Kaiserslautern Der Adolph-Kolping-Platz: Von einer wichtigen Verkehrsachse und Motorrad-Plagen
Der heutige Adolph-Kolping-Platz wurde bereits im Jahr 1887 als Verkehrsverteiler in den Stadtordnenden Erweiterungsplan von Eugen Bindewald eingezeichnet. Gegen Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dieser Bereich in der Jugendstilzeit ein Schwerpunkt der Stadtentwicklung – geprägt durch eine bauliche Vielfalt, die großteils noch heute erhalten ist. Die historische Aufnahme, die an einem etwas erhöhten Standort entstanden ist, stammt aus dem Jahr 1939. Das aktuelle Foto ist etwa vom gleichen Standort aus aufgenommen.
Der Adolph-Kolping-Platz ist der älteste Verkehrskreisel in der Innenstadt. Das ehemalige Fackelrondell und der St.-Marien-Platz entwickelten sich als zwei weitere Verkehrsverteiler. Der Adolph-Kolping-Platz ist Bestandteil der Kulturzone dieses Stadtareals. Als verkehrstechnischer Verteiler angelegt, entwickelte er sich zu einer wichtigen Verbindung von der Bismarckstraße über die Barbarossastraße bis zum Hauptbahnhof. Der Platz hat acht einmündende, beziehungsweise davon ausgehende Straßen.
Kreiseln, bis die Polizei kommt
Dem Platz wurden in den ersten Jahren nach der Randbebauung unterschiedliche Namen zugedacht. In älteren Stadt- und Pfalzführern ist Friedrich-Wilhelm-Platz und Wilhelm-Platz zu finden. Im Jahr 1835 schien sich die Stadt an den Preußenkönig Friedrich-Wilhelm zu erinnern und benannte den Platz Preußenplatz. Die Nationalsozialisten behielten diesen Namen bei. Nach Kriegsende, noch im Jahr 1945, erhielt er den Namen Adolph-Kolping-Platz. Damit erinnert der Platz seither an den engagierten katholischen Priester und Gründer des sozial geprägten Kolpingwerks.
Auf der Westseite des Adolph-Kolping-Platzes gibt es heute das „Kolpinghaus Neue Eintracht“. In den 1950er Jahren gab es für junge Leute in dem großen Saal der „Neuen Eintracht“ eine Tanzschule mit Unterricht für „Tanzen und Benimm“. Eine jahrelange Plage in den 1950er Jahren war der Missbrauch des „Kolping-Kreisels“ als Trainingsgelände für „Motorrad-Rundfahrer“. Sie zählten die Runden mit der neuen Maschine und sie stoppten die Zeit, bis die Polizei und die Stadt dem Treiben ein Ende machten.
Die Serie
Unser Autor Gerhard Westenburger nimmt während der Sommerferien unsere Leserinnen und Leser mit auf die Reise in die Vergangenheit der Barbarossastadt.
Bisher erschienen sind Texte über Am Franzosenstein, ein Jugendstil-Anwesen in der Pirmasenser Straße sowie Geschichten über den Hauptbahnhof und den Kennedyplatz.