Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Kaiserslautern: Beigeordneter Färber gerät im Kita-Streit zunehmend unter Druck

Steht in der Kritik: Beigeordneter Joachim Färber (Grüne).
Steht in der Kritik: Beigeordneter Joachim Färber (Grüne). Foto: VIEW

Beigeordneter Joachim Färber (Grüne) gerät in der Diskussion um die Größenordnung der von der Lebenshilfe Westpfalz geplanten integrativen Kindertagesstätte am Bahnheim zunehmend unter Druck.

Die CDU-Fraktion hat für die Stadtratssitzung am 28. Oktober einen Antrag angekündigt, für den Neubau der Lebenshilfe am Bahnheim 98 Plätze zu genehmigen.

Wie berichtet, möchte die Lebenshilfe ihre neue Kindertagesstätte fünfgruppig ausbauen und damit 98 Plätze schaffen. Die Stadtverwaltung will nur vier Gruppen gestatten, was 69 Plätzen entspricht.

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Manfred Schulz erklärte am Mittwoch, die CDU-Fraktion fordere die maximal mögliche Schaffung von Kita-Plätzen. Angesichts der Tatsache, dass in Kaiserslautern laut dem Kindertagesstättenentwicklungsplan 400 Kita-Plätze fehlen, erwarte sie vom zuständigen Beigeordneten Färber, alles dafür zu tun, „diesen eklatanten Missstand so schnell es geht zu beseitigen“. Dass das Färber unterstellte städtische Jugendreferat trotzdem weniger Plätze bewilligen wolle als die Lebenshilfe bereit sei zu schaffen, sei daher fast unglaublich.

Schulz: Weiteres Beispiel für unrühmlichen Umgang mit den freien Kita-Trägern

Ob die 69 Plätze für das Wohngebiet am Bahnheim ausreichen würden oder nicht, sei dabei aus gesamtstädtischer Sicht irrelevant. Viele Eltern wären froh, wenn sie überhaupt einen Kita-Platz in der Stadt bekämen. Der Standort sei verkehrsgünstig gelegen. Viele berufstätige Eltern hätten daher wohl kein Problem damit, auf dem Weg zur Arbeit ihre Kinder dort abzugeben, auch wenn sie nicht in unmittelbarer Nähe wohnten.

Schulz wertete die Diskussion als „ein weiteres Beispiel für einen unrühmlichen Umgang des Beigeordneten mit den freien Kita-Trägern“. Auch die kirchlichen Träger könnten davon ein Lied singen. Seit Jahren blockiere Färber eine vertragliche Grundlage, die den Kirchen eine finanzielle Planungssicherheit gebe. Die CDU-Fraktion habe die Befürchtung, dass die Kirchen künftig aus finanziellen Gründen tendenziell eher weniger als mehr Kita-Plätze zur Verfügung stellen werden. rdz

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