Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Michael Kunte kandidiert für die Grünen bei der Bundestagswahl

Überzeugte mehr Delegierte als seine Gegenkandidatin: Michael Kunte.
Überzeugte mehr Delegierte als seine Gegenkandidatin: Michael Kunte.

Der 42-jährige Kaiserslauterer Micheal Kunte kandidiert für die Grünen bei der Bundestagswahl im September. Er wurde am Samstagnachmittag in Kaiserslautern zum Kandidaten für den Wahlkreis 209 gewählt. Er setzte sich gegen Sara Pasuki aus dem Donnersbergkreis durch.

Unspektakulär ging die Wahl im Edith-Stein-Haus in der Altstadt über die Bühne. Michael Kunte, Mathematiker an der Technischen Universität Kaiserslautern, und die 18-jährige Sara Pasuki, Studentin der Europawissenschaften aus Kirchheimbolanden, traten gegeneinander an. Spontan hätten zwar noch weitere Kandidatenvorschläge aus dem Kreis der Anwesenden kommen können. Doch diese Frage von Paul Bunjes vom Kreisverband Kaiserslautern, der die Sitzung zusammen mit Lisett Stuppy vom Kreisverband Donnersberg leitete, verhallte ohne Reaktion.

„Die beiden wichtigsten Menschen“ im Leben von Michael Kunte seien seine beiden kleinen Töchter, fünf und acht Jahre alt, begann der Familienvater seine Vorstellung. Denn die kommende Generation hat er mit nachhaltiger Politik im Fokus. Um das Klimaziel zu erreichen – die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen –, setzt er auf „ein frisch entscheuertes Verkehrskonzept“, spielte er auf den CSU-Verkehrsminister an. Statt des Autos sollte das Fahrrad im Mittelpunkt stehen, vor allem in der Stadt, daneben sollte der ÖPNV deutlich ausgebaut werden. „Wir brauchen keine neuen Autobahnen, aber Geschwindigkeitsbeschränkungen dort“, fordert er. Schienenstrecken sollten nicht entwidmet, sondern reaktiviert werden, und „ab 2030 sollten nur noch emissionsfreie Autos zugelassen werden“, sind seine Ziele.

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Kunte: Amazon-Ansiedlung kein Grund für Feierlaune

Die „Feierlaune der SPD“ über die Amazon-Ansiedlung in Kaiserslautern sei nicht verständlich angesichts dessen, dass die Firma keine Tarifverträge oder Gewerkschaften zulasse und ihre Gewerbesteuern in Irland zahle. Um all die nachhaltigen Ziele umzusetzen, müssen die Kommunen finanziell gestärkt werden, plädierte er für einen Altschuldenschnitt.

Die 18-jährige Sara Pasuki forderte mehr Mitbestimmung für ihre „abgehängte Generation“ ein. Bestürzt über den Zulauf der AfD begann sie sich bei der Grünen Jugend zu engagieren und hat sich vor allem Antirassismus und Antifaschismus auf die Fahnen geschrieben. Jegliche marginalisierte Gruppen, egal welcher Hautfarbe, Herkunft, Religion, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung, bräuchten mehr Schutz. „Die Fluchtursachen muss der Bundestag bekämpfen, indem keine Waffen mehr exportiert werden.“

Pasuki: Solaranlagen auf allen Neubauten

Auch ihr ist der Klimaschutz wichtig: Solaranlagen sollten zum Beispiel auf allen Neubauten installiert werden, aber auch die Firmen, die für Umweltverschmutzung verantwortlich sind, zur Kasse gebeten werden. Nicht weiter hinnehmbar sei zudem der Kerosinablass. Und den Ausbau des ÖPNV habe auch sie auf der Agenda.

Nach einer äußerst knapp bemessenen Fragerunde – während die Luftfilter in dem Raum weiter einen akzeptablen CO2- und damit Aerosolanteil anzeigten – waren die 42 Stimmberechtigten zur geheimen Wahl aufgerufen. Mit 26 zu 16 Stimmen hatte Kunte deutlich die Mehrheit hinter sich. Damit tritt er für die Wahl am 26. September im Wahlkreis 209 an; jener umfasst die Stadt Kaiserslautern und die Verbandsgemeinden Enkenbach-Alsenborn, Otterbach-Otterberg und Weilerbach sowie den Donnersbergkreis und den Landkreis Kusel.

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