Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Nachruf: Der Saarländische Gitarrenvirtuose Guido Allgaier ist gestorben

Guido Allgaier  Foto: Girard
Guido Allgaier

Eine Nachricht, die alle Freunde der Kaiserslauterer Konzertreihe „Nuit de la Chanson“ und Gitarrenfans schockieren wird, meldete Kammgarn-Chef Richard Müller: Der Saarbrücker Gitarrenvirtuose Guido Allgaier ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Alter von 63 Jahren plötzlich gestorben.

Bekannt war der großartige Musiker auch in der Westpfalz und insbesondere in Kaiserslautern. Als Bandleader begeisterte er seit vielen Jahren sein Publikum in der Reihe „Nuit de la Chanson“ im Cotton Club, wo er die Songs mit melodiösem, facettenreichem Spiel und warmen, erdigen Akzenten bereicherte. Auch war er Mitglied der Band des Lothringer Liedermachers Marcel Adam, und mit dessen Sohn Yann Loup ist er im Duo aufgetreten. Und auch bei den Sommerkonzerten auf dem Bremerhof war ein gern gesehener Gast, wo er gerade erst am vergangenen Donnerstag mit der Formation Mamasaid mit der Sängerin Anisha aufgetreten ist.

Das Musikinteresse wurde dem 1956 in der Schweiz Geborenen schon von seiner Mutter in die Wiege gelegt. Diese war damals begeisterter Blues-Fan und sorgte dafür, dass ihr Sohn mit viel Musik aufwuchs. So kam es, dass Guido mit neun Jahren zu Weihnachten eine Gitarre bekam. Schon nach einem Jahr Unterricht beherrschte er alle Grundkenntnisse des Gitarrenspiels. Doch dann rückte der Traum des Berufsmusikers in weite Ferne. Er arbeitete lange Zeit als Landwirt, danach lebte er über zwölf Jahre in Kreta, Ägypten und Israel. Erst mit 30 Jahren fand er wieder zur Musik zurück.

Als er 1988 dann ins Saarland zog und dort neue Freunde und Mitmusiker kennenlernte, ging es mit seiner Karriere steil bergauf. Zu seinen wichtigsten musikalischen Dauerprojekten gehörte die Combo „Die Schönen“. Ebenso wirkte er bei Orlando Circle und dem Countertenor Roland Kunz mit, der schon zusammen mit der Jazzbühne in der Fruchthalle begeisterte.

Guido Allgeier wird der Szene schmerzlich fehlen

Neben seiner Arbeit in Bandprojekten sorgte Guido Allgaier auch mit seinen Solotouren für Furore. Er war ein Meister delikater, sensibler Gitarren-Improvisationen und verband eine faszinierende, kaum fassbare Gitarrentechnik des Oktavspiels mit einer klaren Beschränkung auf Aussagen, in denen der Blues und das Charlie-Christian-Erbe auch dann eine prominente Rolle spielten, wenn er sich in den Bereich des Pop-Jazz begab. Unvergessen bleibt seinen Fans, wenn er auf seiner akustischen Gitarre haarscharf flüssige Legato-Linien „on top of the beat“ phrasierte und dadurch ungewöhnlichen Drive gewann. Allgaier war aber auch ein Zauberer der Melodie, und er verstand es dabei sein Publikum mit gesanglichen, wohltönenden, sensiblen Linien, die eine große dynamische Spannweite besaßen, zu begeistern. Guido Allgeier wird der Szene schmerzlich fehlen.

x