Handball Nach Rücktritt von Frank Müller sucht Dansenberg neuen Trainer
Der Leiter der Prüfungsanstalt der Hochschule Heidelberg, Fakultät Wirtschaft, hat den Aufwand, einen Drittligisten zu trainieren, nach eigenem Bekunden unterschätzt. Müller hinterlässt eine zutiefst verunsicherte Mannschaft, die am Samstag (20 Uhr) im letzten Heimspiel des Jahres gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden dringend punkten muss.
Aufwand nicht zu stemmen
Als ausschlaggebend für seinen sofortigen Rücktritt nannte Müller familiäre und berufliche Gründe, die sein Engagement als Cheftrainer in Dansenberg in der geforderten Intensität nicht mehr zulassen würden.
„Ich habe in den letzten Wochen und Monaten festgestellt, dass ich den Anforderungen nicht mehr in dem Maße gerecht werden kann, wie ich mir das vorgestellt habe“, äußerte sich Müller zu den Hintergründen. Er könne den hohen zeitlichen Aufwand nicht mehr stemmen und sei deshalb auf den Verein mit der Bitte um Vertragsauflösung zugegangen.
„Ich wünsche dem Verein nur das Beste und den Spielern viel Gesundheit und dass sie ihren Weg weitergehen“, sagte der 36-jährige, der die Mannschaft erst zu Saisonbeginn übernommen hatte.
Pleiten zum Saisonstart
Sein erstes Engagement als Cheftrainer stand für den langjährigen Co-Trainer des Zweitligisten Eulen Ludwigshafen von Beginn an unter keinem guten Stern. Nach dem miserablen Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten vier Spielen, darunter die beiden krachenden Auswärtspleiten in Hanau (19:36) und Nieder-Roden (15:29), fing sich die von großen Verletzungssorgen geplagte Mannschaft jedoch und verlor von den folgenden sieben Spielen nur die Partie bei der HG Saarlouis.
Der Aufwärtstrend war aber nicht von Dauer, von den jüngsten vier Spielen verlor Dansenberg drei. Besonders bitter waren die beiden nicht einkalkulierten Niederlagen gegen die HSG Dutenhhofen-Münchholzhausen II (30:31) und beim NLZ Friesenheim-Hochdorf (27:30), die beide zum Kreis der Abstiegskandidaten zählen.
Blick geht nach unten
Dass man gegen die ambitionierte HSG Hanau verlieren kann und darf, steht außer Frage, die Deutlichkeit der 17:26-Niederlage im letzten Heimspiel legte jedoch schonungslos offen, dass der TuS Dansenberg im oberen Tabellendrittel dieses Jahr nichts verloren hat und den Blick nun endgültig nach unten richten muss. Trotz der aktuellen Talfahrt, der Vorsprung auf Relegationsrang elf beträgt nur noch vier Punkte, genoss Müller bis zuletzt das uneingeschränkte Vertrauen der handelnden Personen.
„Wir waren von seiner Arbeit überzeugt und wären den Weg gerne mit Frank weitergegangen. Es muss aber für beide Seiten Sinn ergeben. Die von ihm genannten Gründe sind nachvollziehbar und so haben wir seinem Wunsch nach Vertragsauflösung entsprochen“, erläutert Teammanager Alexander Schmitt, der nach der Demission von Steffen Ecker im Sommer 2021 nun bereits zum vierten Mal auf Trainersuche ist.
Trio will Talfahrt stoppen
Bis eine Lösung gefunden ist, sollen es vorläufig der aktuell verletzt fehlende Kapitän Sebastian Bösing, Co-Trainer Jochen Schwartz und Theo Megalooikonomou, der erst vor kurzem die Perspektivmannschaft übernommen hat, richten. Das letzte Spiel des Jahres ist für die Schwarz-Weißen absolut richtungsweisend. Eine Niederlage gegen den oberen Tabellennachbarn aus Nieder-Roden würde die Talfahrt unmittelbar vor der Winterpause noch einmal beschleunigen.
Dass die ersten beiden Auswärtsreisen im neuen Jahr zum Tabellendritten TV Gelnhausen und zum unangefochtenen Spitzenreiter TuS Ferndorf führen, lässt für die nahe Zukunft aus sportlicher Sicht nichts Gutes ahnen. Auch das zwischen den beiden Herkulesaufgaben angesetzte Pfalz-Derby gegen den Tabellenvierten TSG Haßloch wird mit Sicherheit kein Zuckerschlecken. Der neue Trainer muss demnach vor allem eines können: Abstiegskampf.
So spielen sie
TuS Dansenberg: Fiedler/Lüpke (Tor), Waldgenbach, Serwinski, Claussen, Reitemann, Steinführer, Biagui, Dietrich, T. Holstein, M. Holstein, Dettinger