Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Meilenstein auf dem Weg zu einem grüneren Schulhof am Rittersberg-Gymnasium

Anfang der 1980er Jahre machte Udo Weilacher (am Pult) am Rittersberg-Gymnasium Abitur. Heute ist er Professor für Landschaftsar
Anfang der 1980er Jahre machte Udo Weilacher (am Pult) am Rittersberg-Gymnasium Abitur. Heute ist er Professor für Landschaftsarchitektur an der TU München. Einige seiner Studenten haben Entwürfe für einen neuen Schulhof gemacht.

Rund 120 Menschen waren am Dienstag ins Rathaus-Foyer gekommen, um zu schauen, wie der Schulhof des Rittersberg-Gymnasiums klimafreundlicher gestaltet werden kann. Initiative und Beharrlichkeit tragen Früchte, die Stadt will das Projekt angehen, doch noch fehlt das Geld. Baudezernent Kiefer hat aber schon Ideen.

Bis Mitte November sind vier – recht ambitionierte – Entwürfe von acht Studenten im Rathaus-Foyer zu sehen. Auf Stellwänden hängen Pläne und Visualisierungen aus, jeder Entwurf ist auch als Modell nachgebaut anzuschauen. Die offizielle Eröffnung der Ausstellung am Dienstag markiert einen Meilenstein des Weges der Schule zu einem neuen Schulhof.

Am Rittersberg-Gymnasium hatte sich vor rund zwei Jahren die von der Lehrerin Dorothee Hassel betreute Schüler-AG RB Green gegründet. Ziel: den Schulhof des Gymnasiums umzugestalten – unter ökologischen Gesichtspunkten. Baudezernent Peter Kiefer berichtete in seiner Ansprache, dass sich die AG nach dem Besuch einer städtischen Infoveranstaltung zum Klimaanpassungskonzept gebildet habe. „Die Schülerinnen und Schüler kämpfen für Ziele, die ihnen wichtig sind“, lobte Kiefer. Mittlerweile seien vier städtische Referate mit im Boot, sagte Kiefer, der dem „Projekt im Zeichen des Klimawandels“ weitere Unterstützung zusagte. „Euer Engagement ist großartig.“

Nach der Gründung habe die AG auch mittels Ralf Kammer von der Bau AG Kontakte zur Stadt und zur TU in München knüpfen können, berichtete die Schulleiterin Ulrike Dittberner. Ebenso bestünden Kontakte zur TU in Kaiserslautern, zur Hochschule Trier und zu weiteren Einrichtungen und möglichen Geldgebern. Die Schulgemeinschaft erlebe durch das Projekt, bei dem nichts ohne „die notwendige Ausdauer“ gehe, „Klimaschutz am konkreten, lebensnahen Beispiel“, sagte die Direktorin.

Unterstützung von einem ehemaligen Schüler

„Gar keine Frage“ sei es für ihn gewesen, sich bei dem Projekt seiner ehemaligen Schule zu engagieren, sagte Udo Weilacher, Professor für Landschaftsarchitektur an der Technischen Universität München. Acht seiner Studenten haben die Entwürfe gemacht und die Modelle gebaut, die im Foyer zu sehen sind. Schulhof-Projekte gehörten zwar nicht originär zu den Betätigungsfeldern seiner Studenten und hätten zudem so ihre Tücken. Das liege daran, dass Schüler, Eltern, Hausmeister, Lehrer und auch der Schulträger unterschiedlicher Auffassung seien, wie denn ein idealer Schulhof auszusehen hat. Aber ein Vortrag des aus dem Fernsehen bekannten Astrophysikers Harald Lesch (Titel: „Warum tun wir eigentlich nicht, was wir tun sollten?“) habe ihn in Sachen Klimaschutz schwer beeindruckt und dazu bewogen, auch etwas tun zu wollen. „Was ihr macht, finde ich super“, rief er den Schülern seiner ehemaligen Schule zu.

„Wir möchten die Welt ein bisschen besser machen“, sagte Merle Scheipers, Mitglied der AG RB Green. Die Umgestaltung des Schulhofes trage auch zur Verschönerung der Stadt insgesamt bei. Die AG – gegründet von vier Lehrern und fünf Schülern – hat von Schülerseite mehr als ein Dutzend Mitglieder, einige der Gründungsmitglieder haben die Schule bereits, mit dem Abitur in der Tasche, verlassen.

Kiefer schätzt die Kosten auf rund 500.000 Euro

Im städtischen Haushalt 2021/22 sind 50.000 Euro für Planungen rund um den neuen Schulhof eingestellt. Für das Projekt geht Baudezernent Kiefer von Kosten in Höhe von etwa einer halben Million Euro aus. Das sei nur darstellbar mit Fördergeld aus Mainz, etwa vom Bildungs- und vom Umweltministerium. Gegenüber der RHEINPFALZ zeigte sich Kiefer allerdings optimistisch. „Wir gehen von einer großzügigen Förderung für ein solches Vorzeigeprojekt aus.“

Durch das rund 70-minütige Programm führten Viktoria Schnurpfeil und Prikshat Anand, beide Mitglieder bei RB Green. Es spielten die Big Band des Rittersberg-Gymnasiums – unter anderem „Skyfall“ aus dem gleichnamigen Bond-Film – sowie die Band Greenwash. Diese hat sich, wie die Moderatoren berichteten, aus Anlass von RBGreen gegründet und präsentierte unter anderem das Stück „One World (not three)“ von The Police.

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