Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ostermarsch an Karsamstag: Aufruf zu Frieden in der Welt und ein Rekord

Zum Ostermarsch an Karsamstag kamen laut Veranstalter rund 170 Teilnehmer.
Zum Ostermarsch an Karsamstag kamen laut Veranstalter rund 170 Teilnehmer.

„Frieden ermöglichen. Verhandeln statt schießen. Abrüsten statt Aufrüsten“, war das Motto des Ostermarschs, zu dem die Friedensinitiative Westpfalz (FIW) eingeladen hatten.

Am Ostermarsch beteiligten sich unter anderem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, die Naturfreunde, Frauen wagen Frieden, das Sozialforum, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner (DFG-VK) Pfalz sowie die Linke und die DKP aus Kaiserslautern.

Zug durch die Innenstadt vom Schillerplatz aus

Nach Angabe der Veranstalter folgten rund 170 Menschen dem Aufruf und beteiligten sich am diesjährigen Ostermarsch, Klaus Wirtgen von der FIW sprach von einer Rekordbeteiligung in der Geschichte der Lautrer Ostermärsche. Nach einer kurzen Auftaktkundgebung mit Friedensworten zog der Demonstrationszug vom Schillerplatz aus durch Teile der Fußgängerzone zurück zu seinem Startpunkt zu einer Kundgebung, in deren Verlauf die Redner nicht nur aktuelle Kriege in der Ukraine, in Palästina und im Iran thematisierten, sondern zum Teil auch harsche Kritik an der Haltung der Bundesregierung sowie der Wehrpflicht äußerten.

Ebenso beeindruckend wie erschütternd waren zu Beginn der Abschlusskundgebung auf dem Schillerplatz die Schilderungen von Lilith Abu Labadeh, einer jungen Frau aus der Stadt mit palästinensischen Wurzeln, die unter anderem über einen Besuch in Palästina berichtete, den Repressalien, die sie und ihre Familie dort ausgesetzt waren und auch darüber, welches Misstrauen ihr in Deutschland als Palästinenserin entgegenschlägt: „Die Hamas repräsentieren nicht das palästinensische Volk als Ganzes“, betonte die 19-Jährige.

Stefan Glander, Linken-Stadtrat in Kaiserslautern, sprach sich klar gegen eine Wehrpflicht in Deutschland aus und kritisierte scharf die Regelungen im neuen Wehrdienstmodernisierungsgesetz, nach denen jeder deutsche Mann zwischen 17 und 45 Jahren das Land nur mit Genehmigung der Bundeswehr verlassen dürfe, sofern er länger als drei Monate im Ausland bleiben will.

Glander: Nein zur Wehrpflicht in Deutschland

Achim Müller von den Naturfreunden wies auf die Beratungsmöglichkeiten für Kriegsdienstverweigerer durch die Naturfreunde und die DFG-VK hin und ermunterte junge Menschen in Deutschland, sich gegen die Wehrpflicht zu entscheiden.

Dave Koch vom Sozialforum machte deutlich, dass Investitionen des Staats in die Rüstung „stets zu Lasten der ärmeren Bevölkerung gehen“ und sprach sich vehement gegen Kürzungen im sozialen Bereich aus. Koch ging weiter auf eine der wesentlichsten Botschaften im Grundgesetz der Bundesrepublik ein, nach der von deutschem Boden aus nie wieder Krieg in die Welt getragen werden dürfe und kritisierte in diesem Zusammenhang „die passive Haltung der Bundesrepublik gegenüber den Vereinigten Staaten, die einen Großteil ihrer militärischen Aktivitäten im mittleren Osten über die Ramstein Air Base als Relaisstation“ abwickelten. „Spanien macht uns vor, wie man sich erfolgreich gegen die US-Administration stellen kann“, sagte er.

Auch Klaus Wirtgen forderte die Schließung der Air Base in Ramstein, nachdem „der völkerrechtswidrige Angriffskrieg gegen den Iran“ im Wesentlichen von Ramstein aus unterstützt werde. Ein derartiger Rechtsverstoß konterkariere das friedliche Zusammenleben der Völker, sagte Wirtgen und betonte, dass die aktuelle Aufrüstungsspirale und die Kriege in der Welt den Klimawandel befeuerten, der das existenzielle Problem der Menschheit sei.

Für die musikalische Umrahmung der Kundgebung auf dem Schillerplatz sorgte schon traditionell Norbert Christmann am Saxophon.

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