Zwischenbilanz RHEINPFALZ Plus Artikel Worüber Ebertsheim jetzt diskutieren muss

Etwa 90 Prozent der Tiefbauarbeiten für Glasfaserleitungen bis ins Haus sind laut Mawacon abgeschlossen. Unter anderem liegen no
Etwa 90 Prozent der Tiefbauarbeiten für Glasfaserleitungen bis ins Haus sind laut Mawacon abgeschlossen. Unter anderem liegen noch die Leitungen bei der Brücke über den Rodenbach frei.

Das Platzangebot im Ebertsheimer Kindergarten wird schon bald nicht mehr ausreichen. Insbesondere wenn das Kita-Gesetz Neuerungen bringt. Bauliche Erweiterungen am Gebäude sind jedoch begrenzt. Container sollten nur eine Zwischenlösung für den höheren Platzbedarf sein, sagt Ortsbürgermeister Bernd Findt.

Was galt zum Jahreswechsel als größtes Projekt für 2023 und wie ist da der aktuelle Stand?
Sicherlich der Glasfaserausbau. Mit den Arbeiten fürs schnelle Internet haben die Firmen Mawacon/Mawa-Bau im Mai begonnen. Das Verlegen der Leerrohre – zum großen Teil auch in die Gebäude – sind zu 90 Prozent abgeschlossen. Nach Rücksprache mit dem Mawacon-Projektleiter werde noch in diesem Jahr mit dem „Einblasen“ der Glasfaserkabel in die Leerrohre begonnen, informiert Findt. Es sei durchaus vorstellbar, dass die Arbeiten zum Jahresende in beiden Ortsteilen abgeschlossen werden können. Die Zusammenarbeit mit den Unternehmen gestaltete sich nach Findts Angaben bislang „vorbildlich“.

Was könnte sich zu einem Problem und damit zur nächsten großen Herausforderung der Gemeinde entwickeln?
Wegen der beengten Verhältnisse in der Kindertagesstätte „3L – Lachend Leben Lernen“ wurde im Sommer ein Planungsbüro beauftragt, verschiedene Möglichkeiten auszuloten, um bedarfsgerecht Raum zu schaffen für die Kinder und das Fachpersonal. Das Platzangebot der Kita und die Erweiterungsmöglichkeiten des bestehenden Gebäudes sind aber äußerst begrenzt – gerade „für die neu geschaffenen Voraussetzungen, die das Kita-Gesetz des Landes in Zukunft vorgibt“, betont Findt. Für mehr Aufgaben und mehr Kinder sei die Kita „in keiner Weise geeignet“. Zunächst sollen dringend fehlende Räumlichkeiten mit einer vorübergehenden Containerlösung aufgefangen werden, so Findt: „Der Neubau einer Kita muss diskutiert werden.“

Was ist bereits fertig geworden oder steht kurz vor dem Abschluss?
Bereits im Frühjahr wurden die Erstellung einer repräsentativen Mauer aus Bruchsandsteinen vom Abbruchhaus in der Hauptstraße und der Pflasterung vor der Trauerhalle auf dem Ebertsheimer Friedhof erfolgreich abgeschlossen. Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich nur auf knapp 70.000 Euro. Auch dank ehrenamtlichen Engagements von Gemeinderatsmitglied Oswald Alleborn, der die Sandsteinmauer geplant und gemauert hat.

Abgeschlossen ist auch die Sanierung der Eisbachbrücke in der Hauptstraße, die seit drei Jahren wegen massiver Schäden an tragenden Beton- und Stahlteilen unterhalb der Brücke halbseitig gesperrt war. Der Arbeitsbeginn zog sich bis Juni diesen Jahres hin, da die 60-prozentige Förderung über den Investitionsstock des Landes abgewartet werden musste. Außerdem wechselte das Planungsbüro (wegen Ruhestand ) mitten in der Planungsphase. Durch Fahrbahnverengung und der Beschränkung des zulässigen Gesamtgewichtes wurden die ursprünglich geplanten Baukosten von 250.000 auf etwa 80.000 Euro gesenkt werden. Noch in diesem Jahr sollen noch die Sandsteinbrüstung ausgefugt und abgestrahlt sowie eine kleine Mauer bis zum Bachweg errichtet sowie Hochbordsteine zur einspurigen Verengung der Fahrbahn aufgebracht werden.

Was steht sonst noch an?
Der geplante Dorfhof nach dem Abriss des gemeindeeigenen Gebäudes in der Hauptstraße 5 soll nicht ausschließlich als Parkfläche dienen. Deshalb wurde ein Zuschussantrag über das Dorferneuerungsprogramm zum Ausbau gestellt. Der Dorfhof soll auch als Treffpunkt für die Ebertsheimer oder als Ausgangspunkt für Wanderungen genutzt werden. Falls der Antrag abgelehnt wird, soll versucht werden, über das Leader-Programm des Landes in die Förderung zu kommen. Im Oktober sollen das A-Team und die Gemeindearbeiter mit dem Bau eines vier Meter hohen Insektenhotels im Renaturierungsgebiet beginnen. Die vorgesehenen beiden barrierefreien Bushaltestellen am Ortsausgang Richtung Mertesheim sind mitten in der Planungsphase. Unlängst wurden Bodenproben an den geplanten Standorten für die neuen Bushaltestellen entnommen und untersucht. Die Vorschläge zur Umsetzung liegen vor. Findt hofft, dass Ebertsheim mittels der angekündigten Zuschüsse von Kreis und Land baldmöglichst zum Zuge kommt.

Die Serie

Für unsere Serie „Zwischenbilanz“ haben wir bei Bürgermeistern nachgehakt, wie es mit Projekten vorangeht, die für ihre Gemeinden besonders bedeutend sind. Wir knüpfen damit an die Jahresgespräche und wollen wissen, ob alles nach Plan läuft, ob es Fortschritte oder Rückschläge oder sonstige Überraschungen gab.

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