Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Opel-Betriebsrat, IG-Metall und Oberbürgermeister zur Batteriezellenfertigung

Auf dem Opel-Werksgelände im Westen Kaiserslauterns soll eine Batteriezellproduktion aufgebaut werden. Die konkrete Zusage vom f
Auf dem Opel-Werksgelände im Westen Kaiserslauterns soll eine Batteriezellproduktion aufgebaut werden. Die konkrete Zusage vom französischen Mutterkonzern fehlt allerdings noch. Foto: VIEW

Am Opel-Standort in Kaiserslautern soll eine „innovative Batteriezellenproduktion“ entstehen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Freude darüber ist bei Opel-Betriebsrat, IG-Metall und Stadtverwaltung groß. Nach Medienberichten sollen bis zu 2000 Arbeitsplätze entstehen.

Das in Kaiserslautern geplante Projekt von Opel umfasst eine Batteriezellenproduktion am Standort zusammen mit der Muttergesellschaft PSA und dem französischen Batteriehersteller Saft, einem Unternehmen der Total Group, teilte das Wirtschaftsministerium in Berlin am Montag mit: „Die Projektpartner werden nun die abschließende Prüfung des Projektes vorbereiten, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wird.“

Opel-Betriebsratchef: „Heute ist ein guter Tag“

Für Opel-Betriebsratschef Thorsten Zangerle „ist heute ein guter Tag. Die Entscheidung der EU-Kommission, das erste Großprojekt zur Batteriezellfertigung zu genehmigen, ist ein verspätetes Nikolaus-Geschenk.“ Euphorischer wird’s bei Zangerle allerdings nicht, denn „jetzt wäre es schön, noch vor Weihnachten die Projektfreigabe von PSA zu bekommen“. Der französische Mutterkonzern habe die Batteriezellfertigung stets von einer EU-Förderung abhängig gemacht. Nun werde das Projekt wohl noch einmal intern geprüft und „hoffentlich bald“ freigegeben, schildert Zangerle.

Sollte die konkrete Entscheidung von PSA für eine solche Batteriezellproduktion in Kaiserslautern fallen, „dann wäre das ein großer Zuwachs an Arbeitsplätzen in der Region. Wir reden da ja über eine gewisse Größenordnung.“ Wie konkret das Joint Venture aus Opel, der Muttergesellschaft PSA und dem französischen Batteriehersteller Saft dann aussehe, sei derzeit ebenfalls noch offen – und damit auch die Frage, ob der Opel-Betriebsrat für die Beschäftigten des neuen Werks zuständig sein wird. Das müsse man zur gegebenen Zeit klären, so Zangerle.

Oberbürgermeister: „Planungsprozess gut vorbereiten“

„Wir werden den Planungsprozess gut vorbereiten“, erklärt Oberbürgermeister Klaus Weichel mit Blick auf die Ankündigung vom Montag: „Das ist für die Stadt ein absoluter Knaller.“ Man sei im Hintergrund bereits eine ganze Weile an dem Projekt beteiligt, das eine „arbeitsplatzsichernde Ansiedlung ist“. Die 2000 Arbeitsplätze, die im Gespräch seien, hätten zwar ein anderes Kompetenzprofil als aktuelle Stellen in der Automobilindustrie, „aber da kann es sicher Nachschulungen und Weiterbildungen geben“. Gebe es von Opel und PSA grünes Licht, könne Mitte 2020 in das Planungsverfahren eingestiegen werden.

„Der Planungsprozess soll bald angestoßen werden, damit es möglichst reibungslos läuft“, sagte Weichel der RHEINPFALZ. Erfahrungsgemäß stecke dabei „der Teufel im Detail“, weswegen Weichel einen Projektverantwortlichen benennen wolle, der im Rathaus die Batteriezellfertigung von Anfang an betreut. Vorteil in Kaiserslautern sei, dass die Fabrik in bestehende Hallen auf dem Opel-Gelände einziehen könne – mit einigen Umbauten.

Anlässlich der Bewerbung um eine Ansiedlung des US-Elektroautomobilbauers Tesla bei Zweibrücken, habe die Stadtverwaltung die lokale Kompetenz in Sachen Batterieforschung an den Hochschulen und den Instituten einmal zusammenfassen lassen. Weichel: „Egal ob bei der Elektrotechnik oder im IT-Bereich, an verschiedenen Stellen könnte es da zu Kooperationen kommen.“

IG Metall: „Jetzt sind Opel und PSA gefordert“

„Bei uns überwiegt die Freude. Seit Monaten haben wir auf diese Entscheidung hingefiebert“, sagt Bernd Löffler, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Kaiserslautern. Das sei eine große Sache für Opel und die gesamte Region: „Jetzt wird es endlich auf den Weg gebracht, und Opel und PSA sind nun gefordert, die Batteriezellenproduktion umzusetzen.“ Löffler hofft, dass durch die neue Fabrik nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen werden.

Einzig, dass der Baubeginn erst für 2023 terminiert sei, ist für ihn ein Wermutstropfen. Zu spät beispielsweise für die GKN-Mitarbeiter, die Ende März ihre Jobs verlieren. Die IG Metall wolle den Prozess jedenfalls konstruktiv begleiten, kündigte Löffler an, „denn noch gibt es viele große Fragezeichen“. Etwa, ob tatsächlich 2000 Arbeitsplätze entstehen und „wie spielt das mit Opel zusammen? Oder ist das Werk ganz abgetrennt von Opel?“ Man müsse außerdem darauf achten, warnt Löffler, dass das Opel-Komponentenwerk erhalten bleibt: „Nicht, dass das Opel-Werk heruntergefahren wird, während die Batteriezellproduktion hochfährt.“

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