Betzegeflüster RHEINPFALZ Plus Artikel Eine FCK-Strophe fürs „Palzlied“

Live-Premiere der vierten Strophe Mitte September beim zehnten Geburtstag des Fanclubs Höllenfeuer in Contwig: Thomas Schmidt (M
Live-Premiere der vierten Strophe Mitte September beim zehnten Geburtstag des Fanclubs Höllenfeuer in Contwig: Thomas Schmidt (Mitte, mit Mütze) sang auf der Bühne mit den Anonymen Giddarischde.

Es ist seit einiger Zeit Tradition bei den Heimspielen des 1. FC Kaiserslautern. Vor dem Anpfiff ertönt irgendwann das „Palzlied“ der Band Anonyme Giddarischde aus den Boxen des Stadions. Darin wird die Schönheit der Pfalz besungen, ein Volkslied, ein Heimatlied im besten Sinne. Nur ein Aspekt von Heimat, werden vor allem Anhänger des FCK sagen, fehlt: eben jene Mannschaft der Roten Teufel, mit der es so viele Pfälzer halten.

Das dachte sich auch Thomas Schmidt, der aus dem Zweibrücker Vorort Rimschweiler stammt. Auch er ist FCK-Fan, „seitdem ich mit meinem Vater die Radioreportagen samstags im Garten gehört habe“, berichtet er. Die Idee, das „Palzlied“ um den Aspekt FCK zu erweitern, kam dem 55-Jährigen rund um den Aufstieg des FCK in die Zweite Bundesliga im Frühjahr. Ein Impuls war auch, dass er die Band bei einem Auftritt vor der Westkurve gesehen hatte. Giddarischde, Palzlied, Weschtkurv – das passte für den Ingenieur. Warum nicht eine FCK-Strophe?

Bei einem Spaziergang habe er gedanklich die Schlagwörter abgeklopft, die in einer solchen Strophe vorkommen müssen: Weschtkurv, Betzelied, „You’ll never walk alone“, Fritz-Walter-Wetter – die Eckpunkte waren gesetzt. Zuhause angekommen, brachte er die Strophe zu Papier. Gerne wollte er die Band auf sein Werk aufmerksam machen. Aber wie? Ein Video drehen, selbst singen und selbst spielen? Schmidt ist ein versierter Akkordeonspieler, die Möglichkeit war da. Er entschied sich aber für eine sachliche Herangehensweise und schrieb der Band eine E-Mail, setzte sich an den Computer und tippte den Text ab. Eine Reaktion blieb – zunächst – aus.

Einige Wochen später, Mitte September, gastierten die Anonyme Giddarischde im südwestpfälzischen Contwig, über den Berg nur wenige Kilometer von Schmidts Heimatort entfernt. Anlass war der zehnte Geburtstag des lokalen FCK-Fanclubs „Höllenfeuer“, der sich zum Geburtstag die Band eingeladen hatte.

Als Sänger Thomas Merz am Tisch von Schmidt und seinen Freunden vorbeiging, sprachen ihn dessen Frau Alexandra Nagel und Freund Herbert Brengel kurzerhand aufs Palzlied und die neue Strophe an. „Ich hätte mich das nie getraut“, gibt sich Schmidt bescheiden. Die Mail hatte die Band zwar nicht gelesen, es entspann sich aber ein nettes Gespräch. „Willsche glei mit mir singe“, habe ihn Merz gefragt, berichtet Schmidt. Wenige Minuten später war klar – die vierte Strophe feiert an diesem Abend Live-Premiere, auf der Bühne, vor 500 Zuschauern, mit dem Texter am Mikrofon.

Von dem Auftritt in Contwig gibt es eine Aufnahme, die sich bei Facebook verbreitet, das Video wurde bereits dutzende Mal geteilt. Die Bühne in der Turnhalle in Contwig ist Schmidt nicht fremd. Seit fast 30 Jahren ist er Mitglied der Zweibrücker Theatergruppe „Jacks Bier Ensemble“, hat jede Menge Bühnenerfahrung. 2020 wollte die Truppe auch in Contwig spielen, die Bühne war bereitet, die Karten verkauft. Doch es kam anders. „Unser Auftritt in Contwig ist Corona zum Opfer gefallen.“ Das er nun ausgerechnet dort quasi sein Bühnen-Comeback feiern durfte, habe doppelt gepasst.

Merz ist das Treffen (und der Auftritt) in Contwig noch in guter Erinnerung. „Das war ein Abend mit Liebe gemacht“, sagt er im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Auch die Ergänzung des Palzliedes um eine FCK-Strophe und die anschließende Darbietung sei „eine coole Sache“ gewesen, die der Band und ihm „wahnsinnig viel Spaß bereitet“ habe: „Das haben wir gerne gemacht.“ Ob es allerdings eine dauerhafte Ergänzung werden wird, sei offen. Für eine offizielle Aufnahme müsste die Band ins Studio, das sei derzeit „wahnsinnig schwierig“: „Wir sind terminlich alle derart eingebunden im Moment, das ist sehr komplex“, sagt Merz. Dass ihre Lieder ergänzt und gesungen werden, freue die Band. „Das ist ja gerade das Wesen der Volksmusik.“

Der Text

Warsch Du ämol uffem Betze beime Spiel vum FCK?

Bisch Du ämol mit de Lautrer zume Auswärtsspiel gefah?

Mit de Weschtkurv „Never walk alone“ un’s Betzelied gesung?

Bei Fritz-Walter-Wetter Bayern die drei Punkte abgerung?

view_sebald171219rv001

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Newsletter wird jeden Freitag verschickt.

Noch mehr FCK gibt es hier:

Pokalsieger, Absteiger, Wiederaufsteiger, Meister: Der 1. FC Kaiserslautern ist wie kaum ein zweiter deutscher Fußballverein in der Region verankert. Unsere Redaktion ist dicht dran am FCK und bietet exklusive Einblicke in den legendärsten Club aus der Pfalz. Alle wichtigen Infos, Hintergründe und Neuigkeiten gibts für Fans auch in unserem Newsletter und dem Podcast Lautre!

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x