Grünstadt Wahlkampf mit Volldampf
Direktkandidaten zur Landtagswahl: Sehr zielstrebig verfolgt der Dürkheimer Markus Wolf seine politische Karriere. Mit 35 Jahren will der studierte Politikwissenschaftler nach Sitzen im Stadt- und Kreistag jetzt nach Mainz. Seine Wurzeln hat der Dürkheimer CDU-Vorsitzende im Weinbaubetrieb seiner Eltern in Ungstein.
BAD DÜRKHEIM. Die Pfalz als Lebensmittelpunkt – etwas anderes kommt für Markus Wolf nicht in Frage. „Ich bin hier verwurzelt“, sagt der 35-Jährige. Derzeit ist sein Lebensmittelpunkt noch eine 80 Quadratmeter große Dachgeschosswohnung in Wolfs Elternhaus in Ungstein, von wo aus er einen freien Blick auf die Reben des Weilbergs genießen kann. Demnächst will er in ein Haus in Bad Dürkheim ziehen – gemeinsam mit seiner Freundin Gabi Krebs. Mit der ehemaligen Dürkheimer Weinprinzessin ist der CDU-Direktkandidat seit fünf Jahren liiert – derzeit kann er sie aber nicht allzu oft sehen. Wolf ist meist auf Wahlkampf-Tour und die 27-jährige Leistadterin arbeitet im Finanzministerium in Mainz. Freie Termine sind bei Wolf selten, diesen Eindruck gewinnt auch sein großer Facebook-Freundeskreis, den er über seine Aktivitäten auf dem Laufenden hält. Er wolle es aber vermeiden, so Wolf, seine Facebook-Gemeinde mit solchen Nachrichten allzu sehr zu überfrachten. Zwei bis drei Tage in der Woche ist „Posting-Pause“. Geschrieben hat er in letzter Zeit häufiger von Prunksitzungen und Neujahrsempfängen in seinem Wahlkreis. Mit ihm bei solchen Veranstaltungen ins Gespräch zu kommen, ist einfach, bezeichnet sich Wolf doch selbst als „kommunikativ“. Deshalb will er im Wahlkampf auch gerne das so genannte „Canvassing“ ausprobieren, also uneingeladen an Haustüren klingeln und mit den Bewohnern das Gespräch suchen. Berührungsängste habe er nicht, sonst hätte er ja nicht Politiker werden können, meint Wolf selbstbewusst. „Außerdem muss mir da selbst gar nicht so viel einfallen, die Leute haben derzeit genug auf dem Herzen, was sie loswerden wollen.“ Nach Fragen über Wolfs Ausbildung und Familienstand geht es den interessierten Bürgern meist um Auskünfte zur Flüchtlingspolitik. Wobei er versuche, trotz aller Ängste in der Bevölkerung mit vernünftigen Argumenten zu überzeugen. Eine schwierige Zeit also, um beruflich in der Politik Fuß zu fassen? „Die Frage stellt sich für mich nicht. Politik ist spannend, man kann etwas bewegen“, betont er und bekennt, „nicht so der Sozialpolitiker“ zu sein. Lieber beschäftige er sich mit Weinbau und Tourismus, Bildungspolitik sowie Wirtschafts- und Finanzfragen. Das Interesse für den Weinbau wurde ihm bereits in die Wiege gelegt. Seine Eltern bewirtschafteten eine inzwischen 31 Hektar große Rebfläche für die Winzergenossenschaft Ungstein. Den Betrieb hat Wolfs 20 Monate jüngerer Bruder Andreas übernommen. Vater Walter Wolf ist Kreisvorsitzender der Bauern- und Winzerschaft, Ungsteiner Ortsvorsteher und Stadtratsmitglied. Von ihm kam auch das Interesse an Politik und der Einstieg in die Junge Union. Wolf entschied sich nach dem Abitur zu einem Studium der Politikwissenschaft. Erfahrungen in der Berufswelt sammelte er in einer Personalberatungsfirma. „Ich habe mich eigentlich für eine Stelle in Karlsruhe beworben, aber es wurde dann letztlich Titisee-Neustadt“, erzählt Wolf. Da er seinen Lebensmittelpunkt nicht in den Schwarzwald verlegen wollte – dann hätte er seine politische Arbeit im Stadtrat aufgeben müssen – willigte die Firma ein, dass Wolf zwei Tage in der Woche von zu Hause aus arbeitete. Nach siebeneinhalb Jahren setzte Wolf mit der Landtagskandidatur im vergangenen Sommer einen Schlussstrich unter diese Lebensphase. Mit der Folge, dass er sich ohne berufliche Verpflichtungen ganz dem Landtags-Wahlkampf widmen kann. Zwar sei sein Listenplatz auf Rang 33 ähnlich sicher wie der des SPD-Kandidaten Manfred Geis, jedoch wolle er alles daran setzen, das Direktmandat zu gewinnen. „Da hat man auch in Mainz ein anderes Standing“, ist er überzeugt.