Fussball
Für Ramsteins Trainer wäre der Pokalsieg ein Traumstart
Das hätte vor Wochenfrist durchaus auch in die Hose gehen können. Im Halbfinale konnte die Olympia-Truppe froh sein, gegen den TuS Glan-Münchweiler nicht früh ins Hintertreffen zu geraten. Die Gäste aber ließen einiges sausen und versemmelten einen Elfmeter. Dass die Ramsteiner das Glück auf ihrer Seite hatten, räumt auch Jonas Jung gern ein.
Schnee von gestern: Am morgigen Sonntag fragt keiner mehr danach, wenn die Olympia-Elf im Finale um den Kreispokal auf die TSG Wolfstein-Roßbach trifft (Anstoß 15 Uhr, Sportplatz Schwedelbach). Im Endspiel – allerletzte Partie der von Corona zerrupften Spielzeit 2020/2021 – stehen sich damit zwei Mannschaften gegenüber, die zur Creme der A-Klasse zählen und beide Mitte August mit hohen Erwartungen in die bevorstehende Runde starten.
Rowos in der Favoritenrolle
Gut, das erste Pflichtspiel unter Jonas Jungs Ägide lief – vom 1:0-Resultat mal abgesehen – noch nicht so ganz nach Maß. Das war noch nicht das, was sich der neue Spielertrainer so für die Zukunft vorstellt. Doch hat Jung ja auch keinerlei Wunderdinge erwartet. „Wir sind ja erst in der dritten Woche beisammen, mussten uns erst aneinander gewöhnen und müssen uns noch finden“, bittet der Coach um Geduld – auch sich selber. Mit Sommerfußball, wie vor Wochenfrist in der Anfangsphase gezeigt, ist gegen die starken „Rowos“ wohl kein Blumentopf zu gewinnen.
Die Lautertal-Truppe sieht Jung als Final-Favoriten an. „Aber ich habe ein gutes Gefühl“, sagt der 26-Jährige, der bis Juni noch beim Regionalligisten FK Pirmasens unter Vertrag stand. Trügt das nicht, klappt’s mit dem Cup-Erfolg, wäre das für den aus Reichenbach-Steegen stammenden Mittelfeldmann ein Traumstart in die Trainerkarriere. Das Türchen hat er selbst aufgestoßen, als er im Halbfinale den goldenen Treffer markierte.
Vom FCK zum FKP
Jung war beim FCK (U16 und U17) am Ball, stieg mit den B-Junioren vom Betze in die Bundesliga auf. Dann wechselte er nach Pirmasens, blieb – abgesehen von einem Interimsgastspiel bei seinem Heimatverein VfB Reichenbach – dem FKP treu, ehe er sich im vergangenen Jahr entschied, eine neue Herausforderung anzupacken. Die Trainer-B-Lizenz hat Jung schon länger, jetzt also wird es ernst.
Jung gilt als besonnen, ist zurückhaltend, formuliert mit Bedacht. Gegenentwurf zu einem Lautsprecher, wie es sie in seiner Branche bekanntlich durchaus gibt. So verwundert denn ein bisschen, dass der Olympia-Coach bei der Frage nach dem Saisonziel mal die Vorsicht über Bord wirft: „Wir wollen aufsteigen“, sagt er klipp und klar. „Ich bin kein Freund von Formulierungen wie ,oben mitspielen wollen ...’“, lautet die Erklärung. Somit ist die Qualifikation zur Aufstiegsrunde schon mal ein absolutes Muss.
Vor dem Gegner gewarnt
Die Rowos sieht Jung übrigens auch in der Meisterrunde in der Favoritenrolle. „Starke Mannschaft, mit enormer Qualität im Spiel nach vorn“, warnt er seine Truppe denn auch vor einem Final-Sturm, der den Ramsteinern entgegenwehen dürfte.
Jonas Jung bevorzugt das klassische 4-2-3-1, legt großen Wert auf eine geordnete Grundformation, auf Positionstreue, stets Nachrücken, auf Kompaktheit, Stabilität. Es sind die Tugenden, die den Feierabend-Fußballern beim FK Pirmasens so oft schon das Überleben im Haifischbecken Regionalliga gesichert haben, die de facto großteils eine Profiliga ist. Beim FC Homburg und der SV Elversberg, in Ulm und Offenbach geht kein Kicker „nebenbei“ noch arbeiten ...
Layes und Bosle sind zurück
Jung selbst agiert auf der Schlüsselposition im zentralen Mittelfeld. Hinter ihm blüht „Oldie“ Roman Cherdron auf, der klug die Bälle verteilt. Tony Weston und Edwin Groschev sollen für Dampf über die Außenbahnen sorgen, Neuzugang Eric Schaumlöffel die Kette stabilisieren. Bisher Trainer bei der SG Neunkirchen-Mühlbach, feiert Schaumlöffel im Finale Premiere. Zurückkehren werden die zuletzt urlaubenden Tobias Layes und Stefan Bosle, dessen Qualität im Halbfinale noch schmerzlich vermisst wurde. Zurzeit noch kein Thema: Josef Hindi und Patrick Jung, die beide verletzt sind.
