Kaiserslautern
Kimmel: Kaiserslautern soll Null-Emissionsstadt werden
„Wir wollen als lokale Stadtwerke den Kommunen und Gemeinden zur Seite stehen.“ SWK-Vorstand Markus Vollmer war es wichtig, die Rolle des Energieversorgers bei der Energiewende zu betonen. Die Energiewende sei für die SWK kein neues Thema. Bereits seit Jahren beschäftige sich das Unternehmen damit, auch dann schon, als es noch nicht „en vogue“ war, wie Vollmer sagte.
Die Energiewende lebe von „Akzeptanz, Partizipation und Vertrauen“: Seien diese Kriterien erfüllt, habe das Auswirkungen auf „das Tempo, mit der die Energiewende vor Ort“ umgesetzt werden könne, sagte Vollmer in seinem Schlusswort. „Die Energiewende ist eine hochkomplexe Angelegenheit, die sich auf fast alle Branchen und Lebensbereiche auswirkt.“ Er warnte davor, das Vorhaben überstürzt (Vollmer: „hoppladihopp“) anzugehen.
Geänderte Lebensbedingungen führen zu Konflikten
Da war die mit dem Titel „Power für die Pfalz – über die Notwendigkeit einer bürgernahen und regionalen Energiewende“ überschriebene, 13. Auflage des SWK-Energieforums vergangene Woche bereits knapp drei Stunden alt. Es folgte noch eine kurze Diskussion mit den beiden geladenen Experten, die zuvor mit zwei Vorträgen knapp zwei Stunden das Thema vor den rund 130 Gästen des Forums in der Kammgarn beleuchtet hatten.
„Wir sind mittendrin im Klimawandel“, hatte etwa Volker Quaschning seinen Zuhörern ins Stammbuch geschrieben. Er ist Professor für regenerative Energiesysteme, lehrt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Anschaulich verdeutlichte er die zu erwartenden Folgen eines Temperaturanstiegs von rund vier Grad, in dem er den Blick zunächst zurück wandte und ein Bild der Welt vor 20.000 Jahren zeichnete – als die Durchschnittstemperatur vier Grad unter dem heutigen Wert lag. „Berlin lag da etwa 200 Meter unter Eis“, sagte er. Zudem lenkte er den Blick auf die Folgen des Klimawandels. „Wir sterben nicht den plötzlichen Hitzetod.“ Vielmehr würden die aus den geänderten Lebensbedingungen in weiten Teilen der Erde zu Konflikten unter den Menschen führen. „Das führt dann dazu, dass wir unsere Zivilisation zerstören“, unterstrich Quaschning.
Kaiserslautern soll Null-Emissionsstadt werden
Auch der zweite Redner, TV-Journalist Frank Farensik, zeichnete dieses Bild: „Unsere Strukturen werden unter Druck geraten“, sagte er, wenn sich die rund 1,5 Milliarden Menschen in Bewegung setzen, deren Umwelt lebensfeindlich geworden ist. Er warb für den massiven Ausbau von erneuerbaren Energien, wobei die Speicherung der Energie eine entscheidende Rolle spielen werde. „Speicherung ist so wichtig wie Erzeugung.“ Laut Quaschning beträgt in Deutschland der Anteil von erneuerbaren Energien am Gesamtkuchen der Energie (Strom, Wärme, Verkehr, Industrie) rund 21 Prozent. Das müsse mehr werden. „Wir müssen wollen und daran glauben“, sagte Quaschning und zog eine Analogie heran: Wer 1990 mit einem grauen Wählscheiben-Apparat telefoniert habe, hätte sich die Möglichkeiten eines I-Phones, das 2007 auf den Markt kam, nicht erträumen können. „Wir haben einen Planeten zu retten“, schloss er seinen Vortrag.
„Alle müssen mitmachen.“ Oberbürgermeisterin Beate Kimmel (SPD), gleichzeitig Vorsitzende des Aufsichtsrats der SWK, hatte sich eingangs des Forums für die Energiewende stark gemacht. Ziel: Kaiserslautern solle Null-Emissionsstadt werden. Laut Vollmer gehe das nur „bürgernah und regional“: „Wir können Stadtwerk, wir können kommunal, wir können Stadt und wir können Pfalz.“
