Leiningerland RHEINPFALZ Plus Artikel Wassermangel: Wie die Bürger künftig versorgt werden sollen

Sie sind an der Planung rund um die neue Wasserleitung maßgeblich beteiligt (von links): Werkleiter Ralf Keller und Abteilungsle
Sie sind an der Planung rund um die neue Wasserleitung maßgeblich beteiligt (von links): Werkleiter Ralf Keller und Abteilungsleiter Johann Schröder.

Das Grundwasser in der Region geht zurück. Deshalb will die VG Leiningerland vorsorgen – und diese Pläne betreffen die gesamte Region.

„Es ist die erste physische Verbindung zwischen den beiden Alt-Verbandsgemeinden.“ So fasst Ralf Keller, Leiter der Verbandsgemeindewerke Leiningerland, zusammen, was derzeit in die Wege geleitet wird: Die VG plant, die bisher getrennte Wasserversorgung mit einer neuen Leitung zwischen den Wasserwerken Hettenleidelheim und Leiningerland zu verbinden.

Es ist die erste, die zwischen den früheren VGen Grünstadt-Land und Hettenleidelheim geschaffen werden soll. Dahinter steckt allerdings mehr: Weil das Grundwasser laut statistischem Landesamt in den vergangenen 20 Jahren um 25 Prozent gesunken ist, muss die VG vorsorgen und plant deshalb, in mehreren Schritten die Wasserversorgung für die Bevölkerung zu sichern.

Mehrere Varianten kommen infrage

Bis die Leitung fertiggestellt ist, dauert es aber noch eine ganze Weile, wie Abteilungsleiter Johann Schröder von den Wasserwerken der VG ankündigt, denn derzeit laufen erst die Planungen. Das Büro Obermeyer untersucht gerade verschiedene Trassen, die für die Leitung infrage kommen. Laut Schröder geht es um vier Varianten, die verschiedene Aspekte berücksichtigen, nämlich einerseits die möglichen Strecken, andererseits aber auch technische Voraussetzungen.

So werden Schröder zufolge zwei Routen durchdacht: einmal die Strecke über den Berg und Nackterhof und einmal die Strecke über Altleiningen, jeweils zum Wasserwerk der ehemaligen Verbandsgemeinde Hettenleidelheim in Wattenheim. Eine weitere Überlegung ist, entweder eine reine Zubringerleitung oder alternativ eine Versorgungsleitung in Kombination mit Hausanschlüssen zu verlegen. Die Varianten ließen sich auch miteinander kombinieren.

Welche Variante es wird, hänge von verschiedenen Faktoren ab – darunter der Nutzen, aber auch die Wirtschaftlichkeit, so Schröder. Die Dauer der Arbeiten varriiert je nach Variante ebenfalls: Mit einem Baustart sei in ein bis drei Jahren zu rechnen, fügt der Abteilungsleiter an.

Die neue Leitung hängt mit den gewachsenen Strukturen zusammen: Hat sich das Gebiet der früheren VG Hettenleidelheim bisher durch eigene Brunnen selbst versorgen können, musste für die Ortsgemeinden der früheren VG Grünstadt-Land Wasser zugekauft werden.

Sollte es zu Wasserknappheit kommen, wäre das Gebiet rund um Hettenleidelheim abgeschnitten, erklärt Schröder: „Wir wollen, dass die Autarkie nicht zum Problem wird.“ Deshalb soll die neue Leitung das ändern und zusätzlich einen Wasseraustausch in beide Richtungen ermöglichen.

Regionales Verbundnetz geplant

Bei der neuen Leitung handelt es sich aber nur um einen von mehreren Schritten, um die Wasserversorgung mittelfristig auf sichere Beine zu stellen, und zwar im Kleinen wie im Großen, sagt Werkleiter Keller: Es handele sich zwar um die längste Querverbindung, aber nicht um die letzte. Wie Abteilungsleiter Schröder ergänzt, sollen Schritt für Schritt einzelne Ortsgemeinden in Bezug auf die Wasserversorgung stärker miteinander vernetzt werden.

Doch die VG plant weiter, und zwar auf höherer Ebene: Angedacht ist das Errichten des Verbundnetzes Vorderpfalz, bestehend aus sieben Wasserversorgern, die sich künftig gegenseitig aushelfen sollen.

Dazu gehören neben den Verbandsgemeindewerken Leiningerland die Stadtwerke Grünstadt, die Technischen Werke Ludwigshafen, der Zweckverband für Wasserversorgung Pfälzische Mittelrheingruppe, die Stadtwerke Frankenthal, der Zweckverband für Wasserversorgung Friedelsheimer Gruppe und die Verbandsgemeindewerke Freinsheim. „Ziel ist, die getrennten Netze zu verbinden, damit sich die Regionen im Ringschluss unterstützen können“, sagte Verbandsbürgermeister Frank Rüttger (CDU) vor Kurzem im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Bis diese Pläne Realität werden, dauere es aber noch einige Jahre, wie Abteilungsleiter Schröder ankündigt: Bis 2028 solle bereits ein Teil umgesetzt sein, aber wahrscheinlich noch nicht das gesamte Projekt. Bis zum Frühjahr sollen weitere Details zum Verbundnetz bekannt gegeben werden.

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