Kaiserslautern Theater-Gala in Zeiten des Terrors

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„Der Faust“ ist für Theaterschaffende so etwas wie der Bambi für TV-Promis. Bei einer Gala präsentierte sich die Zunft am Samstagabend im Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken. Doch der Terror in Paris warf seine Schatten über die Veranstaltung.

Wegen des Terrors im benachbarten Frankreich dachten die Theatermacher am Samstagmittag darüber nach, die Gala zur Verleihung des Theaterpreises „Der Faust“ in Saarbrücken spontan abzublasen. Doch dann entschieden sie anders: „Das wäre ein zutiefst resignatives und absolut falsches Signal gewesen“, sagte die Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler, am Abend. Vor Eröffnung der Gala für den Theaterpreis gedachten die rund 800 Gäste im Saarländischen Staatstheater bei einer Schweigeminute der Opfer der Pariser Anschläge. „Der Faust“ 2015 wurde in neun Kategorien vergeben. Die undotierte Auszeichnung geht an Kulturschaffende, deren Arbeit wegweisend für das deutsche Theater sei. Sie wird von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, dem Deutschen Bühnenverein und einem jährlich wechselnden Bundesland vergeben. Für sein Lebenswerk wurde der österreichische Opernsänger Franz Mazura geehrt, dessen Karriere untrennbar mit dem Mannheimer Nationaltheater verbunden ist. Mazura lebt in Edingen-Neckarhausen. In ihrer Laudatio würdigte Regisseurin Andrea Moses den 91-Jährigen „als größten Sängerdarsteller“, den sie bisher erlebt habe. Mazura bezeichnete sie als „Weltstar“, der „normal“ geblieben und auch in seinem hohen Alter noch „unglaublich wach“ sei. Breth selbst erhielt übrigens auch einen Preis. Sie wurde für ihre Inszenierung der Oper „Jakob Lenz“ von Wolfgang Rihm in Stuttgart ausgezeichnet. Den „Faust“ für die beste Regie im Schauspiel konnte Jette Steckel vom Thalia Theater in Hamburg entgegennehmen. Sie verband den Preis mit der Hoffnung, dass sie auch in Zeiten knapper Kassen „ineffizient, massenuntauglich, aber frei“ bleiben könne. Als beste Sängerdarstellerin wurde Barbara Hannigan für ihre eindrucksvolle Verkörperung der Marie in Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ an der Bayerischen Staatsoper in München ausgezeichnet. Harald B. Thors Bühnenbild für diese Produktion erhielt zudem einen Preis. Und auch die beste Schauspielleistung kommt aus München. Einen „Faust“ erhielt Bibiana Beglau für ihre Mephisto-Darstellung in einer Inszenierung von Goethes „Faust“ am Bayerischen Staatsschauspiel. Als beste Choreographin wurde Bridget Breiner ausgezeichnet, als beste Tänzerin Alicia Amatriain. Der „Faust“ für eine Regiearbeit im Kinder- und Jugendtheater ging an Tim Etchells und Robin Arthur. (dpa/pom)

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