Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Der Pfälzer im Tor des TuS Dansenberg

Michael Hoppe an seinem neuen „Arbeitsplatz“, dem Tor des TuS 04 Dansenberg.
Michael Hoppe an seinem neuen »Arbeitsplatz«, dem Tor des TuS 04 Dansenberg.

Nach Jahren der Wanderschaft kehrt Michael Hoppe in die Heimat zurück. Bei seinem neuen Verein will der Keeper für Stabilität zwischen den Pfosten sorgen.

Torhüter Michael Hoppe (26) wechselt von Drittligaaufsteiger HG Oftersheim/Schwetzingen zu Regionalligist TuS 04 Dansenberg. In seiner Karriere spielte er bereits bei den Eulen Ludwigshafen, der DHfK Leipzig und in der schweizerischen ersten Liga beim RTV Basel. Jetzt kehrt er in die Heimat zurück und will ein sicherer Rückhalt für den im Umbruch befindlichen TuS Dansenberg sein.

Der gebürtige Nordpfälzer Michael Hoppe fand schon früh zum Handball: „Meine Klassenkameraden in der ersten Klasse haben gesagt, ich solle doch mal mitkommen zum Handball. Zu der Zeit haben alle Handball gespielt, ich fand den Sport sofort cool“, erinnert er sich. Zunächst spielte er im Feld, doch bereits nach einem halben Jahr fand Hoppe den Weg zwischen die Pfosten: „Im Feld war ich nicht so talentiert, daher hat man mich ins Tor gestellt. Das hat gut geklappt, deswegen bin ich dabeigeblieben“, erzählt der heute 1,88 Meter große Keeper. In der Jugend spielte er bei der TSG Eisenberg, die später mit Göllheim fusionierte, die heutigen Nordpfälzer Wölfe.

Erfolgreiche Zeit bei den Eulen

In der Saison 2015/16 tat sich für den damals 18-Jährigen eine große Gelegenheit auf, als die TSG Friesenheim (heute Eulen Ludwigshafen) mit Trainer Ben Matschke noch einen Torhüter für das Training benötigte. So spielte Hoppe zunächst noch in Göllheim, trainierte aber bereits in Ludwigshafen. Im Sommer 2016 wechselte er dann fest nach Friesenheim, wurde Stammtorhüter der zweiten Mannschaft in der Oberliga und war als dritter Torwart im Training des Bundesligateams dabei. Obwohl er mehrfach im Spieltagskader stand, durfte er nie sein Bundesligadebüt feiern. „Dennoch konnte ich durch das professionelle Training sehr viel mitnehmen. Wir hatten mit Tonci Peribonio, Sieger 1993 im Europapokal der Landesmeister mit Zagreb, einen tollen Torwarttrainer bei der zweiten Mannschaft. Auch von Roko Peribonio und Kevin Klier konnte ich sehr viel lernen. Es war einfach toll, als ganz junger Spieler mit solchen Leuten zu tun gehabt zu haben“, erläutert Hoppe, warum die Zeit bei den Eulen ein voller Erfolg war.

2018 wollte Michael Hoppe den nächsten Schritt gehen, wechselte zur HG Oftersheim/Schwetzingen, um dort Dritte Liga zu spielen. Das tat er auch, blieb zwei Jahre, doch „aufgrund einer Knieverletzung war es nicht die einfachste Zeit für mich“. Zeitgleich hatte der Keeper in Heidelberg ein Studium der Sportwissenschaften begonnen und dort auch seinen Bachelor gemacht sowie eine Weiterbildung zum Sporttherapeuten.

Wechsel in den Osten

2020 wechselte Hoppe dann zur Drittligareserve des Bundesligisten DHfK Leipzig: „Ich wollte zu der Zeit etwas anderes erleben und auch einen Verein mit anderen Strukturen kennenlernen“, beschreibt der Torhüter seine Beweggründe für den Wechsel in den Osten. Darüber hinaus konnte er in Leipzig auch, aufbauend auf seinem vorherigen Studium, ein Masterstudium an der dortigen Uni beginnen, „der Hauptfokus lag aber auf dem Sport“, so Hoppe.

Durch starke Leistungen in der Dritten Liga und im Training spielte sich Michael Hoppe schließlich als dritter Torhüter in den Bundesligakader, war bei Trainingslagern dabei und durfte Vorbereitungsspiele gegen Teams wie den TBV Lemgo bestreiten. Währenddessen war der Keeper einer der Leistungsträger und Führungsspieler der zweiten Mannschaft: „Ich konnte mich sportlich sehr gut weiterentwickeln“, berichtet Hoppe.

