Adventskalender RHEINPFALZ Plus Artikel „Nigh Bethlehem“: Das nachhaltige Geschenk einer amerikanischen Familie

Läuft jedes Jahr zum Christbaumschmücken und Plätzchenbacken: Die Weihnachtsliederplatte der „The Singers Unlimited“.
Läuft jedes Jahr zum Christbaumschmücken und Plätzchenbacken: Die Weihnachtsliederplatte der »The Singers Unlimited«.

Hinter den Türchen des Adventskalenders verbergen sich in diesem Jahr weihnachtliche Lieder. Heute geht es um ein klanggewaltiges A-cappella-Stück.

„Nigh Bethlehem“ lautet der Titel des Lieds, das für mich untrennbar mit der Weihnachtszeit verbunden ist. Es begleitet mich schon seit meiner Kindheit. In den 70er Jahren gab es am Ort meiner Eltern gute Kontakte zu den Amerikanern. Die Air Base in Sembach lag nur wenige Kilometer entfernt und viele Angehörige der US-Streitkräfte wohnten in den Dörfern ringsherum. 1995 wurde der US-Militärflughafen geschlossen. Meine Mutter hatte seinerzeit eine Schallplatte mit Weihnachtsliedern von einer befreundeten amerikanischen Familie geschenkt bekommen, auf dem dieses Lied zu finden ist. Sie lief und läuft bei uns immer in der Vorweihnachtszeit, bevorzugt beim Plätzchenbacken und morgens an Heilig Abend beim Baumschmücken.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via YouTube.

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Eingängig, aber nicht abgedroschen

Die Vokalgruppe „The Singers Unlimited“ um Gene Puerling hatte die Platte 1972 veröffentlicht und interpretierte darauf klassische, aber auch weniger bekannte Weihnachtslieder. „Nigh Bethlehem“ gefällt mir am Besten. Die Melodie ist eingängig, aber nicht so abgedroschen: Das liegt vermutlich daran, dass der Song bei uns nicht so bekannt ist. Die A-cappella-Gruppe hat einen unverwechselbaren Stil, was den Vokalarrangements von Gene Puerling zugeschrieben wird, die sich durch eine filigrane Stimmführung auszeichnen. Zudem kam bei der aufwendigen Studioproduktion eine damals äußerst seltene 16-Spur-Tonbandmaschine zum Einsatz. Diese sorgte für ein großes Klangvolumen des Vokalquartetts.

Song wurde als Weihnachtsgruß verschickt

Der Ursprung des Lieds reicht allerdings schon in die 1940er Jahre in den USA zurück: Es ist eins von 15 Weihnachtsliedern, die der US-amerikanische Jazzmusiker und Komponist Alfred Burt erschuf. Burt, der 1920 in Michigan als Sohn eines Reverends der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika, geboren war, griff eine Tradition seines Vaters auf: Er schrieb jedes Jahr ein Weihnachtslied und verschickte es als Weihnachtskarte an Freunde und Bekannte. Erst nach Burts Tod wurden diese Lieder einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Inhaltlich beschreibt das Lied die Verkündigung der Geburt Jesu an die Hirten. Es gibt die Stimmung in der eisig kalten Nacht, in der die Engel Hoffnung, Mut und Zuversicht geben, gut wieder, finde ich.

Adventskalender

In diesem Jahr befasst sich die Lokalredaktion mit der musikalischen Untermalung der besinnlichsten Zeit des Jahres und liefert ganz persönliche Sichtweisen auf Weihnachtslieder. Die Auswahl ist natürlich streng subjektiv.

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