Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Hühner: Was unsere Osterei-Produzentinnen leisten

Flauschige Küken, die Eiermacher von morgen – sofern es kein Hahn ist.
Flauschige Küken, die Eiermacher von morgen – sofern es kein Hahn ist.

An Ostern läuft ohne Ei wenig. Ohne Huhn ist jedoch schnell Schluss mit der Eierlust. Zeit, das Federvieh aufs österliche Podest zu stellen.

Schon die Comedian Harmonists haben das Huhn verkannt. Heißt es in ihrem bekannten Stück doch: „Ich wollt, ich wär ein Huhn, ich hätt nicht viel zu tun. Ich legte täglich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei!“ Von wegen! Hühner haben eine Menge zu tun, sind den lieben langen Tag mit Scharren, Picken, Gackern, Sandbaden und nochmals Scharren beschäftigt.

Und das mit dem Eierlegen stimmt so natürlich auch nicht. Zwei Eier am Tag gleicht einem Sechser im Lotto. Und jeden Tag ein Ei? Gut, bei den von uns Menschen auf absolute Hochleistung gezüchteten Hybriden darf tatsächlich täglich ein Ei erwartet werden – allerdings nur über einen ziemlich begrenzten Zeitraum. Die Rede ist hier von einigen Monaten. Danach wird ein Huhn in der Regel ausgetauscht.

Viele Faktoren beeinflussen die Legeleistung

Beim Haus- und Hofhuhn, das sich laut Carsten Bartenbach, Vorsitzender des Kreisverbands Westpfalz der Rassegeflügelzüchter, in der Region seit einigen Jahren großer Beliebtheit erfreut, ist ein Ei pro Tag ziemliche Illusion. Unmöglich sei das aber nicht, wie Bartenbach betont. Das liege daran, dass so ein Huhn ein ziemlich munteres Lebewesen mit Bedürfnissen ist. Hat es alles, was es braucht, könne es tatsächlich zu einem täglichen Eisprung und damit dem Legen des Eis kommen.

Zum einen beeinflusst das richtige Futter die Legeleistung. Dabei ist so ein Huhn absolut nicht wählerisch, es frisst einfach alles, was ihm vor den Schnabel kommt. Läuft es auf der grünen Wiese, findet es, was es braucht, um satt schlafen zu gehen. Wer allerdings viele Eier von seinem Huhn erwartet, der darf das richtige Körnerfutter nicht vergessen. Die jeweilige Jahreszeit fordert aber auch ihren Tribut. Ist es zu warm oder zu kalt, hat das Huhn nicht so ganz den Antrieb, ein Ei zu legen. Dann ist da noch die Sache mit der Mauser. Der Wechsel des Federkleides lässt das Huhn ebenfalls weniger zum Nest marschieren.

Nicht alle Rassen sind gut verfügbar

Entscheidenden Einfluss auf das Eierlegen haben Rasse und Genetik. Das Wildhuhn legt zwischen fünf und zehn Eier, setzt sich drauf und brütet. Schließlich gilt das Ei unter den Hühnern nicht unseren Gelüsten, sondern dem Fortbestand der eigenen Art. Bei den gezüchteten Rassen variiert die Eierleistung ziemlich. So kann etwa das Bielefelder Kennhuhn bis zu 230 Eier im Jahr legen. Das aus Japan stammende Onagadori-Huhn begnügt sich mit vielleicht 25 Eiern pro Jahr. Dafür tragen die Hähne dieser Rasse eine extrem lange Schwanzschleppe und sehen extravagant schön aus.

Überhaupt ist das Aussehen der Hühner so bunt und breit gefächert, dass die wahren Liebhaber gar nicht so sehr auf die Eierausbeute schauen. Ein Problem gibt es hier allerdings: Nicht alle Rassen sind gut verfügbar. „Nachfragen beim Geflügelzuchtverband, wo es welche Rassen gibt und welche Züchter tatsächlich Hühner verkaufen“, lautet daher ein Tipp von Bartenbach. Der Kreisverband Westpfalz mit seinen rund 700 Mitgliedern kann durchaus eine gewisse Bandbreite an Hühnerrassen aufweisen.

Das Halten von Hühnern ist zu melden

Eine Mitgliedschaft in einem der Ortsvereine des Geflügelzuchtverbandes hat laut Bartenbach auch den Vorteil, dass es die Impfmittel, die regelmäßig gegeben werden müssen, kostenlos gibt. Wichtig: Neben der Impfpflicht besteht auch die Pflicht, das Halten von Hühnern bei der Kreisverwaltung zu melden. Wer sich nun überlegt, ein Huhn im Garten einziehen zu lassen, sei es wegen der Schönheit einer ausgesuchten Rasse oder um frische Eier zu erhalten, der muss sich im Klaren sein: Hühner sind sehr gesellig. „Drei sollten es auf jeden Fall schon sein, besser ein paar mehr samt Hahn“, betont Bartenbach. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass die Hühner in Anwesenheit des Hahnes viel weniger streiten.

Wer nicht viel Platz hat, dem rät der Fachmann, sich an den Zwergrassen zu orientieren. Deren Eier seien nur wenig kleiner als die der großen Rassen. Und noch einen Tipp hat Bartenbach: Mit den Nachbarn reden, ihnen ab und an eine Schachtel Eier schenken. Dann werde der krähende Hahn nicht so schnell zum Zankapfel. Bei Bartenbach kommen die frischen Eier von seinen Deutschen Lachshühnern. „Es geht nichts über Spaghetti carbonara mit ganz frischen Hühnereiern“, sagt er. Seine Hühner liebt Bartenbach wegen ihres Wesens, ihrer Schönheit und wegen der Eier.

Info

Wissenswertes rund ums Ei:
- Laut Statistischem Landesamt legt eine „betriebliche“ Henne hierzulande rund 295 Eier im Jahr. 270 Eier sind es bei ökologisch gehaltenen Hennen.
- Europaweit muss jedes rohe Ei mit einem Code gekennzeichnet sein: 0 = Bio-Ei; 1 = Freilandei; 2 = Bodenhaltung; 3 = Kleingruppen-Käfighaltung (seit Januar 2026 in Deutschland verboten). DE steht für Deutschland, 07 ist ein Betrieb aus Rheinland-Pfalz, die folgende Nummer steht für den Erzeuger.
- Der Code auf der Schachtel gibt den Ort der Verpackung wieder. Besser direkt aufs Ei schauen.
- Eier die direkt ab Hof verkauft werden, brauchen keinen Stempel.
- Gefärbten Ostereier ist kein Code mehr zu entnehmen, die Herkunft somit ungewiss.
- Es gibt tatsächlich grüne Eier. Beim Araucana Huhn ist das Grün der Eierschale genetisch bedingt.

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