Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Nadelöhr Elf-Freunde-Kreisel beschäftigt die Politik

Besonders bei Riskiospielen kommt es am Elf-Freunde-Kreisel immer wieder zu Konflikten zwischen Fans und der Polizei.
Besonders bei Riskiospielen kommt es am Elf-Freunde-Kreisel immer wieder zu Konflikten zwischen Fans und der Polizei.

Die Lage des Fritz-Walter-Stadions ist aufgrund der Zuwegung problematisch, immer wieder kristallisiert sich der Elf-Freunde-Kreisel bei Heimspielen des 1. FCK als Nadelöhr heraus. Jetzt will sich die Kommunalpolitik des Themas annehmen. Die RHEINPFALZ hat bei der Polizei nachgehakt.

Fan-Gruppen hatten die Situation rund ums Stadion sowie die Zu- und Abgänge schon öfter thematisiert. „Insbesondere bei Fußballspielen sind aufgrund der räumlichen Situation umfangreiche präventive Maßnahmen zur Trennung der Teilnehmergruppen erforderlich. Das hohe Zuschaueraufkommen führt zu schwierigen Situationen, die nicht nur die Besucher, sondern auch Anwohner belasten“, sieht jetzt auch die CDU-Fraktion im Stadtrat Handlungsbedarf. Beim Abgang entlang der Löwenburg seien die Menschen öfter „weit über eine Stunde eingesperrt, Fluchtmöglichkeiten bestehen nicht. Toiletten sind nicht zugänglich“, formuliert es die CDU-Fraktionsvorsitzende Ursula Düll. Die Stadtverwaltung soll deshalb prüfen, welche organisatorischen oder baulichen Möglichkeiten denkbar sind, um die Situation zu verbessern. Dabei sollten alle beteiligten Organisationen eingebunden werden.

Auf die Frage, welche Maßnahmen am Elf-Freunde-Kreisel helfen könnten, erklärte Stadtsprecherin Sandra Zehnle: „Die Situation und die Sperrungen sind im Zusammenhang mit den infrastrukturellen Gegebenheiten wie der Lage des Stadions und des Bahnhofs zu sehen und leider teilweise dem Verhalten einzelner gewaltbereiter Fans geschuldet. Wenn wir uns als Stadt etwas wünschen könnten, dann eine Änderung des Verhaltens genau dieser Fans im Sinne eines friedlichen Miteinanders.“ Zehnle informiert, dass zu Beginn jeder Saison und vor Risikospielen regelmäßig Besprechungen mit Vertretern der Landes- und Bundespolizei, der Ordnungs- und Straßenverkehrsbehörde, Feuerwehr und Katastrophenschutz, dem 1. FCK, Rettungsdiensten, mit den Stadtwerken sowie dem Fan-Projekt stattfinden.

Polizei für zusätzlichen Haltepunkt

Polizei-Sprecherin Christiane Lautenschläger erklärte auf Anfrage, als bauliche Maßnahme würde sich aus polizeitaktischer Sicht ein zusätzlicher Haltepunkt der Deutschen Bahn in der Kohlenhofstraße anbieten. „Die Gästefans, die in Zügen anreisen, könnten dann beispielsweise über die Kantstraße direkt in den Bereich der Osttribüne des Fritz-Walter-Stadions geleitetet werden, ohne dass eine Kreuzung der Fanströme im Bereich des Elf-Freunde-Kreisels erfolgen müsste.“

„Bislang keine Angriffe auf Polizeibeamte“

Laut der Sprecherin muss der Elf-Freunde-Kreisel vor und nach den Spielen des 1. FCK für den motorisierten Verkehr gesperrt werden, um die Sicherheit der Fans zu gewährleisten, die den Kreisel zu Fuß passieren. Der jeweilige Zeitpunkt der Kreisel-Schließung hänge vom tatsächlichen Fußgängeraufkommen ab und werde jeweils aktuell anhand der Situation vor Ort entschieden. Eine kurzfristige Sperrung des Elf-Freunde-Kreisels für Fußgänger erfolgte in der laufenden Saison 2023/2024 bislang lediglich bei zwei Heimspielen des 1. FCK. „Bei allen anderen Spielen, darunter auch beim DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln bei ausverkauftem Stadion, erfolgte keine Sperrung“, so Lautenschläger. Grundsätzlich sei eine Sperrung des Kreisels für Fußgänger nur dann erforderlich, wenn bestimmte Fangruppierungen des Gastvereins mit dem Zug anreisen und diese nicht auf ihrem Weg zwischen Bahnhof und Stadion auf bestimmte Fangruppierungen des Heimvereins treffen sollen.

In der Saison 2023/2024 gab es der Polizei zufolge im Bereich des Kreisels bislang keine Angriffe auf Polizeibeamte. Vereinzelt komme es aber zu Unmutsbekundungen. In diesen Fällen versuchten die Polizeibeamten vor Ort den Grund für die Sperrung zu erklären. Dazu seien auch regelmäßig Lautsprecherwagen im Einsatz. Ein Verlassen des Stadions vor oder nach Spielende sei sowohl den Heim- als auch den Gästefans jederzeit möglich, so die Polizei. „Mit einem kleinen Umweg über die Kant- und Barbarossastraße besteht jederzeit die Möglichkeit, den Haupteingang des Bahnhofs zu erreichen, ohne am Kreisel warten zu müssen.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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