Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Drei Jahre Pandemie: Der lange Weg des Westpfalz-Klinikums zur Normalität

Gehört der Vergangenheit an: eine Intensivstation nur für Corona-Patienten.
Gehört der Vergangenheit an: eine Intensivstation nur für Corona-Patienten.

Fast auf den Tag genau drei Jahre ist es her, dass der erste Corona-Patient ins Westpfalz-Klinikum kam. Nach Lockdowns und Besucherstopps sind nun weitere Einschränkungen Geschichte: die Testpflicht für Besucher und die FFP2-Pflicht für Mitarbeiter. Schrittweise wird’s (fast) wie früher.

Der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, Thorsten Hemmer, ist froh, dass seit Mittwoch die Maskenpflicht für seine Mitarbeiter ausgelaufen ist, denn „die FFP2-Masken waren schon eine Belastung“. Gerade im Sommer und bei körperlichen Arbeiten. Ebenfalls entfällt das Testen auf das Coronavirus, das die Mitarbeiter wöchentlich mehrfach mitmachen mussten. Und Besucher hatten – bis Dienstag – auf Nachfrage einen negativen Corona-Test vorzuweisen. Das gehört ebenfalls der Vergangenheit an. Die Testpflicht ist an allen vier Standorten des Westpfalz-Klinikums (Kaiserslautern, Kusel, Rockenhausen und Kirchheimbolanden) aufgehoben worden.

„Es ist eine gute Sache, wenn Mitarbeiter und Besucher wieder einfacher ins Krankenhaus kommen“, sagt Hemmer und ergänzt: „Ja, wir haben vulnerable Gruppen, die es noch immer zu schützen gilt“, aber man habe auch eine Fürsorgepflicht den Mitarbeitern gegenüber. Besucher müssen zunächst weiterhin eine FFP2-Maske tragen, diese Maskenpflicht wird voraussichtlich noch bis zum 7. April gelten.

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„Ich bin froh, dass die schwierige Lage der Pandemie nun ein Ende gefunden hat. Vielfältige Maßnahmen wie Impfung, Masken- und Testpflicht haben dazu beigetragen, sicher durch diese schwere Zeit zu kommen“, ergänzt Christian Mönch, der Ärztliche Direktor des Klinikums. Durch die sogenannte Herdenimmunität sei aus der Pandemie eine Endemie geworden, erklärt der Mediziner: „Das gibt uns nun die Möglichkeit, auf die Masken und das Testen im Alltag zu verzichten.“

„Für unsere Mitarbeitenden ist die Rückkehr zur Normalität ein Herzenswunsch“, berichtet Mönch. Nun lasse man „ein großes Stück der täglichen Belastungen der vergangenen drei Jahre zurück“. Davon abgesehen freue er sich, endlich wieder in die Gesichter von Kollegen und Kolleginnen blicken zu können – „sind doch ein Lächeln, Freude, Zustimmung, aber auch ein Ausdruck von Sorgen in der Medizin wichtige Begleiter unserer täglichen Arbeit, die über Jahre leider nicht zum Ausdruck gekommen sind“.

Wieder an den neuen, alten Alltag gewöhnen

Dem pflichtet Hemmer bei. Der Geschäftsführer sagt: „Corona ist vorbei.“ Nun sei die Herausforderung, sich wieder an den neuen, alten Alltag gewöhnen – und das geschieht im Krankenhaus „deutlich langsamer als gedacht“. Während vor drei Jahren ein Schalter umgelegt worden sei, plötzlich alles auf „Stopp“ stand, sei das nun nicht so möglich. Die Rechnung, dass das Krankenhaus nun weiterwirtschaften könne wie 2019, gehe nicht auf – allein schon, weil wegen weniger Mitarbeitern nun weniger Betten zur Verfügung stehen. „Das Krankenhaussystem ist auf Menge ausgelegt, das geht so aber nicht mehr“, sagt Hemmer: „Die Themen Gesundheitsreform und Krankenhausfinanzierung standen lange Zeit hintenan.“ Er wirbt für eine Vorhaltefinanzierung – wie bei Feuerwehr und Polizei. Die angekündigte Krankenhausreform gehe in die richtige Richtung, dauere aber noch zu lange.

Der Geschäftsführer weiß, dass die vergangenen Jahre die Mitarbeiter des Westpfalz-Klinikums viel Kraft gekostet haben: Schon ohne Pandemie fehlten Pflegekräfte; wenn dann auf einer Station noch Mitarbeiter erkrankt und/oder in Quarantäne waren, mussten andere die Mehrarbeit auffangen. Gleichzeitig hätten die Krankenhausmitarbeiter in dieser Zeit ihre Flexibilität bewiesen, wenn sie beispielsweise auf anderen Stationen eingesetzt wurden.

„Froh, dass es vorbei ist“

Jetzt sei die Zeit, um wieder für Normalität zu sorgen, das Miteinander zu stärken: „Das wird in diesem Jahr eine unserer großen Aufgaben“, sagt der Geschäftsführer. Dabei würden oft schon Kleinigkeiten gut ankommen, beispielsweise die Berliner-Verteilaktion zu Fastnacht. Der Wegfall der FFP2-Maske trage ebenfalls dazu bei, genau wie die persönliche Ehrung der Jubilare im Unternehmen. „Es geht nicht nur um den Arbeitsalltag, sondern auch ums Drumherum“, betont Hemmer. Betriebsausflüge, Wanderungen und gemeinsame Pausen in der Cafeteria seien ebenfalls wieder möglich – und ausdrücklich erwünscht.

Was bleibt nach drei Jahren Corona? „Wir haben das gut gewuppt“, sagt Hemmer, „aber wir sind froh, dass die Zeit vorbei ist.“ Das Krisenmanagement sei gut gewesen, die Vorgaben von Bund und Land entsprechend für das Krankenhaus umgesetzt worden – „auch wenn vielleicht nicht alles perfekt lief“. Unterm Strich hätten die Mitarbeiter das sehr gut hinbekommen.

Infektionsstation ist wieder im Regelbetrieb

Derzeit werden im Westpfalz-Klinikum noch gut 50 Menschen mit Corona versorgt – wobei die Betonung auf „mit“ liegt. Dass Menschen wegen Corona behandelt werden, sei seltener geworden. Hemmer: „Sie müssen sehen, dass vor drei Jahren ein neues Virus auf eine nichtgeimpfte Bevölkerung getroffen ist.“ Deswegen ist die Infektionsstation wieder in den Regelbetrieb übergegangen, behandelt nun wieder die üblichen Lungen-Erkrankungen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Normalität.

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