Eine Art Ersatzfamilie

Generell blickt der gebürtige Pfälzer gerne auf seine Zeit in Sachsen zurück: „Ich wurde dort super aufgenommen. Dort treffen sehr viele junge talentierte Handballer aufeinander, die dort auch eine Art Ersatzfamilie finden. Es gab eine sehr enge Verbindung zwischen den Sportlern. Man verbringt viel Zeit miteinander und trainiert sehr viel und intensiv. Das Training findet unter sehr professionellen Bedingungen statt, wir hatten viele gute Trainer und ständige Betreuung durch Physiotherapeuten. Besonders mit Milos Putera, Ex-DHfK-Keeper, jetzt Torwarttrainer, konnte ich viel arbeiten, da habe ich sehr viel lernen können.“ Folgerichtig verlängerte er seinen Vertrag um zwei Jahre, hatte jedoch die Option, zu wechseln, sollte er anderorts einen Profivertrag angeboten bekommen.

Profivertrag in der Schweiz

Diese Chance tat sich 2022 auf, als der Schweizer Erstligist RTV 1879 Basel einen neuen Torwart suchte: „Ich bin Leipzig sehr dankbar, dass das so unkompliziert geklappt hat“, erzählt Hoppe, der in der Schweiz seinen ersten Profivertrag unterschrieb. Angesprochen auf das Niveau der Nationalliga A berichtet er: „Es ist Wahnsinn, was in der Schweiz für eine Arbeit geleistet wird. Durch die Rückkehr von Andi Schmid kam ganz viel Aufmerksamkeit und Professionalität in die Liga. Jede Halle war voll, wenn er gespielt hat, es war sehr besonders, gegen ihn gespielt zu haben. Ich denke, es gibt dort drei bis vier Vereine, die in der Bundesliga mithalten könnten.“

Zunächst lief es gut für Hoppe: „Die Schweizer sind superfreundliche Menschen, und die Schweiz ist ein tolles Land zum Leben. In der Mannschaft hatten wir viele internationale Spieler, sodass es zu Beginn eine Sprachbarriere gab. Das hat aber letztendlich gut geklappt. Es war eine tolle Erfahrung auch mal international Handball zu spielen.“ Der Torhüter wäre gerne länger in der Alpenrepublik geblieben, doch Basel stieg am Saisonende überraschend ab. Am letzten Spieltag der Play-outs entschied sich der Abstieg durch ein einziges Tor: „Keiner hat damit gerechnet, dass wir absteigen, das war sehr unglücklich“, hadert der Pfälzer.

Übergangslösung in Oftersheim/Schwetzingen

Da der Unterschied zwischen Erster und Zweiter Liga immens ist und es ein großes Leistungsgefälle gibt, „war es für mich keine attraktive Lösung zu bleiben und um den Wiederaufstieg zu spielen“, so Hoppe.

Da die Entscheidung sehr spät fiel, hatten die meisten Vereine ihre Kaderplanung bereits abgeschlossen, sodass er schließlich zu seinem Ex-Verein Oftersheim/Schwetzingen zurückkehrte, der noch Verstärkung für den direkten Wiederaufstieg in die Dritte Liga suchte, was am Ende der vergangenen Saison auch gelang: „Das war für mich eine gute Übergangslösung.“

Fokus auf Leistungssport

So stand Michael Hoppe für die kommende Saison vor der Wahl, entweder noch mal professionell Handball zu spielen oder zurück in die Heimat zu gehen: „Am Ende hat der Aspekt Heimat überwogen. Ich hatte einige Angebote, aber es war nichts Interessantes dabei.“ Als der Torhüter dann beim TuS Dansenberg unterschrieb, war dieser noch ein Drittligist: „Der Abstieg war unglücklich, aber das Spielniveau war nicht das Entscheidende. Dennoch liegt der Fokus auf Leistungssport, das war mir wichtig. Dansenberg ist ein Pfälzer Traditionsverein, von dem man schon viel gehört hat, die Region gefällt mir besonders gut.“

Sein erster Eindruck vom neuen Verein und den neuen Mitspielern ist sehr positiv: „Alle sind supernett, und ich wurde gut aufgenommen. Das ist eine super Truppe. Alles junge motivierte Leute aus Dansenberg oder der näheren Region. Regionaler kann man auf dem Niveau kaum spielen.“ Michael Hoppe erklärt darüber hinaus seine Ziele für die kommende Saison: „Mein Ziel ist, konstant gute Leistungen zu bringen und der Mannschaft in der Umbruchzeit von hinten raus die nötige Stabilität zu geben.“

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