Kaiserslautern „Gedanken machen und zur Wahl gehen“

Die „Rentenretterinnen“ Gertrud Storck und Renate Hans mit Lana und Mia Korotschenko (von links), die einen Fragebogen ausfüllen
Die »Rentenretterinnen« Gertrud Storck und Renate Hans mit Lana und Mia Korotschenko (von links), die einen Fragebogen ausfüllen.

„Schluss mit dem Raubbau an der Rente“: Klare Worte, mit denen die IG Metall auch in Kaiserslautern ihre Forderung nach gerechteren Lösungen in Sachen Altersversorgung untermauern möchte. Das Thema hat die Gewerkschaft gestern in den Mittelpunkt eines Aktionstags auf dem Stiftsplatz gerückt.

Das „Kanzler-Fernsehduell“ vom Vorabend bürgte gestern für Gesprächsstoff – viel diskutiert auch am Stand der Gewerkschafter. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Kontrahent Martin Schulz (SPD) hätten am Abend erneut klare Aussagen zum Thema Rente vermissen lassen. „Wir fordern die politisch Verantwortlichen auf, eine Rentenpolitik für und nicht gegen die Arbeitnehmer zu gestalten“, sagte Bernd Löffler. Es gelte einer Entwicklung entgegenzusteuern, die einen Großteil der heute noch Beschäftigten in die Altersarmut abrutschen lasse, so der Gewerkschaftssekretär und designierte Erste Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Kaiserslautern. Um das heiße Eisen Renten-Sinkflug und die zwangsläufig drohende Altersarmut anzupacken, hatte die IG gestern eine „Roadshow“ angekündigt. Die Straßenschau indes war in erster Linie ein Informationsstand vorm gewerkschaftseigenen Rentenmobil. An Ständen und Tischgarnituren vorm „Roadmobil“ aber sei man immerhin den Tag über mit 200 bis 300 Leuten intensiv ins Gespräch gekommen, zog Löffler eine positive Bilanz. „Wir wollen die Menschen dazu bringen, wählen zu gehen“, sagte Regine Holzapfel. Die Vorsitzende des IG-Metall-Frauenausschusses und Opel-Betriebsrätin hatte mit weiteren „Rentenretterinnen“ auch das Gefälle im Lohnniveau zwischen Mann und Frau thematisiert. „Wir möchten die Leute dazu bewegen, sich Gedanken zu machen. Zu sehen, wie ihre eigene Situation ist und welche Partei ihre Interessen am ehesten vertritt“, waren sich Holzapfel und Löffler einig. Wähler zu mobilisieren sei das eine, Druck auf die Parteien auszuüben das andere. „Unsere Forderungen stehen“, sagte Löffler. Darauf müsse die Politik reagieren, Aussagen treffen, sich an Versprechen messen lassen. „Unsere Arbeit endet ja nicht am Wahlabend. Danach wird’s erst richtig spannend, wenn es an die Koalitionsverhandlungen geht“, versicherte der Gewerkschaftssekretär, dass man auf den Positionen zugunsten der Arbeitnehmer erst recht nach der Wahl mit gehörigem Nachdruck beharren werde.

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