Grünstadt
Spies im Porträt: So tickt der SPD-Bürgermeisterkandidat
Wie ist Christoph Spies’ berufliche Laufbahn bislang verlaufen?
Der 39-Jährige hat 2003 das Leininger-Gymnasium mit dem Mittleren Abschluss verlassen und danach bei der AOK eine Ausbildung gemacht. Für die Krankenkasse hat er dann gut 15 Jahre lang gearbeitet, unter anderem als Referent für ambulante Pflege, für Selbstverwaltung und Gesundheitspolitik sowie als Leiter Demografie. Ab 2015 arbeitete er zwei Jahre lang im Referat für Pflegepolitik des Landessozialministeriums. Berufsbegleitend hat er von 2010 bis 2015 an der Hochschule in Ludwigshafen studiert und so einen akademischen Master als Versorgungssteuerer (Health Care Manager) erworben. Seit 2019 ist er Landtagsabgeordneter. Zunächst kam er als Nachrücker ins Parlament, dann über die Landesliste. Ab 2021 war er stellvertretender Vorsitzender der Enquete-Kommission, in der Abgeordnete und Fachleute nach der Ahrflut über Verbesserungen beim Katastrophenschutz sprachen. Im Rückblick auf seine bisherige berufliche Laufbahn sagt Spies: „Ich musste mich immer wieder zügig in neue Themen einarbeiten. In der Mischung war es eine hervorragende Vorbereitung auf ein Bürgermeister-Amt.“
Was hat Spies schon alles in der Kommunalpolitik gemacht?
Die Grünstadter haben Spies 2014 erstmals in den Stadtrat gewählt, seit 2019 steht er dort an der Spitze der SPD-Fraktion. Chef des SPD-Ortsvereins ist er mit einer mehrjährigen Unterbrechung seit 2012. Seit 2023 ist er stellvertretender Vorsitzender des SPD-Kreisverbands und Beisitzer im Vorstand der Pfalz-SPD. Außerdem sitzt er seit 2024 im Kreistag sowie im Aufsichtsrat der Grünstadter Stadtwerke.
Wie sieht das Privatleben des SPD-Bürgermeisterkandidaten aus?
Christoph Spies ist verheiratet und hat einen 19 Monate alten Sohn. Die Vater-Rolle prägt auch sein Privatleben, er sagt: Seine Freizeit verbringt er zu einem Gutteil im Kinderzimmer und auf Spielplätzen. Außerdem ist der 39-Jährige Mitglied in verschiedenen Vereinen, etwa beim Turnverein Asselheim, beim TuS Sausenheim, bei der Lebenshilfe Grünstadt-Eisenberg, beim Förderer-Verein des Grünstadter Kreiskrankenhauses, beim Park-Verein, bei den Naturfreunden und im Förderverein zur Erhaltung des kulturellen Erbes der ehemaligen jüdischen Gemeinden in Wachenheim und Bad Dürkheim.
Gibt es etwas in seinem Leben, wovon kaum jemand etwas weiß?
Zu Spies’ Wahlversprechen gehört, dass er als Bürgermeister für besonders viel Transparenz sorgen will. Vielleicht ist es da nur konsequent, dass er vor der Frage nach interessanten Geheimnissen aus seinem Leben kapituliert: „Sehen Sie es mir nach, da fällt mir nichts ein.“
Warum ist der Noch-Landtagsabgeordnete in der SPD und wo hat er mit seiner Partei schon gehadert?
Spies ist 2006 in die Partei eingetreten. Private Kontakte zu Sozialdemokraten haben da eine Rolle gespielt, berichtet er. Aber er hat auch systematisch Parteiprogramme durchgesehen, sich dann vor allem wegen ihrer Sozialpolitik für die SPD entschieden. Mit der Parteilinie gehadert hat er zum Beispiel im Zusammenhang mit der Cannabis-Legalisierung. Den Schritt als solchen findet er zwar in Ordnung. Es war seiner Auffassung nach aber ein Fehler, Strafverfahren auch rückwirkend einzustellen. „Das hat unserer Justiz eine ganze Menge Probleme und daher viel Arbeit beschert.“
Was sind die innersten persönlichen Werte und Überzeugungen des 39-Jährigen ?
Spies sagt: „Das Soziale hat für mich schon einen hohen Stellenwert.“ Außerdem verweist der Protestant darauf, dass er sich einst in der evangelischen Jugend engagiert hat. „Das hat mich schon auch geprägt, das ist so mein Wertekorsett.“
Was will Spies alles erreichen, wenn er tatsächlich Grünstadts nächster Bürgermeister wird?
Auf Spies’ Bürgermeister-Agenda stehen viele Punkte, die auch sein CDU-Konkurrent Mimmo Scarmato anführt: Die Stadt muss, zum Beispiel, ihr Straßensanierungsprogramm abarbeiten, in Schulen und Kindergärten investieren, einen neuen Bauhof errichten und das Feuerwehrhaus umbauen. Für weitere Großprojekte, meinen beide Bewerber um den Rathaus-Chefsessel, fehlen Geld und Personal. Eigene Akzente setzt der Sozialdemokrat zum Beispiel, indem er besonders oft den sozialen Wohnungsbau anspricht und dabei für Erbpacht-Modelle plädiert, außerdem bemängelt er immer wieder den fehlenden Lärmschutz fürs Didier-Viertel. Und er plädiert gerne dafür, vorhandene Einrichtungen mehrfach zu nutzen – ein Regenrückhaltebecken in Sausenheim etwa könnte gleichzeitig als Bolzplatz dienen.
