Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Vertreter von CDU und SPD plädieren für spezielles Ferienprogramm in Corona-Zeiten

Sechs Wochen Ferien können lang sein.
Sechs Wochen Ferien können lang sein.

Die Corona-Krise macht die Sommerferien anders. Deshalb fordern die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU im Stadtrat ein alternatives Programm für Kinder.

„Es wird für viele Familien schwierig sein, die Betreuung ihrer Kinder während der gesamten Sommerferien zu gewährleisten“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Rahm. Deshalb schlägt er eine „Lautrer Sommerferien-Akademie“ vor. „Wir schlagen vor, möglichst an allen Grundschulstandorten ein festes Betreuungsangebot mit festen Betreuungszeiten über zwei bis drei Wochen hinweg anzubieten.“ In einer Sommerferien-Akademie könnten viele Kinder aus Kaiserslautern vergangene Unterrichtsinhalte aufarbeiten oder wiederholen und Selbstbewusstsein tanken, so Rahm. Das könne auch dazu beitragen, dass niemand durch die Schulschließungen in Gefahr gerate, schulisch abgehängt zu werden. „Mit einem guten Mix aus Lernen und Freizeitangebot werden sowohl Bildung als auch Ferienspaß und Betreuung miteinander verbunden. Die Finanzierung könnte teilweise über das Bildungs- und Teilhabepaket erfolgen. Auch die Möglichkeit einer Finanzierung über das Soforthilfegeld des Landes an die Stadt sollte geprüft werden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der SPD. Gerade auch Kinder seien Leidtragende in dieser Ausnahmesituation, in der sie weder Schule, Verein noch Spielplatz besuchen könnten.

Sommerferien-Akademie Thema

Rahm kann sich vorstellen, in einer Lautrer Sommerferien-Akademie freiberuflichen Kräften, Künstlern, Musikern, Solo-Selbständigen und Studenten, die in den vergangenen Wochen massive Verdienstausfälle hatten, eine Arbeitsmöglichkeit über den Sommer anzubieten.

Auch die CDU fordert die Stadt Kaiserslautern auf, schnellstmöglich Vorbereitungen zu treffen, dass im Falle weiterer Öffnungen den Kindern eine Alternative zu ihrem bisherigen Alltag geboten werden kann. „Das betrifft insbesondere die Öffnung von Spiel- und Sportplätzen, der Schwimmbäder und weiteren Freizeiteinrichtungen. Auch die Betreuung von Plätzen und Ferienprogrammen gilt es zu koordinieren“, fordert CDU-Fraktionschef und Kreisvorsitzender Michael Littig. Die Bürger müssten informiert werden, welche Möglichkeiten ihnen und ihren Kindern in den Ferien zur Verfügung stehen. Die Organisation eines an die Situation angepassten Sommerprogramms für Kinder sei dringend erforderlich. „Ziel muss es sein, in Zusammenarbeit mit Vereinen, sozialen Einrichtungen, Kirchen und anderen gemeinnützigen Organisationen ein solides Konzept zu entwickeln. Auch über die Sommerferien hinaus müssen die Kinder und deren Familien mit Ideen und Möglichkeiten für die aktive Freizeitgestaltung versorgt werden“, so Littig.

Viele Institutionen gefordert

Der CDU-Politiker betont: „Die Ausstattung beispielsweise mit Mundschutzmasken sowie die Sicherung aller möglichen Maßnahmen zum Gesundheitsschutz für Kinder und Betreuer hat hierbei oberste Priorität. Im Idealfall werden viele Kaiserslauterer mobilisiert - sowohl öffentliche Institutionen, Firmen und Bürger - und alle sorgen gemeinsam in dieser schwierigen Zeit für ein lebendiges Kaiserslautern.“ Littig sieht die Politik in der Verantwortung, Eltern und vor allem die Kinder nicht alleine zu lassen. „Hier gilt es aktiv zu werden und alles in Bewegung zu setzen, um Aktivitäten zur Betreuung und Beschäftigung von Kindern in Kaiserslautern anzubieten.“

Die SPD-Stadtratsfraktion hat nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit der Stadtverwaltung über ein Ferienprogramm geführt. „Eine große Anzahl an Familien wird auf eine verbindliche Betreuung angewiesen sein“, versichert Rahm.

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