Kaiserslautern Geföhnte Terrasse und stromloser Wald
Einen Orden bekam heuer in Schwedelbach, wer es in die Kerwerede geschafft hatte. Unter den unfreiwilligen Protagonisten war auch Ortsbürgermeister Dieter Hirsch, der zuvor noch den bunten Umzug angeführt hatte. Alle nahmen es mit Humor und genossen die Festtage.
Bilderbuchwetter herrscht am Sonntagnachmittag auf der Schwedelbacher Kerwe. „So viele Besucher waren noch nie hier“, berichtet Ortsbürgermeister Dieter Hirsch stolz. In einem Cabrio führt er den Umzug an und wirft Bonbons in die Menge, die bei den Kindern reichlich Absatz finden. Dahinter sorgen die Mackenbacher Dorfmusikanten auf einem Anhänger für die musikalische Unterhaltung. Während Straußbuwe und Strauß-mäd rund um ihren Strauß die „Kerb hochlewe losse“, hat es sich Kerwepfarrer Danny Künzel in einer Badewanne bequem gemacht und lässt sich ziehen. In Begleitung ihrer Eltern folgen die Kinder der Kita, die mit ihren bunt geflochtenen Stirnbändern für einen Farbtupfer sorgen. Die Pfälzer Rhythmusfetzer machen dahinter ihrem Namen alle Ehre und lassen es mit „Samba do Brasil“ und „Sweet Caroline“ richtig krachen. Plötzlich macht sich Dieselgeruch breit und da kommen auch schon die Schlepperfreunde Fockenberg-Limbach auf ihren Traktoren. Mitglieder des SPD-Ortsvereins und Mitarbeiter der Gemeinde Schwedelbach bilden das Ende des Umzuges. Als der Zug zum Stehen gekommen ist, wird der Kerwestrauß an einem Stahlseil befestigt, das über eine am Haus angebrachte Umlenkrolle läuft. Während die Straußbuwe auf der linken Seite ziehen, unterstützen die auf der rechten den Strauß mit einer Leiter. So flutscht der bunte Wisch ohne großen Kraftaufwand in die Halterung. Dann zieht Künzel in seiner Rede vom Leder. So endete eine Geburtstagsfeier mit dem Aufmarsch von Polizeikräften, da durch das Abbrennen von Böllern und Raketen – Restbestände von Silvester – ein terroristischer Hintergrund befürchtet worden war. Dann war da der Schwedelbacher, der mit Kabeltrommel und Dampfstrahler unterwegs war, um Grenzsteine zu säubern. Erst im Wald bemerkte er, dass es dort keinen Stromanschluss gab. Ein anderer benutzte den Föhn, um seine Terrasse zu trocknen. Auch Ortschef Hirsch wird nicht verschont, seine unglückliche Kostümauswahl an Fasching wird kommentiert. Am Ende der Kerwerede bittet Künzel alle Protagonisten nach vorne und verteilt Orden. Gleichzeitig blickt er in die Zukunft und hat keine Bedenken, dass die Schwedelbacher auch 2017 wieder für einige skurrile Geschichten für die Kerwerede sorgen werden. |gem