Kommentar Imageschaden für Karate-Bundestrainer Jonathan Horne
Jonathan Horne ist ausgebremst. Aber so richtig. Der Karate-Weltmeister und Trainer aus Leidenschaft hatte seinen Traumjob und lebte seinen Traum vom glücklichen Familienleben mit zwei kleinen Kindern und einem sorgenfreien Leben mit seiner Frau. Er hat einen sicheren Job bei der Bundeswehr, arbeitet dort als Sporttrainer und hat ein sicheres Einkommen. Seine Leidenschaft aber war sein Zweitjob: Er wurde zum Bundestrainer des Deutschen Karateverbandes ernannt mit der Aufgabe, Talente so weit zu bringen, wie er es gebracht hatte. An die Weltspitze.
Sein Vertrag ist unbefristet. Plötzlich wechselt das Präsidium, das neue steht nicht mehr hinter ihm, sondern hat einen anderen Favoriten und man will ihn loswerden. Die Wäsche, die dafür gewaschen wird, ist schmutzig, und egal, wie es ausgeht, Hornes Karateanzug wird nicht mehr weiß sein, weil irgendwas immer hängenbleibt, Fragen, Zweifel ... Die nicht geklärt werden, wenn der Bundestrainer plötzlich nicht mehr bei Wettkämpfen dabei sein und die Athleten, von denen er mit einigen früher noch selbst international auf der Matte stand, trainieren darf.
In Hornes Lebenslauf steht jetzt an einer Stelle ein Fragezeichen. Aber mit diesem Lebenslauf kann er sich ohnehin nicht auf seine Traumstelle bewerben. Die hätte er ja. Einen zweiten Chef-Bundestrainer-Posten gibt es nicht, zumindest nicht in Deutschland.
Was Jonathan Horne trotz all der Prügel freut, die er vom Verband einstecken musste, ist, dass eine seiner Athletinnen aus genau dem Kader, aus dem die Beschwerden gekommen sein sollen, nach Kaiserslautern gezogen ist, um von ihm weiter trainiert zu werden. Den Imageschaden ungeschehen machen kann auch das nicht.
