Kaiserslautern Am Franzosenstein: Ein gut durchmischtes Quartier

 Dieser Teil der Hofseite der Bau-AG-Wohnanlage der Straße Am Franzosenstein beim Kapellenweg wurde 1953 von der Bau AG aufgenom
Dieser Teil der Hofseite der Bau-AG-Wohnanlage der Straße Am Franzosenstein beim Kapellenweg wurde 1953 von der Bau AG aufgenommen.

Kaiserslautern gestern und heute: Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte auch in Kaiserslautern Wohnungsnot. Unter anderem mit dem Projekt „Alter Friedhof“ wurde dem entgegengewirkt – um an Geld zu kommen, wurde auch getrickst.

Die Gemarkung „Alter Friedhof“ zwischen der Friedenstraße, dem Hilgardring und der Mannheimer Straße wurde ab 1950 von der Bau AG für den Wohnungsbau genutzt. In der Straße Kapellenweg waren die ersten Häuser im Jahr 1952 bezugsfertig. Die Straße Am Franzosenstein ist eine etwas ruhiger gelegene Häuserreihe auf der Westseite des Kapellenwegs. Auch dort zogen gegen Ende des Jahres 1952 die ersten Mieter ein. Dieser gesamte Neubaukomplex war gemäß damaliger Landesvorschriften ausschließlich „Sowjetzonen-Flüchtlingen“ und Vertriebenen vorbehalten. Nur dafür gab es umfangreiche Zuschüsse – wie in anderen Nachkriegsneubauvierteln auch. Das Bau-AG-Projekt „Alter Friedhof“ war ein Beitrag zur Beseitigung der in den 1950er Jahren immer noch bestehenden Wohnungsnot.

Die Bau AG und die Stadt haben die nicht vom Durchgangsverkehr beanspruchte, etwas abgelegene Straße Am Franzosenstein mit reichlich Grün ausgestattet, beispielsweise mit mehr als 400 Quadratmetern Wiesenfläche. Mehrere Bäume des Alten Friedhofs blieben erhalten. Das in den 1950er Jahren weiterentwickelte Wohngebiet ist heute ein kompaktes, gut durchmischtes Quartier.

Reglementierung des Landes umgangen

Obwohl noch bis in die 1950er Jahre Landesmittel nur zum Bau für „Flüchtlings und Vertriebenenwohnungen“ zur Verfügung gestellt wurden, fand die Stadt auch für die Straße Am Franzosenstein immer wieder Wege und Möglichkeiten, die verhältnismäßig strenge Reglementierung des Landes zu umgehen. Es gab „Wohnungs-Sonderinteressen“ aus dem parteipolitischen Umfeld des Stadtrats, die an die Stadt herangetragen wurden. Schließlich fanden auch einige einheimische Familien eine neue Wohnung Am Franzosenstein.

Die Straße Am Franzosenstein wurde 1951 nach dem Kriegerdenkmal benannt, das 1836 auf dem Alten Friedhof zu Ehren der Veteranen der napoleonischen Armee errichtet wurde. Das Denkmal Franzosenstein steht in der kleinen Anlage beim Kapellenweg – von der Friedenstraße aus gesehen auf der Südseite der ehemaligen Leichenhalle des Alten Friedhofs.

Heute ist zu erkennen, dass die Stadt dieses Quartier mit reichlich Grün versehen und die Bau AG die Anlage modernisiert hat.
Heute ist zu erkennen, dass die Stadt dieses Quartier mit reichlich Grün versehen und die Bau AG die Anlage modernisiert hat.
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