Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel CDU-Kandidat Marc Fuchs: „Kaiserslautern muss sicherer werden“

Leidenschaft 1. FCK: Marc Fuchs am Fritz-Walter-Stadion vorm Horst-Eckel-Tor.
Leidenschaft 1. FCK: Marc Fuchs am Fritz-Walter-Stadion vorm Horst-Eckel-Tor.

Ehrgeizig, bodenständig und in Kaiserslautern verwurzelt: Marc Fuchs will im Wahlkreis 44 für die CDU das Direktmandat gewinnen, das seit Jahrzehnten in SPD-Hand ist.

„Ich kann kämpfen, ich bin keiner, der schnell aufgibt“, sagt der 41-Jährige. Das sei früher, als er noch aktiv Fußball gespielt hat – „ich stand immer im Tor“–, schon so gewesen. Mit deutlicher Mehrheit hatte er sich vor einem Jahr gegen Mitbewerberin Ursula Düll als Landtagskandidat für die Kaiserslauterer CDU durchgesetzt, jetzt will er Andreas Rahm (SPD) den Wahlkreis abnehmen. „Er ist über die Liste abgesichert, wenn ich gewinne, haben wir zwei Vertreter aus der Mitte in Mainz“, argumentiert der Vater einer zwölfjährigen Tochter. Er werfe einiges in die Waagschale. „Klar kann ich zur Polizei zurückkehren, aber sicher nicht auf meine aktuelle Position“, sagt er. „Ich bin Regierungsrat, ums Geld geht es mir nicht.“

Fuchs, der seit 2014 für die CDU im Stadtrat sitzt, derzeit als stellvertretender Fraktionschef, will sich für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen einsetzen. „Weil wir als Stadt vom Land zu wenig Geld kriegen, können wir oft nur verwalten, aber nicht gestalten. Wir müssen Zoo, Gartenschau und die Schwimmbäder gegeneinander ausspielen.“ So könne es nicht weitergehen. „Ich will für mehr Geld streiten und so die Stadt voranbringen.“ Der Christdemokrat ist in Hohenecken aufgewachsen, hat ein Haus in der Nachbarschaft seiner Eltern gekauft. „Lautre zu verlassen, das wäre für mich nie infrage gekommen.“

„Polizei von Bürokratie und Schreibkram entlasten“

„Ich bin ehrgeizig“, so der CDU-Kandidat. Er hat bei der Bundeswehr studiert und ein Diplom als Verwaltungswirt gemacht, war dann Leiter der Ausbildung für zivile Berufe für die Pfalz und das Saarland, wechselte 2021 ins Polizeipräsidium Westpfalz, wo er das Referat Haushalt und Finanzen leitet. Ein wichtiges Thema für ihn: die öffentliche Sicherheit. Schon 2016 machte er sich im Stadtrat für Videoüberwachung stark, sagt: „Es kann doch nicht sein, dass Schülerinnen tagsüber rund um die Mall angepöbelt werden. Übrigens nicht nur von Migranten.“ Das Land Rheinland-Pfalz müsse deshalb endlich die rechtlichen Möglichkeiten schaffen, damit Kommunen dort, wo sie es für wichtig halten, Kameras aufstellen können. „Kaiserslautern muss sicherer werden.“ Videoüberwachung sei kein Allheilmittel, aber Erfahrungen aus anderen Städten zeigten, dass Gewaltdelikte an Plätzen, wo sie eingesetzt werde, zurückgehen. „Wobei wir an vielen Stellen auch eine bessere Beleuchtung brauchen“, konkretisiert Fuchs. Er plädiert dafür, die Polizei von „Bürokratie und Schreibkram“ zu entlasten, damit sie mehr „auf der Gass“ präsent sein kann. „Gerade beim Thema Sicherheit würde ich im Landesparlament eine harte Linie vertreten“, so Fuchs auch mit Blick auf die jüngste Messerstecherei mit Todesfolge am Fackelbrunnen.

Fuchs, der sich selbst als konservativ bezeichnet und betont, christlich erzogen zu sein, setzt in diesen Tagen auf intensiven Haustürwahlkampf. Sagt: „Das macht mir Spaß, ich höre zu, nehme mir Zeit. Es kommt zu wenig bei den Menschen an, sie wollen Erklärungen, sehnen sich nach einer Veränderung.“ Klar werde auch auf die CDU geschimpft, besonders auf die jüngsten Äußerungen des Wirtschaftsflügels. „Davon distanziere ich mich. Wir sind nicht zu faul, wir arbeiten nicht zu wenig und wir sind nicht zu oft krank.“ Falls er den Sprung nach Mainz schafft, will Fuchs sein Stadtratsmandat behalten und sich weiter im Ortsbeirat Hohenecken engagieren. „Das ist sinnvoll, weil vieles ineinandergreift und ich den Bezug zur Basis behalten will.“

„Es fällt viel zu viel Unterricht aus“

Bei der Schulpolitik beispielsweise sei das wichtig. „Das Niveau sinkt, das habe ich als Ausbilder gesehen. Und ich kriege es bei meiner Tochter mit. Es fällt viel zu viel Unterricht aus.“ Eine Schule für alle werde es mit ihm nicht geben. „Was wir brauchen, ist ein verpflichtendes Vorschuljahr.“

Hobbys? Fuchs verbringt so viel Zeit wie möglich mit seiner Tochter. Im Sommer liebt er es, mit ihr den Gelterswoog zu besuchen. „Schwimmen, Minigolf spielen, der Gelterswoog ist ein besonderer Ort.“ Und dann ist da noch der 1. FCK. „Er ist der Werbeträger Nummer eins von Kaiserslautern, ich gehe mit dem Verein durch dick und dünn, auch wenn ich für die Westkurve aus Zeitgründen keine Dauerkarte mehr habe.“

Info: Wahlkreis 44

Der Wahlkreis 44 umfasst die kreisfreie Stadt Kaiserslautern ohne die Ortsbezirke Dansenberg, Einsiedlerhof, Erfenbach, Erlenbach, Mölschbach, Morlautern und Siegelbach sowie ohne die ehemaligen Ortsbezirke Betzenberg und Lämmchesberg/Universitätswohnstadt.

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