Fußball
Fußballfrauen des FCK stehen im Verbandspokalfinale
250 Zuschauer umringen den Platz, auf dem sich am Ende ein Traum erfüllt: Die Landesligafrauen des FCK zeigen, wer Herr im Haus ist und fegen die „Mainzer“ vom Platz. Dabei war die Aufgabe eigentlich schwierig: Ihr Gegner im Verbandspokalhalbfinale war der SV Ober-Olm. Das Team aus dem Landkreis Mainz-Bingen steht zwar am Tabellenende, aber zwei Ligen höher, in der Regionalliga. Doch davon war weder vor noch nach dem Anpfiff was zu spüren.
Die Landesliga-Frauen des FCK gaben von Beginn an den Ton an. In der vierten Minute kämpfte sich Sude Demir über links nach vorn, sprintete zur Eckfahne, lief weiter Richtung Tor, zog ab und versenkte die Kugel aus spitzem Winkel im langen Eck.
„Ole Rot-Weiß, so laaft die G’schicht“, tönt es aus dem Lautsprecher, die FCK-Fans jubeln. Und bei ihrem Team läuft es weiter. Abwehrspielerin Tiara Reinshagen schickt einen weiten Pass nach vorn zu Elin Hüser, die durchläuft und den Ball im langen Eck versenkt. „Ole Rot-Weiß, so laaft die G’schicht“. Es steht 2:0.
Der Racheakt
Doch dann ließen sich die Roten Teufelinnen kurz aus dem Konzept bringen, auch weil die Wormserinnen ein paarmal unbestraft den Ball mit der Hand berührten. SV-Stürmerin Aicha Dali marschierte aufs Tor zu, Keeperin Bailey Bennet kam ihr entgegen, und Dali überwand sie mit einem Heber aus 20 Metern. Es stand 2:1. Doch die FCKlerinnen rächten sich – mit einem Heber. Erneut spielte Tiara Reinshagen einen weiten Ball, und Hüser überwand die Torfrau mit einem Heber. „Ole Rot-Weiß“ zum 3:1 (28.). Racheakt Nummer zwei: Das 4:1 für den FCK entstand aus einem Freistoß für Ober-Olm, den es nach einem gepfiffenen Handspiel gab. Der FCK fing den Ball ab, Hüser startete einen Konter und besiegte die Torfrau.
Dass es so gut laufen würde, hätte Kapitänin Hüser selbst nicht zu träumen gewagt. Noch dazu, wo die Rolle als Stürmerin für die Mittelfeldspielerin neu war. „Wir sind als Außenseiter reingegangen“, weiß auch sie. „Das frühe 1:0 hat uns geholfen, aber dass es so deutlich wird, hätten wir nicht geglaubt.“
„Stolz auf die Mädels“
Nach 4:1 zur Pause hatte ihr Team ein paarmal Glück. Einmal ließ die Torfrau zweifach abklatschen und zweimal retteten ihre Mitspielerinnen – Torgefahr gebannt. Doch es rappelte trotzdem noch einmal in der Kiste: Als Reinshagen ihrer Gegenspielerin den Ball abnahm, entschied Schiedsrichterin Maren Fuchs auf Elfmeter. Michelle Wycisk trat an und verwandelte zum 4:2.
„Wir haben es echt gut gemacht“, fand Trainer Thomas Hartmann, der an der Außenline noch mal zitterte und sich nicht sicher war, ob der Elfmeter einer war. Am Ende war er aber „stolz auf die Mädels“ und froh, dass der Matchplan, den er sich mit seinem Team zurechtgelegt hatte, „total aufgegangen“ war. „Dass es so gut klappt, hätten wir tatsächlich nicht gedacht“, gestand er grinsend. Und verwies auf die vielen verletzten Spielerinnen. „Am Ende hat man gemerkt, dass wir mittlerweile ein bisschen auf dem Zahnfleisch gehen.“
Finalgegner noch offen
Hüser, die viele Schläge und Tritte abbekommen hatte und trotzdem mit einem Strahlen vom Feld humpelte, gab das Lob an ihre Teamkameraden weiter. „Wir haben uns als Mannschaft unfassbar gut gepusht. Das hilft einfach, das ganze Spiel über durchzuziehen, und selbst wenn man nicht mehr kann, hilft es einem, noch mal den letzten Kick reinzugeben.“ Sie spielte die Position zum ersten Mal. „Meine Trainer haben mir das Vertrauen gegeben. Und ich würde sagen, ich habe es zurückgegeben“, erklärte sie mit einem Grinsen, während ihre Teamkameraden sie johlend zurückholten in die Jubeltraube, die „Humba, humba, tätärää“ sang und mit den 250 Zuschauern feierten.
Auf wen der FCK im Finale trifft, steht noch nicht fest. SV Bretzenheim und VfR Wormatia Worms spielen am 12. April das zweite Halbfinale aus. Eins ist aber sicher: Es wird wieder ein höherklassiger Gegner sein.
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