Kaiserslautern
Feuerwehr und Katastrophenschutz mit vielfältigen Einsätzen
Trotz der bekannten Löcher im Haushalt der Stadt wurde der ehrenamtliche Einsatz der Rettungskräfte in würdigem Rahmen gefeiert. Unter der Leitung von Martin Gugel, dem Vorsitzenden des Blaulichtvereins, ging am Freitagabend in der Kammgarn das traditionelle Kümmelweckfest über die Bühne.
„Den klassischen Brandeinsatz gibt es in den letzten Jahren immer weniger“, berichtete Markus Rödler, Zugführer der Wache in Erlenbach. Er werde von der Häufigkeit her bei weitem übertroffen von eher technischen Einsätzen. Es sei wohl die flächendeckende Verbreitung der Rauchmelder, die diese Veränderung herbeigeführt habe. Die freiwillige Feuerwehr im Ort werde viel öfter gerufen bei Wasserschäden oder Notfällen im Zusammenhang mit der Stromversorgung. „Auch die individuellen Rettungseinsätze kommen vermehrt vor“, fügte der Zugführer an. Da gehe es um medizinische Notfälle, zu denen die Einheit gerufen werde.
Absperrungen werden oft ignoriert
Auch Toni Heydrich von der freiwilligen Feuerwehr in Dansenberg sah das ähnlich. „Wenn die Leute den Notarzt rufen, werden wir ganz oft gleich mit alarmiert.“ Er beobachte allerdings in der jüngsten Zeit, dass kleinere Waldbrände in der Gegend von ihm und seinen Kollegen hätten bekämpft werden müssen. Lukas Nagel vom innerstädtischen Zug drei hat hinsichtlich der Veränderung der Einsätze noch einen anderen Blick auf die Realitäten in seiner Praxis. Die Verhältnisse in der Stadt seien kaum geprägt von Angriffen auf die Einsatzkräfte. „Es ist die Haltung des ,Ich muss da jetzt durch’“. Bei einigen Bürgern stießen die erforderlichen Absperrmaßnahmen nicht auf das nötige Verständnis. Das koste oft Kraft und Nerven im Einsatz.
Den Bombenfund auf dem Paff-Areal nahm Thomas Höhne, Leiter des Referats Feuerwehr und Katastrophenschutz, zum Anlass für einen Blick auf aktuelle Einsatzrealitäten. „Über viele Stunden bis tief in die Nacht mussten mit kurzer Vorlaufzeit viele Menschen evakuiert werden“, blickte Höhne zurück. Sie seien in der Goetheschule untergebracht worden. „Hier mussten ganz viele Räder ineinandergreifen.“
Beim Bombenfund auf dem Pfaff-Gelände bewiesen die Helfer ihr Durchhaltevermögen
Insgesamt habe die massive Unterstützung der Kräfte der freiwilligen Feuerwehr, des Leitenden Notarztes, des Organisatorischen Leiters Rettungsdienst, der Schnelleinsatzgruppen der Einheiten „Sanität“, „Betreuung“ und „Verpflegung“ dazu beigetragen, dass sämtliche Bürger betreut und vor Schaden bewahrt werden konnten. „An dieser Stelle nochmals besonderen Dank an euch alle für die Ausdauer und das Durchhaltevermögen bei einem Einsatz, der lange von der Anspannung und der Geduld geprägt war“, sagte der Feuerwehrchef im voll besetzten Saal der Kammgarn.
Das Kümmelweckfest sei eine Form des Dankes an die Frauen und Männer, die durch ihren ehrenamtlichen Einsatz für den Schutz der Menschen sorgten. Im Namen des Stadtvorstandes bedankte sich Manuel Steinbrenner, der zuständige Beigeordnete, in seinem Grußwort.
Er erinnerte daran, dass es nicht nur die Einsatzkräfte selbst seien, denen der Dank der Stadt gebühre. Auch deren Angehörige müssten gewürdigt werden dafür, dass sie den Rettern den Rücken stärkten. Angesichts einer veränderten Sicherheitslage und einem Mangel an ehrenamtlichen Einsatzkräften sei Gemeinschaft besonders wichtig. Deshalb freue er sich über die schöne Feier der großen Familie beim Kümmelweckfest.