Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Straßenbeleuchtung: Durch LED-Technik spart Kaiserslautern viel Geld

Bau- und Umweltdezernent Manuel Steinbrenner (Zweiter von links) hält eine der neuen LED-Leuchten in Händen, Arno Schönau, Abtei
Bau- und Umweltdezernent Manuel Steinbrenner (Zweiter von links) hält eine der neuen LED-Leuchten in Händen, Arno Schönau, Abteilungsleiter Straßenbeleuchtung, eines der Auslaufmodelle. Christopher Müller und Florian Merker von der Pfalzwerke Netz AG, sowie Klimaschutzmanagerin Julia Merscher sind beim Projekt mit im Boot.

Über 1500 Straßenleuchten werden auf LED-Technik umgestellt. Dadurch spart Kaiserslautern den Stromverbrauch von 200 Vier-Personen-Haushalten ein – und nicht nur das.

750 neue Bäume, 750 Quadratmeter Fläche entsiegeln, 750 Tonnen CO2 einsparen – zum 750. Stadtjubiläum hat sich das Bau- und Umweltdezernat etliche 750er-Ziele gesetzt. Darunter auch die Umrüstung von 750 Straßenleuchten auf LED-Technik – vermutlich schon im Wissen, dass die Stadt zumindest dieses Ziel weit übertreffen wird. Denn über das Kommunale Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (Kipki) standen rund eine Million Euro für neue LED-Leuchten parat: 1533 Straßenlampen können so auf LED-Technik umgestellt werden, ohne dass die Stadt auch nur einen Euro dazu zahlen muss. Das selbstgesteckte Ziel hat Kaiserslautern also doppelt erfüllt. Und „die Umrüstung hätte sich auch gelohnt, wenn die Stadt das Geld selbst in die Hand genommen hätte“, sagt Bau- und Umweltdezernent Manuel Steinbrenner (Grüne). Denn durch die neue Technik reduziert sich der Stromverbrauch der Stadt erheblich. Drei Millionen Kilowattstunden pro Jahr muss die Stadt für die Straßenbeleuchtung aufwenden. Durch die rund 1500 LED-Leuchten fallen nun 675.000 Kilowattstunden weniger an. Dadurch spart die Stadt 200.000 Euro an Stromkosten. „Die Maßnahme hätte sich also schon nach fünf Jahren amortisiert“, erklärt Steinbrenner. Die Umrüstung sei gut fürs Klima, gut für die Umwelt und gut fürs Stadtbild. Denn man spare jährlich 400 Tonnen CO2, die neuen Leuchten reduzierten die Lichtverschmutzung, seien also insektenfreundlich und erhellten die Umgebung in einem angenehmen warmweißen Licht, so der Beigeordnete.

Über 17.000 Leuchten in der Stadt

Die 1500 Leuchten sind indes nicht die ersten, die die Stadt auf LED-Technik umstellt, erinnert Arno Schönau, Abteilungsleiter Straßenbeleuchtung. Rund 17.000 Straßenleuchten gebe es in der Stadt, etwa zwei Drittel seien bereits umgerüstet. 2009 habe die Stadt bei einem Bundeswettbewerb gewonnen, 2010 seien dann zahlreiche Leuchten erneuert worden. „Die haben über 15 Jahre auf dem Buckel, die rüsten wir jetzt schon wieder um“, so Schönau. Die etwa 1500 Leuchten aus der Kipki-Förderung werden allerdings dort angebracht, „wo wir noch die älteste Beleuchtung haben“, sagt der Abteilungsleiter. So wurden beispielsweise die Straßenlaternen in der Uni-Wohnstadt umgestellt, die 50 bis 60 Jahre alt waren, also noch aus der Entstehungszeit des Quartiers stammten. Die neuen Leuchten verbrauchen 82 Prozent weniger Strom als die alten Quecksilberdampflampen, die teils noch verbaut waren.

Teils 50 Jahre alt, aber im Inneren noch wie neu: Die Straßenleuchten, die nun durch LED-Technik ersetzt werden.
Teils 50 Jahre alt, aber im Inneren noch wie neu: Die Straßenleuchten, die nun durch LED-Technik ersetzt werden.

Umgesetzt hat die Stadt das Projekt mit der Pfalzwerke Netz AG. Mit ein bis drei Teams à zwei Personen hat das Unternehmen etwas über acht Wochen gebraucht, um etwa 90 Prozent der rund 1500 Leuchten zu tauschen, wie Christopher Müller, der technische Projektleiter, und Florian Merker, der kaufmännische Projektleiter, erläutern. Der Austausch dauere pro Laterne lediglich rund 20 Minuten.

„Kein Diskoeffekt in stark befahrenen Straßen“

Die Leuchten seien zudem vorbereitet, um smart zu funktionieren, erklärt Schönau. Zwar konnte man auch bei den alten Leuchten die Lichtleistung reduzieren. Die neuen LED-Fabrikate lassen sich aber zwischen einem und 100 Prozent exakt programmieren, wie hell sie sein sollen, so Schönau. Außerdem können sie so gesteuert werden, dass sie nur angehen, wenn sie gebraucht werden. „Wir wollen natürlich keinen Diskoeffekt in stark befahrenen Straßen, dort werden sie permanent anbleiben“, sagt Steinbrenner. Bei sporadischem Verkehr könne man sie allerdings immer wieder ausschalten.

Wie die städtische Klimaschutzmanagerin Julia Merscher erläutert, sei die Umrüstung der Straßenbeleuchtung eines von 16 Teilprojekten bei der Kipki-Förderung. Abgeschlossen sei beispielsweise bereits die Umgestaltung des Schulhofes des Gymnasiums am Rittersberg, das Projekt RB Green.

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