Grünstadt Tradition ist wieder modern
Zum 50. Mal ist am Freitagabend in Grünstadt der Ball der Weingräfinnen veranstaltet worden. Hauptperson des gesellschaftlichen Ereignisses, zu dem die Stadt ins Weinstraßencenter geladen hatte, war die 69. Weingräfin des Leiningerlandes, Julia IV. Denig aus Battenberg. Knapp 170 Gäste und die TSG-Tanzsportabteilung erwiesen der 19-Jährigen die Ehre. Darunter auch ihre Vorgängerin Laura I. Wessa aus Bockenheim sowie 13 weitere Weinhoheiten.
Die 50. Ausgabe des Balls markierte zugleich einen Höhepunkt: Denn so viele gekrönte Häupter habe er in der Vergangenheit nicht begrüßen können, sagte Bürgermeister Klaus Wagner (CDU) zur RHEINPFALZ. „Tradition boomt derzeit. Während man früher aktiv nach Kandidatinnen für solche Ämter suchen musste, gehen inzwischen Bewerbungen ein“, erzählte er. Ein Grund für den hohen Zuspruch an Weinhoheiten sei sicherlich auch die gute Vernetzung und der rege Austausch der jungen Frauen untereinander über die sozialen Medien. Auch gut vertreten seien in diesem Jahr die Winzer, so Wagner und erinnerte an die Anfänge des Balls, der 1969 Premiere hatte: „Ursprünglich war das ein Tanzfest nach der Weinlese, nach dem Motto ,Raus aus den Gummistiefeln, rein in die Abendgarderobe’.“ Doch das ist lange her und nun ist es Tradition, dass mit der Gala die aktuelle Weingräfin gewürdigt wird. Da die Pfälzische Weinkönigin Meike Klohr aus Mußbach erkrankt war, sprach die aus Obrigheim stammende Weinprinzessin Annalena Müsel die Grußworte, bevor die Rheinperlenkönigin Nena Dörlam aus Rheindürkheim eine kurze Rede hielt. Großartig sei die Ansprache von Julia IV. gewesen, lobte der Rathauschef: „Sie hat länger gesprochen als die anderen und dabei keinen Zettel benutzt. Das Leiningerland wird wirklich professionell vertreten.“ Die Weingräfin, die eine Ausbildung zur Assistentin für Handel und E-Commerce absolviert hat und im elterlichen Weingut fest angestellt ist, räumte ein, anfangs etwas aufgeregt gewesen zu sein. „Aber jetzt ist alles gut und das Fest ist sehr schön“, sagte Denig, die sich gern zu Foxtrott oder Rumba auffordern ließ. Die Showband Kim & Kas aus Böhl-Iggelheim unterhielt in bewährter Weise mit Songs wie „Love Is In The Air“ von John Paul Young und dem Queen-Hit „Crazy Little Thing Called Love“. Ein Potpourri aus aktuellen Musikstücken untermalte den Auftritt der Hip-Hop-Formation „Black Unit“ der TSG 1861 Grünstadt. Zehn 13- bis 17-Jährige fegten dazu über das Parkett. Später konnten noch die Turniertänzer Leo Werner mit Fabienne Theobalt und Carsten Ziegler mit Jana Hoffmann bewundert werden.