mal sammelten sich dort Autofreunde aus nah und fern.

Trotz des regnerischen Wetters am Vormittag füllte sich das Veranstaltungsgelände sehr schnell mit den legendären C-Modellen von Opel. Alle sechs Typen waren an diesem Tag in der Barbarossastadt vertreten, etliche Fahrer aus den europäischen Nachbarländern waren angereist. Ordentlich aufgereiht präsentierte der Club Fahrzeuge von Gästen, die zum Teil von weit her kamen. Darunter ein Ehepaar aus Norwegen, das auf Urlaubsfahrt Richtung Süden einen kleinen Abstecher in die Westpfalz machte und dabei seinen Kadett C in den Originalfarben Gelb-Schwarz zur Schau stellte. Das Paar fand einen Stellplatz in internationaler Umgebung, denn daneben stand eine Männergemeinschaft aus Belgien, die in den Sommermonaten gerne solche Treffen besuche, wie die Fahrer berichteten. Zu Kaiserslautern haben sie kameradschaftliche Beziehungen und hofften mit den Verantwortlichen, dass bald ein neues Veranstaltungsgelände für das jährliche Treffen gefunden werden wird. Die Benelux-Staaten waren komplett vertreten, wenn die entsprechenden Fahrzeuge auch nicht benachbart aufgereiht waren. Franzosen und Niederländer waren gestern ebenso dabei wie eine größere Fahrergemeinschaft aus der Schweiz. „Schau mal, ein Pick Up“, machte einer der rund 1000 Besucher seinen Freund auf ein blaues Fahrzeug aufmerksam. Der Kadett C ist deutlich erkennbar, aber auch die Abgrenzung zur Ladefläche, die mit einer Plane gesichert ist. „Da steckt viel Arbeit drin und der Wagen ist unvergleichbar“, erläuterte ein Betrachter, der die präzise Ausführung lobte. Die Sonderausführungen hatten es hauptsächlich den Bastlern angetan. Daneben gab es die Gruppe der Gäste, die sich mehr den Motoren und deren Pflege widmete. „So blank habe ich noch keinen Motor gesehen“, umschrieb ein typischer Opel-Fan seinen Eindruck zum Leistungsteil. Der Blick unter die Motorhaube hat sich gelohnt. „Viel Technik und wenig Elektronik“, sagte der Kraftfahrzeugmechaniker, der an solchen Fahrzeugen schon viel geschraubt hat und kein allzu großer Freund der modernen Technik ist. Die Bandbreite der gezeigten Autos reichte vom einfachen Familienauto bis hin zum Rennsportfahrzeug. Das Staunen war groß, als ein Deutscher Rallye-Meister auf das Veranstaltungsgelände einbog. Georg Berlandy aus Stromberg, Meister dieses Sports im Jahr 2013, lenkte einen Kadett C in Rallyeausführung in den für ihn vorgesehenen Standplatz. Kaum aus dem Fahrzeug ausgestiegen, galt es für den Rallyepiloten, die vielen Fragen der Opel-Fans zu beantworten. „Gerne bin ich hier nach Kaiserslautern gekommen um die tollen Fahrzeuge zu sehen und mit den Menschen zu sprechen“, begründete der mehrfache Klassen- und Gesamtsieger im Rallyesport sein Kommen. Den Satz „Darf ich sie mal was fragen“, konnte er an diesem Sonntag mehrfach hören, bereitwillig gab er Auskunft und Tipps. Nicht weniger interessant war der Kadett C von Dieter Oßwald, ein Slalom- und Bergrennfahrzeug. Auch hier wollten die Fans Hubraum und Leistung wissen und wo das eigene Vehikel noch verbessert und schneller gemacht werden könnte. Auffallend war, dass etliche Besucher jünger waren als die Fahrzeuge selbst. „Der Kadett C ist Kult“, erklärte eine Gruppe junger Menschen ihren Besuch. „Das muss man gesehen haben, da steckt viel Technik drin und der Kadett C ist nicht nur ein Aushängeschild für Opel, sondern spiegelt eine Zeitepoche wieder“, fügte sein Kollege hinzu. Auch der Opel Buick ließ die Herzen der Kadett-Fans höher schlagen: Ein in Amerika gebauter Opel in Anlehnung an den Kadett C, der nun nach Deutschland importiert wurde. Mit dem Treffen war auch ein Teilemarkt verbunden, bei dem neue Teile verkauft wurden. Daneben gab es viele Benzingespräche und für so manchen Gast ein Wiedersehen. „Wir ziehen von C-Treffen zu C-Treffen“, erzählte ein Gast aus Südbaden, der die Kaiserslauterer Veranstaltung lobte. „Was ist denn eine D-Mark?“, fragte derweil ein kleiner Junge seinen Vater. Dieser hatte gerade eine am Seitenfenster klebende Rechnung aus dem Jahr 1978 gelesen, wonach der Opel Kadett C mit Zeituhr, Ablagefach, Sportsitze und Sperrdifferential 13.872 Mark gekostet hatte. (llw)

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