Wochenendkolumne „Leininger Nachlese“
Verbauter Weg zu den Äckern: So kann die Lösung aussehen
Das Gute liegt doch stets so nah. Was aus Leiningerland-Perspektive bedeutet: Man muss einfach nach Ludwigshafen schauen, wenn man nach einer Lösung für ein Problem sucht. Hettenleidelheim hat gerade eines, weil sein heiß ersehntes Baugebiet „Am Schulwiesengraben“ die Wege-Verbindung zu den Äckern zum und rund um den Margarethenhof blockieren wird. Dabei rollen über diese Pisten in der Erntezeit jede Menge Rübenlaster.
Zur Not durchs neue Viertel
Die Verbandsgemeinde-Verwaltung wollte den Rat jetzt entscheiden lassen, mit wem er es sich verderben möchte: eher mit Menschen innerhalb der bisherigen Ortsgrenzen, an deren Häusern der landwirtschaftliche Verkehr künftig vorbeigelotst werden könnte? Oder doch mit den künftigen Schulwiesengraben-Bauherren, weil die Rüben-Rallye auf bisheriger Achse durch ihr schönes neues Quartier rumpelt?
Zur Not will sich der Rat mit letzterer Variante abfinden. Doch noch hofft er darauf, dass der Verwaltung eine andere Lösung einfällt. Vermutlich wird sie sich noch einmal eine Millisekunde lang ihre besten Köpfe zerbrechen und dann feststellen, dass da leider-leider nichts zu machen ist. Oder aber sie schaut nach Ludwigshafen. Und erspäht: Hochstraßen, die selbst diesen Mannheimer Vorort von oben wie eine richtige Stadt aussehen lassen.
Das brächte modernes Flair
So ein übers Schulwiesengraben-Areal gespanntes Beton-Band auf Stelzen brächte Hettenleidelheim mondänes Flair. Und auch Bauherren hätten was davon: In der Todesschattenzone darunter könnten sie Steingärten anlegen, aus denen die Pflanzen sogar freiwillig wegblieben. Und vielleicht bliebe auch noch genug Raum für einen Parkplatz-Streifen, der die für den kleinen Einkauf zwischendurch benötigten Zweit-SUVs aufnimmt.
Einen Nachteil hat die Lösung allerdings doch. Sie ist teuer. Für Ludwigshafen ist das im Grunde egal. Denn der Stadt fehlt so viel Geld, dass es längst nicht mehr darauf ankommt, was sie sich noch alles eigentlich nicht leisten kann. Hettenleidelheim hingegen muss sparsamer wirtschaften. Aber das für Knauser-Kommunen Bessere muss ja trotzdem nicht so viel weiter weg liegen als das Gute. Finden lässt es sich demnächst in Mannheim.
Zuschüsse aus dem Klimapakt
Sobald die Bundesgartenschau beendet ist, wird dort eine Seilbahn frei. Als Gebrauchtware sollte sie günstig zu haben sein. Und vielleicht kann Hettenleidelheim noch einen Landeszuschuss aus dem Klimapakt einheimsen. Der soll schließlich kreative Ideen fördern. Und es wird den landwirtschaftlichen CO 2 -Ausstoß garantiert verringern, wenn die Rübenfuhren mit Ökostrom-Antrieb quer übers Neubaugebiet geschleppt werden.