Kaiserslautern
Nach 13 Jahren: Kaiserslauterer Aufreger-Baustelle beendet
Das letzte Teilstück der Dauerbaustelle in der Trippstadter Straße ist fertig. Damit ist die Straße nach langem Warten wieder in beide Richtungen befahrbar. Nachdem kurz vor Jahresende 2025 bereits die Gabionenwand, die den Hang des Bahndamms zur Trippstadter Straße hin absichert, fertig wurde, kamen zum Jahresbeginn zunächst die Versorger zum Zug, die auf dem Teilstück der Trippstadter Straße bis zur Logenstraße Glasfaser-, Fernwärme-, Strom- und Gasleitungen erneuerten. Danach folgte der Straßenausbau, der nun – etwa zwei Monate früher als geplant – abgeschlossen werden konnte, teilte die Stadt am Donnerstagmittag mit.
Das ursprüngliche Bauwerk war ein Sandsteingewölbe und wurde in mehreren Bauabschnitten ab 1846 errichtet und 1935 erweitert. Vor 13 Jahren war mit den Bauarbeiten am Viadukt begonnen worden – nach vielen Jahren der Planung. Schon 2005 war der schlechte Zustand der Eisenbahnbrücke bei einer Sonderbegutachtung aufgefallen. Bei Baubeginn wurden Kosten in Höhe von 11,8 Millionen Euro angenommen, eine Bauzeit von zwei Jahren war vorgesehen. Diese Schätzung wurde weit übertroffen: Die Stadt erklärt, letztlich haben der Neubau des Viadukts sowie der Straßenausbau rund 52,5 Millionen Euro gekostet, wovon die Stadt einen Anteil von 10,5 Millionen Euro tragen muss. Die restlichen Kosten übernehmen die Deutsche Bahn und das Land.
Doch die Arbeiten zogen sich dann insbesondere hin, weil der ursprünglichen Baufirma durch die Deutsche Bahn und die Stadt Kaiserslautern im Jahr 2016 gekündigt wurde, wie die Stadt schon früher erklärt hatte. Es musste laut Stadtverwaltung drei Mal neu ausgeschrieben werden, bevor der Bau am Viadukt im Sommer 2020 weitergehen konnte. Seit Oktober 2024 ist die Bahnüberführung selbst fertig, Autos dürfen seitdem stadtauswärts von der Karcherstraße kommend durchfahren. Für die Entscheidung der Stadt, das Viadukt nicht in beide Richtungen zu öffnen, hagelte es vielfach Kritik.
Breitere Schutzstreifen für Radfahrer
Sebastian Staab, Leiter des Referats Tiefbau, erklärte: Damit der Verkehr wieder stadteinwärts fließen kann, muss die Zufahrt zur Trippstadter Straße sowie die dortige Fahrbahn ausgebaut sein. Der Verkehr könne nicht stadteinwärts durch die Karcherstraße fließen, weil diese zu schmal sei, um den gesamten Verkehrsstrom stadteinwärts aufzunehmen. Das gefährde Radfahrer, insbesondere Kinder auf ihrem Schulweg. Für Radfahrer und Fußgänger waren die Durchgänge bereits seit 2024 in beide Richtungen offen.
Das 2100 Quadratmeter große Teilstück der Trippstadter Straße ab dem Viadukt bis zur Logenstraße wurde in den vergangenen Monaten im Vollausbau saniert. So wurde nicht nur die Fahrbahn erneuert, sondern auch gepflasterte Geh- und Radwege gebaut. Die Stadt erhofft sich, die Trippstadter Straße als wichtige Ost-West-Achse auch für Fahrradfahrer attraktiv gestaltet zu haben. So wurden auf beiden Seiten 1,5 Meter breite Schutzstreifen für den Radverkehr eingeplant. Der Bürgersteig auf der Dammseite wurde dafür entfernt. Einen zwei Meter breiten Gehweg und Parkplätze gibt es nun nur noch auf der Nordseite der Straße entlang der Häuser, wo eigene Parkbuchten sowie barrierefreie Bushaltestellen errichtet wurden. Die Kosten für den Ausbau des finalen Bauabschnitts belaufen sich auf rund 900.000 Euro.
Karcherstraße bleibt stadteinwärts für Autos gesperrt
„Eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt hat ein gutes Ende gefunden“, erklärt Baudezernent Manuel Steinbrenner (Bündnis 90/Die Grünen). Dass der Verkehr nun wieder durch die Trippstadter Straße als Teil der Südtangente fließen kann, werde der Zollamtstraße eine deutliche Entlastung bringen. „Auch die Verbesserungen für den Radverkehr begrüße ich sehr, als Verbindung zwischen der neuen Fahrradstraße Parkstraße/Augustastraße in Richtung Uni spielt die Trippstadter Straße eine wichtige Rolle“, ergänzt er.
Die Stadt hat das Viadukt nun zwar in beide Richtungen freigegeben, doch die Karcherstraße bleibt weiter Einbahnstraße. Dort dürfen Autos nur stadtauswärts fahren. „Sie liegt in einer Tempo-30-Zone und ist geprägt durch einen engen Straßenraum mit angrenzender Wohnbebauung und weiteren sensiblen Nutzungen, wie etwa dem Stadtpark sowie als Parkraum der Anwohnerinnen und Anwohner“, erklärt die Stadtverwaltung in ihrer Mitteilung dazu. Zudem seien dort viele Schüler unterwegs, weil es aus dem angrenzenden Wohngebiet die direkte Verbindung zum Hohenstaufen-Gymnasium und zur Goetheschule ist. Aus Sicht der Verwaltung habe sich die Einbahnstraßenregelung bewährt, da dadurch brenzlige Situationen und die Verkehrsbelastung insgesamt reduziert wurden. Die Stadtverwaltung will die Verkehrsbelastung am Viadukt, aber auch an den angrenzenden Knotenpunkten kontinuierlich überwachen und gegebenenfalls nachsteuern.