Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Tödlicher Unfall auf der A6: Noch keine Klarheit über Identität der Opfer

Bei dem Unfall auf der A6 wurden drei Menschen getötet.
Bei dem Unfall auf der A6 wurden drei Menschen getötet.

Zu dem Unfall auf der A6 in der Nacht auf Sonntag sucht die Polizei weiterhin Zeugen. Die Identität der drei Toten steht noch nicht fest.

[aktualisiert 15.48 Uhr] An dem Unfall auf der A6 waren zwei Fahrzeuge beteiligt, die vollständig ausbrannten. Die drei Insassen eines VW Golf konnten nur noch tot geborgen werden. Der mutmaßliche Fahrer des Audi S8 wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Er hat dieses inzwischen wieder verlassen. Laut Polizei hat der 46-Jährige teilweise Angaben zur Sache gemacht, die jetzt überprüft würden. Er werde inzwischen von einer Verteidigerin vertreten und mache aktuell von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Der Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Enkenbach-Alsenborn und Kaiserslautern-Ost in Fahrtrichtung Saarbrücken war wegen der Unfallaufnahme fast sieben Stunden lang gesperrt. Die Identität der Toten steht laut Polizei zurzeit noch nicht zweifelsfrei fest. Eine Obduktion ist angeordnet worden. Die gerichtsmedizinische Untersuchung soll Aufschluss über die Identität und Todesursache geben. Aus Rücksichtnahme gegenüber Angehörigen werden keine Angabe zum Alter und Geschlecht der Unfallopfer gemacht, so Bernhard Christian Erfort, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz, am Montagmorgen. Auch zum Autokennzeichen der beteiligten Fahrzeuge – ein schwarzer Audi S8 und ein schwarzer VW Golf – machte der Polizeisprecher keine Angaben. Eine Ermittlungsgruppe der Polizei ist dabei, den Hergang des Unfalls, der sich gegen 23.10 Uhr ereignet hat, zu rekonstruieren. Die Unfallfahrzeuge – zwei Autos mit Verbrennungsmotor – wurden sichergestellt. Spezialisten der Spurensicherung und ein Sachverständigeruntersuchen die Wagen.

Es hätten sich bereits einige Zeugen gemeldet. Trotzdem sei die Polizei nach wie vor an jedem Hinweis interessiert. „Wem ist in der Nacht zum Sonntag auf der A6 in Fahrtrichtung Saarbrücken ein schwarzer VW Golf aufgefallen? Wer kann Hinweise zur Fahrweise der Fahrzeuge geben?“, so Erfort. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0631/369-11899 zu melden.

Helfern bietet sich unübersichtliches Bild

Die zwei Fahrzeuge waren aus bisher ungeklärter Ursache in Brand geraten. Den Helfern der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn, die gegen 23.30 Uhr alarmiert wurde, zeigte sich zunächst ein unübersichtliches Bild, schildert der stellvertretende Wehrleiter Heiko Becker, die Situation in der Nacht. „Es war ein recht großes Trümmerfeld, zwei Fahrzeuge brannten vollständig aus“, berichtet der Einsatzleiter. „Es war klar: Wenn da noch Personen drin sind, dann gibt es keine Chance.“ Ein Rettungsdienstfahrzeug sei zufällig in der Nähe gewesen und gab erste Informationen an die Feuerwehr. In dem brennenden Golf waren drei Insassen, zwei vorne, einer auf dem Rücksitz. „Das Auto war stark deformiert, so dass die Insassen, vor allem die Person hinten, sehr wahrscheinlich durch den Aufprall gestorben sind“, so der Einsatzleiter.

Während der Rettungsarbeiten mussten Tausende Verkehrsteilnehmer die Nacht über in ihren Fahrzeugen ausharren. Der Streckenabschnitt zwischen den Anschlussstellen Enkenbach-Alsenborn und Kaiserslautern-Ost war bis etwa 6 Uhr gesperrt. Helfer der Katastrophenschutzeinheit der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Enkenbach-Alsenborn versorgten die Wartenden unter anderem mit Getränken.

Warum wurde Verkehr nicht abgeleitet?

Kritik von Verkehrsteilnehmern gibt es, weil die Polizei den Verkehr nicht wie bereits in anderen Fällen geschehen, gegen die Fahrtrichtung von der Autobahn abgeleitet hatte. Polizeisprecher Erfort erläutert, warum sich die Polizei gegen die Maßnahme entschieden hatte. „Bei diesem Szenario hätten die Fahrzeuge nach Anweisung der Kollegen einzeln vom hinteren Stauende her wenden müssen und dann in einem spitzen Winkel verkehrt herum über die Abfahrt Enkenbach-Alsenborn fahren müssen“, erläutert Erfort den Ablauf. Solche Wendemanöver zu koordinieren sei sehr aufwendig und für so eine hohe Anzahl von Fahrzeugen, wie im Fall des Unfalls auf der A6, gar nicht durchführbar. Da einige Fahrzeugführer schon selbstständig – unerlaubt – gewendet hätten, sei es nicht mehr möglich gewesen, den Verkehr koordiniert abzuleiten. Weitere Gründe seien auch die Länge des Staus und die unübersichtliche Streckenführung in einer Kurve gewesen. „In diesem Fall ging Sicherheit vor“, so Erfort.

Die Heidelberger Rechtsmedizinerin Kathrin Yen erklärt, wie Verstorbene nach Unfällen oder Bränden identifiziert werden.

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